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Veranstaltung

11.09.2018

In Türkheim funktioniert Integration

In Türkheims Mitte, gleich gegenüber der Kirche, war das Buffet aufgebaut, das die Flüchtlingsfamilien vorbereitet hatten. Der Helferkreis Türkheim hatte zum Begegnungsfest eingeladen, und bei schönem Wetter kamen mehr als erwartet.<b>Foto: Sabine Schaa-Schilbach</b>
Bild: Sabine Schaa-Schilbach

Beim Begegnungsfest in Türkheim freuen sich Besucher und Gastgeber über die gute Stimmung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Myriam Erhardt vom Helferkreis weiß: „Markige Sprüche helfen nicht“

Türkheim Am Sonntag in den Sommerferien ist es warm und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Unter dem schattenspendenden Blätterdach der Bäume auf dem Marienplatz in Türkheim, gleich gegenüber der Kirche Maria Himmelfahrt, sind runde Stehtische und Biertische und Bänke aufgebaut, mit blau karierten Tischdecken und Sitzpolstern und einer kleinen Vase mit Herbstblumen auf jedem Tisch.

Die Veranstalter und Organisatoren des Helferkreises Türkheim haben sich viel Mühe gegeben, dieses Fest schön zu gestalten. Das Buffet haben die Flüchtlingsfamilien allein auf die Beine gestellt. In Türkheim leben Familien aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Iran und aus afrikanischen Ländern. Sie haben eine Woche lang gekocht und alles vorbereitet.

Es gibt unterschiedliche Salate und Vorspeisen, Gegrilltes und viele andere orientalische Köstlichkeiten. Einiges erinnert an den letzten Türkei-Urlaub. Und alles sieht nicht nur toll aus, es schmeckt auch so – mehr als 130 Gäste werden gezählt, es reicht für alle.

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Dieses Begegnungsfest des Helferkreises Türkheim findet einmal im Jahr statt, meistens im Herbst. Es soll den Flüchtlingen, den Helfern und Bürgern die Begegnung und dadurch ein Gefühl für Zusammenhalt ermöglichen. Ein persönliches Kennenlernen von Menschen aus anderen Kulturen ist das beste Mittel gegen Vorurteile und Fremdenhass.

Myriam Erhardt vom Helferkreis Türkheim sagt auf die Frage, was ihr besonders am Herzen läge: „Integration ist auch nach vier Jahren immer noch ein weiter Weg. Man darf nicht jeder Hetze hinterherlaufen. Markige Sprüche helfen der Integration nicht.“

Denn um Integration geht es. In Türkheim ist sie bisher erfolgreich verlaufen. In der Gemeinde leben 110 Flüchtlinge, verteilt auf sechs Häuser. Von diesen Menschen hat knapp die Hälfte einen sozialversicherungspflichtigen Job. Zehn Lehrlinge sind in Ausbildung, zwei junge Leute studieren.

Nach wie vor gehört die Hilfe beim Kontakt mit Behörden und deren Schreiben zu den Hauptaufgaben des Helferkreises, sowie die Unterstützung von Familien mit Kindern. Da geht es vor allem um die Vermittlung der Werte einer westlichen Gesellschaft, aber auch um die richtige Schule oder den Schwimmunterricht. Die Deutschkurse der vergangenen Jahre tragen Früchte. Die Kinder der Flüchtlingsfamilien sind in den Sportvereinen aktiv, und auch für Erwachsene gibt es Fußballtraining mit Diakon Rummel.

Insgesamt, sagt Myriam Erhardt, habe sich die Situation der Flüchtlinge in Türkheim im Vergleich zu früher entspannt, auch deshalb, weil das öffentliche Interesse nachgelassen habe. Die Anfangseuphorie, auch die der Helfer, sei von einer sachlichen Arbeit abgelöst worden. In zehn Jahren, vielleicht, könne man den Erfolg benennen.

Die Stimmung an den Tischen, beim Essen und bei den Gesprächen ist entspannt. Die Kinder, auch die ganz kleinen, sind mit einbezogen. Nach drei Stunden und nach der letzten Tasse des wunderbaren Tees in Tulpengläsern beginnt das Aufräumen. Alle helfen mit.

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