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Bund und Länder beschränken Feiern in öffentlichen Räumen auf 50 Teilnehmer
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13.03.2009

In anderen Ländern Erfahrungen sammeln

Mindelheim (emf) - Respektabel ist die Zahl von über 50 Jugendlichen, die seit dem Bestehen dieses Dienstes im Rotary Club Mindelheim für ein Jahr per Austausch weltweit unterwegs waren. Die kürzlich aus dem Ausland zurückgekehrten Mindelheimer Jugendlichen haben einen Sack voller Eindrücke mitgebracht und berichten darüber.

Michael Christ war in Argentinien und wurde dort in der Schulgemeinschaft herzlichst aufgenommen. Er war ein Jahr Gast bei einer Familie in La Plata, ca. 60 Kilometer entfernt von Buenos Aires.

Michael berichtet vom täglichen Schulbesuch, wie er für Austauschschüler üblich ist. Zu allen Unterrichtsfächern seiner Klasse war er anwesend. Anfänglich hatte er schon Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen, wegen der Fremdsprache Spanisch, für die er begreiflicherweise erst Routine entwickeln musste.

Michael wurde extrem freundlich und hilfreich aufgenommen

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Auf die Frage nach Highlights sagt er: "Ich hatte eine extrem freundliche und hilfreiche, erfreulich integrierende Aufnahme in der Schule und Schulklasse." Er besuchte dort die katholische Privatschule Colegio Santa Teresa de Jesus mit insgesamt nur etwa 200 Schülern.

Sein Paradebeispiel: "Am ersten Schultag wurde ich vor allen Schülern der Schule durch die Direktorin anlässlich des täglichen gemeinsamen Morgengebets vorgestellt."

Für Dennis Lotterer, der in Taiwan war, gab es dort zwei Besonderheiten: chinesische Küche und Schülerverhalten. Er verbrachte ein Jahr nacheinander bei vier Gastfamilien in Taipeh.

Zu den häufigsten Fragen nach seiner Heimkehr gehörten solche über das typische Essen. Ob er auch Hund gegessen hätte? Nein, das wohl nicht. Aber dafür andere, zunächst sehr fremd schmeckende und vor allem oftmals zunächst für ihn übel riechende Speisen.

"Da gibt es eine Gemüse-Speise, Konsistenz ähnlich unserem Lerberkäs, jedoch mit abscheulichem Geruch. Es heißt "chòu dòu fu" (stinky tofu). Schmecken tut's besser, als es riecht."

Er berichtet auch von zubereiteter Schlange - gebraten, gekocht, auch als Suppeneinlage. "Es schmeckt ähnlich wie Hühnerfleisch." Das Essen in chinesischen Restaurants in Deutschland unterscheide sich vom original chinesischen gewaltig.

Dennis: "Wenn das nicht europäisiert und an unseren Geschmack angepasst wäre, würde hier niemand zum Chinesen essen gehen."

Als schulische Besonderheit stellt er das ausgeprägte Konkurrenzverhalten der Schüler in seiner Klasse heraus.

Katharina Lauerer war in Sátoraljaújhely, einer Stadt mit etwa 20 000 Einwohnern im Norden Ungarns. Übrigens kann sie jetzt diesen für unsere Sprechgewohnheit schwierig auszusprechenden Stadtnamen mühelos aussprechen und beherrscht die ungarische Sprache nun so weit, dass sie sich verständlich machen kann. Es habe jedoch einige Monate gedauert, bis sie eine gute Konversation führen konnte, die sich nicht nur auf das Wesentliche beschränkte.

Katharina zum Thema Essgewohnheiten: "Ja, es stimmt schon, dass, wie man es ja erwartet, Gulasch oder Gulaschsuppe oft zum Speisezettel gehören. Immer mit einem guten Wein."

Katharina: "Wenn das Eis mal gebrochen ist, sind die Ungarn nett"

Etwas zögerlicher und nicht so sicher wirkt sie, wenn es um das Verhalten ihrer Gastgeber geht: "Ich habe viele Ungarn zurückhaltender im Umgang kennengelernt, als man es allgemeinhin hier bei uns annimmt. Aber keinesfalls unfreundlich. Und wenn das Eis gebrochen ist, dann sind sie fröhlich, ausgelassen, interessiert und freuen sich am Leben." Bemerkenswert sei der intensive Wunsch der jungen Leute, die Heimat verlassen zu wollen.

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