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Freizeit

23.08.2019

In den Wald eintauchen und Ruhe und Energie tanken

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Gesundheitspädagogin Maria Rück (vorne) mit ihrer Gruppe beim „Waldbaden“ im Eichwald. Die Teilnehmerinnen genießen die Ruhe, tanken Energie und tun damit auch ihrer Gesundheit einen gefallen.

Gesundheitspädagogin Maria Rück bietet im Eichwald Kurse für Waldbaden an. Die Teilnehmer genießen Stärkung ihrer körpereigenen Heilkräfte. Da hätte auch Sebastian Kneipp seine Freude daran

„Mein Freund, der Wald, er steht bereit, ist da für mich zu jeder Zeit“ heißt es im Gedicht einer unbekannten Autorin. Bekannt jedoch ist sicher die Tatsache, dass ein Spaziergang durch den Wald ein hervorragendes Mittel gegen die in der heutigen Zeit beinahe ständig präsente Beschleunigung und Reizüberflutung ist. Goethe fand sogar schon zu ruhigeren Zeiten Gefallen daran und schrieb: „Ich ging im Walde so für mich hin…“.

Dass es sich bei einem entspannten Aufenthalt im Wald um eine äußerst gesunde - dazu noch fast kostenlose - Freizeitbeschäftigung handelt, ist auch in der Kneippstadt längst kein Geheimnis mehr.

Klaus Holetschek, Altbürgermeister von Bad Wörishofen und Vorsitzender des Bayerischen Heilbäderverbands (BHV), brachte es kürzlich mit seinem Statement auf den Punkt: „Walderlebnisse stärken das Immunsystem, senken den Blutdruck und hellen die Stimmung auf“.

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Zum Stimmungsaufhellen geht Irmgard Albrecht aus Bad Wörishofen gern in den nahe gelegenen Eichwald, und wenn ihr Schatz nicht gerade greifbar ist, umarmt sie halt einfach einen Baum. „Ein fantastischer Ausgleich“, schwärmt sie und atmet tief die herrliche Waldluft ein.

Obwohl man theoretisch bei fast jeder Witterung Waldbaden kann, so war der Gruppe – die an diesem Spätsommertag einen Kurs bei Gesundheitspädagogin und Qigong/Tai Chi Lehrerin Maria Rück aus Bad Wörishofen gebucht hatte –, das Wetter in ganz besonderer Weise hold. Es war nicht zu heiß, ein paar Wölkchen zierten den blauen Himmel und hin und wieder wehte ein leichter Luftzug durch den dem Guggerhaus nahe gelegenen Eichenhain.

„Die Luft im Wald ist so rein wie sonst nur auf dem Gipfel eines hohen Berges“, eröffnete Rück ihre Übungsanleitungen zum 1982 in Japan erfundenen Waldbaden, inspiriert durch Aufenthalt in Bad Wörishofen und der dortigen Kneipp-Gesundheitslehre.

Neben den physischen Bewegungen erfuhren die wissbegierigen Teilnehmer, wie wichtig es ist, all seine Sinne „auf Empfang“ einzustellen, um die Energie und die ätherischen Stoffe, die die Bäume abgeben, aufnehmen zu können, betonte Maria Rück.

Dass es außerdem darauf ankomme, die Waldatmosphäre von Anfang an bewusst zu genießen, denn in den ersten 20 Minuten sei der Stressabbau am größten. „Arme wie von selbst aufsteigen lassen, und bei allem nie den Bodenkontakt verlieren“, so gibt Maria Rück mit sanfter, jedoch einprägsamer Stimme ihr Wissen um die chinesische Heilgymnastik weiter. „Chi-Chi-Hoh“ klingt es beim nierenstärkenden Gehen zwecks Sauerstoffbetankung durch den kleinen Wald.

„Das tut gut“ bestätigen die Anwesenden und freuen sich über den zusätzlichen meditativen Effekt. Nach dem „Tanz mit dem Regenbogen“ dürfen sich alle an einen Baum lehnen, „um sich für die geschenkte Energie zu bedanken“.

Als wichtige Tat für die eigene Gesundheit darf man so eine „Waldstunde“ wohl durchaus bezeichnen, denn schon Sebastian Kneipp sagte: „O, wenn die arme gequälte, sieche Menschheit doch einmal zur Einsicht kommen wollte, dass nur in der Rückkehr zur Natur eine Rettung und Wendung zum Besseren möglich sei!“

Ab Oktober 2019 werden beim Kneipp-Ärztebund in der Kurstadt weitere Wald-Gesundheitstrainer ausgebildet, „die durch den Kurs in die Lage versetzt werden sollen, im Rahmen der Gesundheitsförderung und Prävention die individuellen körpereigenen Ordnungs- und Heilkräfte der Teilnehmer zu aktivieren. Dies geschieht durch die Vermittlung von Wissensinhalten auf fachlich hohem Niveau und entsprechend angeleiteten Waldbesuchen.“

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