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Erfolgsgeschichte

04.10.2011

In der Welt bekannt, in Kirchheim schwer zu finden

Beim Betriebsfest der Firma Franz Wolf stellten Geschäftsführerin Petra Kaiser und Bernd Fischer von der Sparkasse die neue, gemeinnützige Stiftung zugunsten der Kirchheimer Vereine vor.
Bild: Foto: hlz

Die Franz Wolf GmbH entstand in der Garage und beliefert jetzt Firmen rund um den Globus mit ihren Produkten

Kirchheim Obwohl seine Kunden buchstäblich in aller Welt sitzen, muss man den Kunststoffverarbeitungsbetrieb Franz Wolf GmbH in Kirchheim quasi auf freiem Felde suchen. Die Firma mit ihren 2660 Quadratmeter großen Flachbauten liegt nämlich „beim Sender“, wie alte Kirchheimer noch sagen – dort, wo vor etwa 60 Jahren ein hoher Sendeturm des Bayerischen Rundfunks stand.

Für Franz und Elisabeth Wolf war dies in den 70er Jahren ein geeignetes Areal, um ihre Kunststoffproduktion mit Werkzeugbau von einer bescheidenen Garage im Ort in eine neue Entwicklungsachse mit Anschrift „Senderweg 1“ zu verrücken. Nun sind gut 40 Jahre vergangen. Aus dem Garagenbetrieb mit drei Beschäftigten wurde ein weltweit agierendes Unternehmen mit 32 Mitarbeitern. Jetzt ist auch noch eine Stiftung hinzugekommen.

Die Firma Wolf hat sich auf die Herstellung von technischen Präzisionsteilen im Spritzgussverfahren spezialisiert. Ein firmeneigener Werkzeugbau konzipiert und erstellt die Werkzeuge für höchste Qualitätsprodukte. Die Wolf GmbH fertigt hochwertige Präzisionsteile vor allem für die Automobilindustrie, die Elektrotechnik, Hydraulik, Pneumatik und Telekommunikation – weltweit.

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Vor diesem anspruchsvollen Hintergrund hat sich das familiengeführte mittelständische Unternehmen – quasi in aller Stille – kontinuierlich weiterentwickelt und sich als wichtiger Zulieferer in die hohen technischen Standards eingepasst. So entstanden als letzte Erweiterungen eine neue Produktions- und Lagerhalle und weitere Vergrößerungen im Werkzeugbau und in der Verwaltung mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro.

Vor kurzem wurde das Geschaffene gefeiert und an die Leistung der vor wenigen Jahren verstorbenen Pioniere Franz und Elisabeth Wolf erinnert. Sie hatten 1970 die Firma gegründet, die nun Tochter Petra Kaiser leitet. Bei einem Festakt in der neuen Halle umrahmte das Kirchheimer Blasorchester die recht familiäre Feier. Die Grußwortredner richteten ihr Augenmerk auf das menschliche Potenzial des Familienunternehmens mit seinen starken und wertorientierten Wurzeln. Landrat Hans-Joachim Weirather hob am Beispiel der Firma Wolf die wichtige Rolle der mittelständischen Unternehmen im Unterallgäu hervor. Betriebstreue oder langjährige Chef-Mitarbeiter-Beziehungen trügen zum Unternehmenserfolg bei.

Wertschöpfung durch Wertschätzung

Als Freund des Hauses trug Professor Dr. Thomas Schwartz grundsätzliche Gedanken zur Unternehmensethik vor. Schwartz ist Wirtschaftsprofessor an der Uni Augsburg und Pfarrer in Mering. In Firmen, in denen die Arbeit und Wertschöpfung von Mitarbeitern noch „wertgeschätzt“ werde, könne auch Wertarbeit entstehen, sagte er. Die Firma Wolf sei ein Beispiel, hier würden menschliche Beziehungen noch gepflegt und christliche Werte gelebt. Die positiven Früchte daraus: Betriebstreue, hohe Identifikation, Anerkennungskultur oder Mitarbeitermotivation.

Für die Marktgemeinde Kirchheim sprach Zweiter Bürgermeister Werner Welser. Er nannte die Firma Wolf „ein mittelständisches Vorzeige-Unternehmen“. „Kirchheim ist froh, diesen Betrieb zu haben“, betonte er.

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