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Ausstellung

21.11.2018

In seinen Bildern dreht sich alles ums Licht

„Sommernachmittag an der Mindel“ heißt dieses Bild von Michael Bahr, das auf den ersten Blick fast wie eine Fotografie wirkt.
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„Sommernachmittag an der Mindel“ heißt dieses Bild von Michael Bahr, das auf den ersten Blick fast wie eine Fotografie wirkt.

Michael Bahr zeigt im Salon des Kunstvereins Beispiele seines vielfältigen Schaffens

Dass der aus Coburg stammende Künstler Michael Bahr im November im Kunstverein ausstellt, ist natürlich eine günstige Fügung, stellt er doch das Licht ins Zentrum seiner Arbeiten und begegnet damit dem eingekehrten Novembergrau.

In seinen Bildern dreht sich alles um die Kraft des Lichts und der Farben, ausdrucksstarke Landschaften, Architektur des Südens, aber auch Stillleben erfahren bei ihm eine intensive Ausleuchtung.

Bahr malt Bilder, die sich teilweise so präzise am Vorbild orientieren, dass sie auf den ersten Blick wie eine Fotografie wirken, etwa die beiden Kinder, die am Strand stehen, mit dem Rücken zum Betrachter. Sie sind in minimaler Bewegung eingefangen, der Blick des Kleinkindes sucht etwas am Strand links vor ihm, der des Mädchens geht ein wenig in die Ferne, leicht abgewandt nach rechts, beide in einem winzigen Schritt begriffen. Dahinter das weite Meer und die bewegte Weite des Himmels. Die beiden Kinder stehen leicht aus der Mitte nach rechts gerückt, all das, diese kleinen Bewegungsandeutungen in diesem großen Naturpanorama, sorgen für die Spannung beim Betrachten und man glaubt, dass man die beiden gleich sich einander zuwenden und loslachen sieht.

Auch das Bild von einer Flussbiegung an der Mindel, schön und strahlend eingebettet in das Grün der Bäume, wirkt auf den ersten Blick gar wie ein Fensterausblick, als könnte man einfach hinauslaufen, die Schuhe ablegen und in den kühlen Fluss steigen.

„Wir benutzen die Kunst dazu, unsere Innenwelt zu reflektieren. Dazu gehört auch, wie wir auf Andere schauen oder auf die Welt als Ganzes“, sagt der chinesische Künstler und Menschenrechtler Ai Weiwei und genau dies hat sich Bahr als Motto für sein Schaffen ausgesucht.

Der ehemalige Lehrer und PR-Manager Bahr will die Motive zu inneren Bildern werden lassen, so dass diese im Betrachter nachwirken, dabei spielt es weniger eine Rolle, ob das Motiv gegenständlich oder abstrakt abgebildet wird, vielmehr stelle dies in seinen Arbeiten keinen Gegensatz dar, „sondern allenfalls zwei Seiten ein und derselben Medaille“, erklärt Bahr. Aus diesem Grund widmet sich Bahr auch ganz verschiedenen Techniken und Malweisen, neben den Ölgemälden sind in der Ausstellung auch Bleistiftzeichnungen, Aquarelle und geometrischen Acryl-Kompositionen.

Zweimal bereits wurde er für seine Bilder ausgezeichnet: 2016 gewann er anlässlich der Mitgliederausstellung des Kunstvereins Mindelheim den ersten, 2017 den zweiten Publikumspreis.

Die Ausstellung ist noch am heutigen Mittwoch von 17 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 14 Uhr und am Sonntag von 14 bis 16 Uhr zu sehen. Außerdem liest am 22. November auf Bahrs Einladung hin der Allgäuer Autor und Mundartpoet Ernst T. Mader aus seinen Werken unter dem Titel „Das große Herz“. Beginn der Lesung ist um 19 Uhr im Salon des Kunstvereins in der Frundsbergstraße 2 in Mindelheim. (tisch)

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