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Krankheit

10.02.2015

Infekte zwingen Kinder zum Daheimbleiben

Ab ins Bett! Wenn die Erkältung zuschlägt oder sich das Kind in der Schule einen anderen Infekt einfängt, rät der Kinderarzt zur Bettruhe.

Schulen und Kindergärten in der Region sind unterschiedlich stark betroffen

Die klassische Grippewelle ist es zwar nicht, aber virale Infekte sind derzeit im Umlauf. Die Erkrankten leiden unter Bauchweh, Fieber und Schlappheit. Die Praxen laufen über, sagt der Mindelheimer Kinderarzt Dr. Johannes Breuninger. Die Krankheitswelle schwappt offenbar aus Oberbayern auf das Unterallgäu über und hat den Landkreis teilweise bereits im Griff. Auch die Kinderklinik in Memmingen ist voll. Der Leiter des Gesundheitssamtes, Dr. Wolfgang Glasmann, sagte, in zahlreichen Kindergärten hätten grippale Infekte bereits „große Lücken“ gerissen. Schulen und Kindergärten hätten erhöhte Krankheitsraten gemeldet.

Im Umlauf sei auch der Norovirus, der zu Durchfall und Brechreiz führt. Schnupfen und Husten träten jahreszeitlich bedingt häufiger auf.

Der Rektor der Grundschule Mindelheim, Rudolf Ruf, hat gestern einen Buben gleich wieder nach Hause geschickt, weil dieser sich übergeben musste. 20 Kinder sind an seiner Schule erkrankt. Das sei bei 511 Schülern aber noch nicht besorgniserregend. Anders im oberbayerischen Schongau. Dort sind bereits 15 Prozent der Kinder erkrankt, hat Ruf erfahren.

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Empfindlich getroffen hat es die Maria-Ward-Realschule. Schulleiterin Rosa Ritter sagt, 65 der 720 Schülerinnen seien erkrankt. Das sei auch schon in der Vorwoche so gewesen. Noch weitgehend verschont geblieben ist das Maristenkolleg. Oberstudiendirektor Gottfried Wesseli sagte, 20 Mädchen und Buben seien gestern krank gemeldet gewesen. Das liege im üblichen Rahmen. Im Luxenhofer-Kindergarten sind nur vereinzelt Kinder erkrankt. Den meisten der Kinder geht es ebenso gut wie dem Personal, sagte Leiterin Beatrice Tögel.

Dr. Breuninger zufolge liegt die Zahl der Erkrankten derzeit deutlich höher als zur gleichen Zeit im Vorjahr. In einzelnen Kindergärten hätten Gruppen geschlossen werden müssen, weil die Erzieher erkrankt sind. Er rät Betroffenen zur Bettruhe. Kinder sollten nicht vorzeitig in die Schule gehen, sondern die Krankheit ruhig eine Woche im Bett auskurieren. Medikamente könnten die Genesung ein wenig erleichtern.

Auch der Leiter des Gesundheitsamtes Glasmann betont, kranke Kinder gehörten generell nicht in eine Gemeinschaftsunterkunft. Er appelliert daher an alle Eltern, Kinder nicht in Schule oder Kindergarten zu schicken, wenn diese Husten oder Schnupfen mit erhöhter Temperatur haben. So würden gesunde Kinder auch noch angesteckt. Geholfen sei damit niemandem.

Dass es für manche Eltern nicht einfach ist, kurzfristig daheim bei erkrankten Kindern zu bleiben, ist Glasmann bewusst. „Aber es geht nicht anders“.

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