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Tussenhausen

05.03.2020

Interview: Das wollen Tussenhausens Bürgermeisterkandidaten

Wir haben Johannes Ruf und Edgar Putz gefragt, was sie umsetzen wollen.
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Wir haben Johannes Ruf und Edgar Putz gefragt, was sie umsetzen wollen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbol)

Plus Die beiden Bürgermeisterkandidaten Johannes Ruf und Edgar Putz stehen Rede und Antwort.

In Tussenhausen bewerben sich Amtsinhaber Johannes Ruf und sein Herausforderer Edgar Putz um das Bürgermeisteramt. Wir haben die beiden Kandidaten gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

Warum wollen Sie Bürgermeister bleiben bzw. werden?

Edgar Putz : Die Marktgemeinde liegt mir als Wohnsitzgemeinde sehr am Herzen. Mir ist es wichtig, dass sich unsere Gemeinde den Herausforderungen der Zukunft stellt. Dabei gilt es, gemeinschaftlich Lösungen zu entwickeln, um diese umzusetzen, um allen Generationen Perspektiven zu bieten. Dafür bin ich bereit.

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Johannes Ruf : Der Umgang mit Menschen macht mir besonders viel Spaß und ist gleichzeitig auch eine riesige Herausforderung. Die abwechslungsreichen Aufgaben bergen eine große Verantwortung in sich und dieser Verantwortung möchte ich mich mit den gesammelten Erfahrungen gerne auch künftig zum Wohl des Marktes Tussenhausen stellen.

Was braucht Tussenhausen Ihrer Meinung nach am dringendsten?

Edgar Putz : Es ist keine gute Entwicklung, wenn Familienangehörige, die von Kindheit an in einem Ort verwurzelt sind, abwandern, weil aktuell immer noch kein Bauland zur Verfügung steht. Neben der Erschließung von Bauland müssen auch geeignete innerörtliche Grundstücke, genutzt werden. Heimat muss Heimat bleiben.

Johannes Ruf : Die Umsetzung bereits gefasster Beschlüsse wie das Hochwasserrisikomanagement, die Sanierung des Tiefenbachs , die Erstellung eines Seniorenkonzeptes und die Bereitstellung von Bauplätzen sind sicher die dringendsten. Ein weiterer Meilenstein wäre die Teilnahme am Flexibus System im Unterallgäu.

Was würden Sie im Falle Ihrer Wahl als erstes anpacken?

Edgar Putz : Bauplätze ! Die aus bauplanungsrechtlicher Sicht notwendigen Schritte mit Berücksichtigung der Hochwasserthematik müssen umgehend in die Wege geleitet werden. Erschließungsplanung und Durchführung sind ebenso zügig zu klären, wie die rechtssichere Vergabe der Bauplätze. Eine Realisierung ist nur so möglich.

Johannes Ruf : Die einzelnen Projekte laufen ja schon unterschiedlich lange, aber als wichtigstes sehe ich die Ausweisung von Bauland an. Die zügige Erschließung unserer vier Baugebiete, die Schaffung von Baurecht und die Vergabe der Bauplätze zu vernünftigen Preisen haben für mich die aktuell höchste Priorität.

Sie haben beide den Wunsch der Bürger nach Bauplätzen angesprochen. Wie lässt er sich erfüllen?

Edgar Putz : Die Grundvoraussetzungen, das heißt Grundstücke, sind in allen Ortsteilen vorhanden. Für die Bereitstellung von Bauland muss der Markt auch langfristig denken. Neben Bauland müssen auch Tausch- und Ausgleichsflächen vorgehalten werden. Nur so ist in der Zukunft die Handlungsfähigkeit gewährleistet.

Johannes Ruf : Bauland zu erwerben, ist heutzutage für jede Gemeinde eine große und schwierige Aufgabe. In den vergangenen Jahren hat der Markt Tussenhausen in 59 Fällen Baurecht für Einfamilienhäuser geschaffen. Darüber hinaus haben wir Flächen erworben, um weitere circa 75 Bauplätze zur Verfügung stellen zu können.

Was könnte die Gemeinde gegen Leerstände im Ortskern unternehmen?

Edgar Putz : Die Überlegung, leer stehende Objekte zu erwerben und diese einer neuen Bebauung zuzuführen, ist eine Möglichkeit. Eine weitere Option stellt die Unterstützung durch staatliche Förderung zum Erhalt und zur Wiederbelebung alter Gebäude dar, da diese das Ortsbild prägen und dessen Geschichte erzählen.

Johannes Ruf : „Innen statt Außen“ – nach diesem Motto hat die Gemeinde bereits Immobilien im Ortskern erworben und künftig wird alles daran gesetzt, solche in den Besitz der Gemeinde zu bringen. Zudem unterstützt die Gemeinde private Vorhaben, ein bestehendes Anwesen umzuplanen oder einen Ersatzbau im Ortskern zu verwirklichen.

Noch gibt es in Tussenhausen einen Hausarzt. Haben Sie bereits Pläne für den Fall, dass er in den Ruhestand geht?

Edgar Putz : Kreativität ist gefragt. Patentlösungen gibt es nicht. Eine sozial funktionierende, wachsende Gemeinde mit sich entwickelnder Infrastruktur muss einem Arzt attraktive Anreize bieten, sich hier in eigener Praxis niederzulassen. Denn nur wo man sich wohlfühlt und der Rahmen passt, arbeitet man gerne.

Johannes Ruf : Die gute Nachricht ist, Herr Dr. Nieberle hat nicht vor, die Praxis in absehbarer Zeit zu schließen. Einen Nachfolger für die Praxis zu finden wird aber zu gegebener Zeit nicht einfach werden. Deshalb haben wir unterschiedliche Ansätze auf der Agenda. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums.

Ihre Nominierungen waren nicht unproblematisch. Was wollen Sie tun, um die Bürger wieder zusammenzubringen und um mit Ihren jeweiligen Gegnern gut zusammenarbeiten zu können?

Edgar Putz : Ich will und werde durch gute, verantwortungsbewusste und verlässliche Arbeit den Blick wieder auf Sachthemen lenken. Die Herausforderungen können nur gemeinschaftlich gemeistert werden. Eine kollektive Bestandsaufnahme und Priorisierung der anzugehenden Themen sind aus meiner Sicht dringend nötig.

Johannes Ruf : Ich war und bin auch weiterhin offen für andere Meinungen und Standpunkte! Werden diese direkt an mich herangetragen, stelle ich mich immer gerne einer sachlichen Diskussion. Das ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Demokratie und notwendige Basis einer menschlichen und ehrlichen Lokalpolitik.

Das Interview führte Sandra Baumberger.

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