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29.10.2008

Jäger des verlorenen Schatzes

Wenn¿s um Geld geht, hört die Freundschaft auf. Ganz zu schweigen von der Verwandtschaft. Auch im neuen Mundartschwank des Theater- und Gesangvereins Zaisertshofen "Natur pur".

Zaisertshofen Wenn¿s um Geld geht, hört die Freundschaft auf. Ganz zu schweigen von der Verwandtschaft. Auch im neuen Mundartschwank des Theater- und Gesangvereins Zaisertshofen "Natur pur" von Bernd Gombold, in dem eigentlich der 75. Geburtstag von Oma Maria gefeiert werden soll, ist sich jeder selbst der Nächste, sobald klar wird: Da gibt es was zu erben!

Ein Schatz in der Waldhütte mischt die Familie auf

In ihrer idyllischen Waldhütte am See, wo sie ihre liebe Verwandtschaft zur Geburtstagsfeier hinzitiert hat, findet die Oma einen im Ofen versteckten, geheimnisvollen schwarzen Beutel mit 50 000 Euro.

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Dieser schwarze Beutel wird zum Dreh- und Angelpunkt des turbulenten Geschehens, denn die schlitzohrige Oma lässt ihn an unbekanntem Ort verschwinden und erreicht damit, dass ihre gierige Nachkommenschaft sich gnadenlos entlarvt. Jeder wird zum Jäger des verlorenen Schatzes - um zum Schluss genauso blöd da zu stehen wie am Anfang; mit einer Ausnahme, die nicht verraten wird.

Den Zaisertshofenern ist unter der Regie des nahezu genialen Naturtalents Willibald Zaunberger ein Volltreffer gelungen. Und das ganz ohne Saufszenen und niveaulose Schlüpfrigkeiten. Trumpf sind dagegen Situationskomik, gelungene Regieeinfälle und witzige Dialoge, mit unwiderstehlicher Spielfreude präsentiert von den durchwegs treffend eingesetzten Laienspielern.

Im dicht besetzten Saal gingen die Wogen der Heiterkeit hoch, alle lebten die Aufs und Abs des Geschehens unmittelbar mit und gaben ihren Empfindungen mit Gelächter, Gekicher, spontanem gemeinsamen Aufstöhnen oder Gejohle auch ungezwungen Ausdruck. Ein wahrhaft Schweiß treibendes und Zwerchfell erschütterndes Kollektiverlebnis!

Was sich da an komischen Typen auf der Bühne versammelt und von einer Konfusion in die andere stürzt, ist näherer Betrachtung wert. Da ist die liebe, durchaus handfeste Oma (Helga Ruf), der nette, aber unter dem Pantoffel stehende Sohn Erich (Erwin Heiler), dessen oberzickige Frau Lydia (auch Hochdeutsch sprechend ein Knaller: Elfriede Schmid) und deren hübsche, bodenständige Tochter Christine (Anja Simon).

Weiter Erichs ältlicher, stotternder Bruder Rudi, ein verfressener Sonderling, der immer noch an Mutters Rockzipfel hängt und von Willibald Zaunberger bis hinein in jede mimische und motorische Einzelheit hinreißend verkörpert wird, sowie die herrische, geizige Schwester der beiden, die Männerfeindin Martha (Gabi Mayr).

Zwielichtiger Immobilienhai und ein Exhibitionist, der keiner ist

Dann sind da noch: der zwielichtige, attraktive Torsten (oder Torschten?!), Immobilienmakler und Freund von Christine; der herrlich skurrile Schmetterlingsfänger Würmelein, der ungewollt in das Chaos hineingezogen wird (Hermann Mautz); der knackige, zu Unrecht als Exhibitionist verdächtigte Waldarbeiter (Tobias Jall); die Nordic-Walkerin (Christl Zaunberger); und schließlich Tom (Martin Strobel), der am Ende wie der "Deus ex Machina" aus dem Nichts auftaucht.

Nicht zu vergessen das reizende Bühnenbild und die liebevolle Ausstattung. Wer sich vor Lach-Muskelkater nicht fürchtet, der hat noch mehrere Gelegenheiten zum Besuch des vergnüglichen Stücks.

Weitere Spieltermine sind jeweils an den Wochenenden Samstag/Sonntag, 15. und 16., 22. und 23. sowie 29. und 30. November, um 20 Uhr im Gasthaus Krone in Zaisertshofen. Karten gibt es auch noch für Sonntag, 9. November - unter anderem beim MZ-Ticketservice, Telefon 08261/991375. Alle vorherigen Vorstellungen sind bereits ausverkauft.

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