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Kirchheim

19.11.2019

Johann Kastner will in Kirchheim Bürgermeister werden

Johann Kastner will Bürgermeister in Kirchheim werden.
Bild: Lippl

Der Derndorfer Landwirt Johann Kastner tritt bei der Bürgermeister-Wahl in Kirchheim an. Was ihn antreibt und welche Projekte er plant.

Im Fuggermarkt Kirchheim meldet sich Kandidat Nummer vier für den offen werdenden Bürgermeister-Posten: Nach Ernst Striebel, Susanne Fischer und Erich Wörishofer wirft nun auch Johann Kastner seinen Hut in den Ring.

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Der 45-Jährige lebt mit seiner Frau und den vier Kindern im Alter zwischen zwei und 14 Jahren im Kirchheimer Ortsteil Derndorf. Vor sechs Jahren kandidierte er für die Freien Wähler auf der Kreistagsliste. Er habe dabei positive Erfahrungen gesammelt, zudem hätten andere ihn motiviert, sich als Bürgermeister zu bewerben, sagt er. Nach einem Gespräch mit der Familie war es beschlossene Sache.

Warum Johann Kastner als Bürgermeister-Kandidat in Kirchheim antritt

Doch Kastner war es wichtig, an seiner Nominierungsversammlung je einen Vertreter aus jedem Ortsteil an seiner Seite zu haben. „Ich will eine Gemeinschaft haben.“ Die Suche stellte sich zunächst als schwierig heraus, doch in den teils längeren Gesprächen sei ihm etwas anderes bewusst geworden: Etwa 30 Prozent der befragten 40 Leute äußerten Bedenken zum Umbau des Gasthofs zum Adler. „Da ist mir erst bewusst geworden, was die Bürger beschäftigt“, sagt Kastner. Als Bürgermeisterkandidat wolle er diese Sorgen ernst nehmen.

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Er persönlich sei selbst auch nicht so ganz glücklich mit den Adler-Palnungen, wie er sagt. Vor allem kritisiert er die mangelnde Information zu dem Projekt. Er befürchtet finanzielle Risiken und frage sich, ob der Platz für alle Vereine ausreiche. Er sei nicht gegen die Vereine, betont Kastner. „Dass man für die Vereine was macht, steht außer Frage.“ Er selbst sei kein Vereinsmensch, sagt der 45-Jährige über sich, aber die Zusammengehörigkeit sei da. „Das, was ich sehe, passt.“

Als Johann Kastner dachte, er würde es nicht schaffen, aus jedem Ortsteil einen Vertreter für seine Nominierungsversammlung zu finden, war er kurz davor, hinzuschmeißen. Vom Initiator Othniel Leitner ließ er sich als dritter Vertreter des Bürgerbegehrens gegen den Adler-Umbau eintragen. Zum 15. November hatte sich Kastner ein Limit gesetzt: Bis dahin wollte er je einen Vertreter aus jedem Ort für seine Bürgermeister-Nominierung „gesammelt“ haben. Gerade noch rechtzeitig hat es dann geklappt.

Johann Kastner will in Kirchheim die Gemeinschaft fördern

Die Sanierung des Schulanbaus sowie Investitionen in die Kindergärten hält Kastner für wichtige Themen in Kirchheim. „Es kommen mehr Kinder.“ Man müsse außerdem „dringend schauen, dass man ein Industriegebiet herbringt“. Dieses in Rezessionszeiten mit Leben zu füllen, sei aber schwierig, zumal Kirchheims Lage nicht ideal sei. Das Großraumbüro im Rathaus missfällt ihm aus Datenschutzgründen, sagt Kastner, dies würde er als Bürgermeister angehen wollen.

Der 45-Jährige ist in Derndorf aufgewachsen, hat den Beruf des Landwirts erlernt und ein Betriebswirtschaftsstudium draufgesattelt, bevor er 2009 den elterlichen Betrieb übernahm. Die Bullenmast hat Kastner im Frühjahr aufgegeben und betreibt jetzt nur noch Ackerbau. In seiner Freizeit unternehme er gern etwas mit der Familie. „Das, was ich in der Familie als Gemeinschaft habe, möchte ich in der Gemeinde herstellen“, sagt er. Er möchte das „Wir“ in den Vordergrund stellen, indem er die Bedürfnisse der Dörfer ernst nimmt. Sich selbst sieht er als jemanden, der seine eigene Meinung vertritt, aber auch andere Ansichten zulässt und eine Diskussion führen will. „Die Kommunikation zwischen Bürger und Rathaus war nicht so perfekt. Das muss man ändern.“

Mehr zu den anderen Kandidaten und zur Wahl in Kirchheim erfahren Sie hier:

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