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Kaufbeuren
11.10.2021

Der Wünschewagen, Hund Mogli und ein Moment des Glücks

Eine erfolgreiche „Vermisstensuche“ wurde durch den Rettungshund und seinen Rettungshundeführer in Ausbildung Rudolf Vogel beendet: Frau S. in Begleitung des Wünscherfüller Achim Kunz.
Foto: Jim Lubbe

Der „Wünschewagen“ des ASB hat einer schwer kranken Kaufbeurerin einen großen Traum erfüllt.

Das Leben meinte es nicht gut mit Frau S., die bereits mit 51 Jahren im Pflegeheim Espachstift in Kaufbeuren versorgt werden muss. „Irgendwas mit Hunden“ – so lautet ein großer Wunsch der Kaufbeurerin. Die Aktion „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) konnte helfen.

Bei genauer Betrachtung ihrer Vita ist dieser Wunsch nachvollziehbar, da Frau S. ihr Leben lang Hunde besessen hatte und auch in der Rettungshundebrigade in Österreich tätig gewesen ist. In den vergangenen Jahren musste sie sich wegen ihrer Erkrankung allerdings mehreren Schädeloperationen unterziehen, eine Radiochemotherapie durchstehen. Sie leidet nun an den Folgen eines ausgeprägten Krampfanfalles.

Der Wünschewagen des ASB erfüllt die Träume von Menschen

Mit ihrer Liebe zu Hunden sei sie beim ASB genau richtig gewesen, wie es in einer Pressemitteilung der Organisation heißt. Denn sie erfüllt mit dem Projekt „Wünschewagen – letzte Wünsche wagen“ nicht nur solche Träume, sondern verfügt auch über eine aktive Rettungshundestaffel. Ein Anruf bei deren Leiterin, und Frau S. konnte erfüllt werden, worauf sie lange hingefiebert hatte.

Die Ehrenamtlichen der Aktion holten sie im Heim ab, und kurz darauf erlebte der Fahrgast schon die erste Überraschung. Es wartete bereits ein Hund am Wünschewagen: Mogli, ein Bordercollie, der treue und gut erzogene Hund einer Wunscherfüllerin, die diese Fahrt auch begleitete. Ein Hund im Wünschewagen? Das Leuchten in den Augen von Frau S. und ein Strahlen über das ganze Gesicht bewegte alle Teilnehmer des Ausflugs. Während sich die Kaufbeurerin und Mogli „beschnüffelten“ und Freundschaft schlossen, steuerte der Fahrer den Wagen an den Waldrand von Waltenhofen, wo die Rettungshundestaffel nach ein paar Minuten ebenfalls eintraf.

Die Hunde suchten die "Verunglückte"

Fünf Hunde mit ihren Begleitern umringten Frau S. Sie streichelte die Tiere, führte Fachgespräche mit deren Frauchen und Herrchen. Dann ging das Übungsprogramm los: Mit Hilfe der Ehrenamtlichen spielte auch die Kaufbeurerin im Gebüsch „Verunglückte“ und wurde von der Staffel erschnüffelt. So vergingen die kommenden eineinhalb Stunden mit den verschiedenen Übungen wie im Flug. Die ungewohnte Kraftanstrengung merkte man Frau S. an. So verabschiedete sie sich von den Hunden mit einer Streicheleinheit für jeden, dankte deren ehrenamtlichen Begleitern und nahm wieder Platz im Wünschewagen.

Ihre Schwester, die sie den ganzen Tag begleitete, hatte noch eine andere Überraschung geplant: ein Zusammentreffen mit den beiden anderen Schwestern, ihren beiden Nichten und dem Schwager im „Caffe Torino“ in Marktoberdorf. Dort war ein abgetrennter Bereich für die ganze Gruppe reserviert, die auf Kosten des Hauses italienische Spezialitäten genießen durfte.

Es wurde viel gelacht, Erinnerungen kursierten, und es durfte auch geweint werden. Geweint aus Dankbarkeit, einen schönen, glücklichen Tag noch einmal zusammen erleben zu dürfen. Mit ihr freuten sich die Ehrenamtlichen des Teams vom Wünschewagen, der Rettungshundestaffel des ASB und die Beschäftigten des „Caffe Torino“. (cj)

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