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Unterallgäu

16.07.2020

Kein Auslandsjahr wegen Corona – und jetzt?

Was tun nach dem Abitur? Niklas Rösch und Franziska Mang aus Kammlach haben einen „Bundesfreiwilligendienst“ gemacht und sind total zufrieden mit ihrer Entscheidung.
Bild: Oliver Wolff

Plus Die Corona-Pandemie hat viele Schulabsolventen kalt erwischt. Zwei junge Unterallgäuer erzählen über ihre Erfahrungen im Bundesfreiwilligendienst.

Nach dem Abitur ist vor dem Berufsleben. Die Corona-Krise hat nicht wenigen Teenagern die Pläne für die Zeit nach der Schule durchkreuzt. Die einen wollten ursprünglich eine Weltreise machen, andere verschiedene Schnupper-Praktika, wieder andere wollten im Ausland studieren. Viele Wünsche sind plötzlich nicht mehr umsetzbar. Einige Firmen nehmen keine Praktikanten auf oder Länder vergeben kein Visum. Was also nun tun? Franziska Mang und Niklas Rösch aus Kammlach empfehlen jungen Menschen den Bundesfreiwilligendienst.

Bundesfreiwilligendienst ähnlich wie Freiwilliges Soziales Jahr

Im Volksmund heißt er „Bufdi“ und ist das staatliche Pendant zum Freiwilligen Sozialen Jahr. Franziska und Niklas haben voriges Jahr ihr Abitur am Mindelheimer Maristenkolleg gemacht und standen vor einer ungewissen Zukunft. „Eigentlich wollte ich einen längeren Auslandsaufenthalt, aber er wurde kurzfristig abgesagt“, erzählt der 19-jährige Niklas. Über einen Kumpel hat er erfahren, dass es die Möglichkeit des Bundesfreiwilligendienstes gibt. Der „Bufdi“ sei eine tolle Sache und komme bei Arbeitgebern gut an. „Ich hatte schon ein paar Vorstellungsgespräche, da wurde das immer lobend erwähnt.“

Auch seine ein Jahr jüngere Kollegin Franziska suchte nach einer Möglichkeit, ein Jahr sinnvoll zu überbrücken, denn gleich nach dem Abitur anfangen zu studieren wollte sie nicht. Sie habe während ihres Dienstes viel gelernt. „Mir ist in der Zeit noch einmal klar geworden, was ich wirklich machen will.“

Kein Auslandsjahr wegen Corona – und jetzt?

So kann die Arbeit der "Bufdis" aussehen

Die beiden haben ihren Bundesfreiwilligendienst beim Kreisjugendring Unterallgäu absolviert. Neben der Mitarbeit in der Verwaltung wurden sie auch im Außendienst eingesetzt, etwa in der offenen Ganztagsschule. Dort haben sie Kindern bei den Hausaufgaben unterstützt oder im Jugendzentrum als Aufsicht und Ansprechpartner gearbeitet. Die Jugendarbeit sei ein weites Gebiet, erklärt Franziska. „Wir konnten auch das Programm selbst mitgestalten, konnten kreativ sein.“

Man sei aber auch gefordert, zum Beispiel im Umgang mit ungehorsamen Kindern. Auch das freie Sprechen vor einer Klasse gehörte dazu. „Eigentlich wollte ich immer Lehrerin werden“, sagt die 18-Jährige. Durch den Freiwilligendienst sei ihr klar geworden, dass es doch in eine andere Richtung gehen soll. „Es war eine sehr gute, wichtige Erfahrung.“ Nun hat sich Franziska für die Betriebswirtschaftslehre entschieden, möchte im Herbst mit dem Studium beginnen. Niklas wird eine Ausbildung zum Zollbeamten anfangen.

Das verdient ein "Bufdi"

Finanziell „umsonst“ war ihr Sozialdienst auch nicht. Pro Monat konnten sie mit etwa 425 Euro rechnen, Taschengeld und Verpflegungspauschale einberechnet. „Viel Geld für jemanden, der zuvor noch nie etwas verdient hat“, sagt Franziska. Ihr Arbeitspensum war auf 40 Stunden pro Woche ausgelegt, inklusive Abendschichten, zum Beispiel in den Jugendzentren.

Lesen Sie auch: Mehr Einsatz für die Mindelheimer Jugend?

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