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Kommunales

02.05.2020

Kirchheim plant noch vorsichtiger als sonst

Der Marktrat verabschiedet seinen Haushalt für dieses Jahr. Schon jetzt wirkt sich Corona auf das Zahlenwerk aus

Zweck-Pessimisten könnte man Kirchheims Markträte und Kämmerer Josef Simon nennen – zumindest, was die Haushaltsplanungen für die Gemeinde betrifft. Denn im Fuggermarkt geht man immer vom schlimmsten Fall aus und rechnet mit den geringstmöglichen Einnahmen und den größtmöglichen Ausgaben. Und so ist es Tradition, dass man seit zehn Jahren an Silvester doch wider Erwarten schuldenfrei ins neue Jahr starten kann. Eine solche Situation wie in diesem Jahr haben aber auch die Kirchheimer noch nicht erlebt: Welche Auswirkungen wird die Corona-Pandemie auf die Kommune haben? Das ist zum heutigen Zeitpunkt noch gar nicht absehbar – und doch musste ein Haushalt verabschiedet werden. Und für den planten der Kämmerer und der Marktat noch vorsichtiger als gewohnt.

Am Jahresanfang war man in Kirchheim noch von Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro ausgegangen. Bereits vorausbezahlte 350.000 Euro Gewerbesteuer mussten wieder an die Firma Wanzl zurücküberwiesen werden (wir berichteten), zudem hat Kämmerer Simon noch einen weiteren Puffer eingebaut und rechnet jetzt nur mehr mit 600.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2020. Die Einkommensteuereinnahmen wurden ebenfalls etwas zurückgefahren auf 1,2 Millionen Euro, „in der Hoffnung, dass es besser läuft“, kommentiert Bürgermeister Hermann Lochbronner. Immerhin: Die Schlüsselzuweisungen, die immer um zwei Jahre zeitversetzt an die Gemeinde gehen, sind um rund 100.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen auf einen Wert von 269.000 Euro. „Das Geld können wir gut gebrauchen“, freut sich der Bürgermeister. Der Verwaltungshaushalt, der die laufenden Einnahmen und Kosten beinhaltet, umfasst in diesem Jahr 4,95 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt, in dem Investitionen aufgeführt sind, liegt bei 5,99 Millionen Euro. Der Markt plant, zwei Millionen Euro aus der Rücklage zu entnehmen, rechnet mit 200.000 Euro aus Grundstücksverkäufen und 155.000 Euro Zuschüssen und hat auch neue Kredite in Höhe von 3,4 Millionen Euro im Haushalt stehen. Bürgermeister Hermann Lochbronner ist aber zuversichtlich, „dass wir das nicht brauchen“.

Investiert wird trotz Corona. Für den Umbau des Gasthofs zum Adler zum Bürger- und Kulturzentrum ist eine Million Euro eingeplant. Knapp 720.000 Euro werden in den Straßenbau investiert, darunter ins Radwegeprojekt Spöck – Mörgen, das mit 400.000 Euro zu Buche schlägt. Für den Kauf von Grundstücken – unter anderem für ein neues Gewerbegebiet – rechnet der Markt mit Ausgaben von 1,36 Millionen Euro. Für die Breitbanderschließung für Teile von Kirchheim, Derndorf und Hasberg nimmt Kirchheim 440.000 Euro in die Hand und rechnet mit einer Förderung durch den Freistaat in Höhe von 50 Prozent. 130.000 Euro werden für die Friedhöfe verwendet: In Kirchheim bekommt das Leichenhaus eine Toilette, in Tiefenried wird für 70.000 Euro eine Mauer gebaut und danach neu gepflanzt. Der Auftrag ging jüngst an die Firma Schuster aus Eppishausen.

Am Ende kommt Kirchheim so auf einen Rekordhaushalt mit einem Gesamtvolumen von fast elf Millionen Euro – eine Zahl, die selbst Bürgermeister Hermann Lochbronner ein wenig überrascht.

Er hofft, dass sich die pessimistischen Vorhersagen am Ende nicht bewahrheiten, sondern man sich freuen kann, „wenn am Jahresende mehr Einnahmen da sind als geplant“.

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