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Wiedergeltingen

21.12.2020

Kita-Kosten in Wiedergeltingen weit höher als erwartet

Während der Erweiterungsbau der Kindertagesstätte St. Nikolaus schon deutliche Formen angenommen hat, müssen die Sanierungsarbeiten am Bestandsbau noch warten.
Bild: Regine Pätz

Plus Das in Teilen denkmalgeschützte Kindergartenbestandsgebäude in Wiedergeltingen wird zur Baustelle. Es gibt Handlungsbedarf – und ein Lärmproblem.

Während der Bau zur Erweiterung der Katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus in vollem Gange ist, ging im alten Gebäude alles noch seinen gewohnten Gang. Zumindest den Umständen entsprechend, wenn unter Bedingungen einer Großbaustelle in unmittelbarer Nähe agiert werden muss. Die voraussichtlichen Kosten für die geplante Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ließen nun allerdings aufhorchen.

Das für das im klassizistischen Stil errichtete und in Teilen denkmalgeschützte Bestandsgebäude ebenfalls dringender Handlungsbedarf gegeben ist, steht sowohl für Bürgermeister Norbert Führer als auch für das Wiedergeltinger Gremium außer Frage. Denn die Begebenheiten vor Ort stellten das Betreuerteam um Einrichtungsleiterin Helga Oppawsky vor schwierige Bedingungen.

Kita-Leiterin spricht von deutlichen Belastungen in Wiedergeltingen

Deutliche Belastungen durch Zugluft etwa hätten die Mitarbeiter dort täglich zu ertragen, berichtete Gemeinderat Alois Karl ( CSU), aufgrund der baulichen Begebenheiten kämen beengte Platzverhältnisse, fehlende Barrierefreiheit und eine extreme Geräuschkulisse obendrauf. Eine Sanierung, allein schon aus Brandschutz-technischen Gründen, wäre für ihn deshalb unabdingbar. „Wir könnten durch die Modernisierung auch an Attraktivität für zukünftige Mitarbeiter gewinnen“, zeigte sich der Referent für kirchliche Angelegenheiten überzeugt.

Erweiterung vorgezogen, um im Zeitplan bleiben zu können

Tatsächlich hatte sich das Gremium bereits in früherer Sitzung für eine baldige Sanierung des Bestandbaus des Kindergartens St. Nikolaus, das zum Verwaltungsgebiet St. Simpert des Bistums Augsburg gehört, ausgesprochen. Um nun Kenntnis über den derzeitigen Sachstand zu erhalten, war an diesem letzten Sitzungstag des Jahres auch Planer Ulrich Förg erneut in Wiedergeltingen zu Gast.

Um im Zeitplan bleiben zu können, habe man aus planerischen Gründen den Erweiterungsbau vorgezogen, sagte er, aber auch, um den Betrieb generell aufrechterhalten zu können. So sollen die Kinder im Neubau untergebracht sein, bevor an die Sanierung des Bestandes herangegangen werde, was für Oktober 2021 geplant sei, sagte Förg.

Das Landratsamt, so verriet es der Planer, hätte tatsächlich eine schnellere Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen befürwortet, doch mache nur dieser Bauablauf Sinn, schon allein aufgrund der Zeitfenster notwendiger Ausschreibungen. Ein Ortstermin im Sommer dieses Jahres, an dem auch Zuständige aus dem Bereich Denkmalschutz teilgenommen hatten, hätte Handlungsbedarf im Bereich Brandschutz gezeigt. Davon betroffen seien etwa alle Türen; auch die Sparten Heizung und Elektrik müssten erneuert werden. Im Bereich der Böden dürfe jedoch nicht eingegriffen werden, sagte Ulrich Förg, „sie unterliegen dem Denkmalschutz“. Unter dieser Prämisse sind auch die Fenster zu betrachten. So schlug Ulrich Förg dazu vor, nur die inneren Flügel auszutauschen, um das Bild nach außen nicht zu beeinträchtigen. Weitere Unwägbarkeiten, die auch Auswirkungen auf den Kostenrahmen hätten, gelte es zudem zu berücksichtigen. So müsse etwa die Beschaffenheit der Decken genau geprüft werden, weil auch diese dem Denkmalschutz unterliegen. Alles in allem, so erklärte der Planer, kämen für die Umbaukosten zuzüglich Baunebenkosten plus Denkmalschutzmaßnahmen etwa 576.500 Euro zusammen.

Die Summe, die nun im Raum steht, musste im Rat erst einmal verdaut werden

Und damit eine Summe, die von den Räten samt Bürgermeister Norbert Führer erst einmal verdaut werden musste, wie sich im Anschluss zeigen sollte. So erklärte etwa Ratsmitglied Maximilian Huber (FWW), er sei „geschockt über diese Zahlen“. Man habe sich im Gremium für die Sanierung ausgesprochen, sagte er, das sei richtig. Doch zu diesem Preis? Dass ertüchtigt werden müsse, legte Norbert Führer dagegen, allein schon wegen des Brandschutzes. Auch die Sanierung der Heizungsanlage sei ja vom Gremium bereits mittels Beschluss festgelegt worden (wir berichteten). Auch Führer zeigte sich überrascht über die Kosten, hätte die Neubauplanung in den Anfängen eine finanzielle Größenordnung von knapp 450.000 Euro vorgegeben. Alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, das sei für ihn nun die nächste Aufgabe, meinte Norbert Führer, wofür er Zustimmung von Bernd Stapfner (CSU) erhielt. Gerade im Bereich Heizungsaustausch gebe es derzeit gute Förderungen, sagte dieser.

Johann Menhofer (FWW) regte an, die Diözese mit ins Boot zu holen. Denn die Finanzkammer Augsburg ist ebenfalls zuständig für die Baufinanzierung und das Zuschusswesen für Kindertageseinrichtungen, dessen Träger die Kirche ist. „Durchaus legitim“, bezeichnete Führer diesen Vorschlag und ergänzte, dass dies die Gemeinde auch machen werde.

Letztlich einigte sich das Gremium einvernehmlich auf den von Ulrich Förg vorgestellten Zeitplan. Baubeginn soll im Oktober 2021 sein.

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