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Maristeninternat

10.06.2011

Klare Regeln und viel mehr Dialog

Mehr als ein Jahr nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe hat sich am Maristeninternat einiges verändert.
Bild: Das Internat der Maristen in Mindelheim 

Ein Jahr nach dem Missbrauchsskandal an Internatsschülern bemüht sich der Orden, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen.

Über Monate stand das Maristeninternat im vergangenen Jahr in den Negativschlagzeilen. Der langjährige Leiter der Einrichtung, Frater G., hatte sich an Minderjährigen vergangen. Zwei Fälle sind juristisch aufgearbeitet worden. Heuer im Januar war Frater G. vom Amtsgericht Landshut zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf eine Bewährungszeit von drei Jahren verurteilt worden. Zuletzt hatte sich der Internatsleiter im Jahr 2004 an einem 13-jährigen Buben vergangen.

Der Skandal hatte für das Maristeninternat einen spürbaren Ansehensverlust zur Folge. Seit einem Jahr leitet Frater Michael die Einrichtung. Er sagt: „Das Internat ist für einige Jugendliche die einzige Alternative, um nicht völlig abzurutschen“.

Freilich lag der Missbrauchsskandal eines Mitbruders lange Zeit wie ein dunkler Schatten über dem Internat. Frater Michael und die Maristen haben einige Neuerungen eingeführt mit dem Ziel, Missbrauch in Zukunft unmöglich zu machen und die anvertrauten Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu fördern.

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Neu ist, dass sich die Mitarbeiter des Internats alle vier Wochen zu einer vierstündigen sogenannten Supervision treffen. Ein Fachmann von außen, der auch am Maristenkolleg berät, arbeitet mit den Kolleginnen und Kollegen Konflikte am Internat auf. Diese Gespräche sind für alle verpflichtend, sagt Schmalzl, der feststellt, dass sie der Gruppenbildung sehr gut tun.

Allen Mitarbeitern seien verbindliche Verhaltsensregeln an die Hand gegeben worden. So gelte das Bischofspapier ebenso wie zwei Dokumente des Verbande katholischer Internate und Tagesinternate VKIT. Auch ein Zehn-Punkte-Programm der Bayerischen Seminardirektorenkonferenz sei verbindlich.

Fünf Beschäftige waren auch zu einer Fortbildung in Würzburg, wie sexuellem Missbrauch vorzubeugen ist. Es war ein Seminar mit Ursula Enders von Zartbitter Köln, einer renommierten Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch.

Internatsleiter Schmalzl müht sich auch um intensiveren Dialog mit den Eltern. So finden alle vier bis fünf Wochen am Sonntagabend Gesprächsrunden mit Müttern und Vätern statt, die ihre Kinder nach dem Wochenende wieder im Internat abliefern.

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