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Verwaltungsgemeinschaft

20.07.2018

Klare Sache bei der Kläranlage

Freuen sich über solide Finanzen: Die vier Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft (von links) Peter Kneipp aus Amberg, Peter Führer aus Wiedergeltingen, Christian Kähler (Türkheim) und Anton Schwele aus Rammingen.
Bild: Franz Issing

Bürgermeister befürchten, dass die Kläranlage durch die Erweiterung des Skyline Parks zu stark belastet werden könnte

Die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Türkheim hat gut gewirtschaftet, weniger Geld ausgegeben als geplant und steht deshalb auf soliden, finanziellen Füßen. Sie ist zudem schuldenfrei und will auch keine neuen Kredite aufnehmen. Bei der Vorlage der Jahresrechnung 2017 und der Beratung des Haushaltsplanes 2018 sprach Kämmerer Claus-Dieter Hiemer auch von einer „erfreulichen Entwicklung“. Wie die verlief, erläuterte er im Detail bei der VG-Gemeinschaftssitzung im Türkheimer Rathaus.

Danach hat die VG im Jahre 2017 für die Abwasserbeseitigung und Verwaltungsaufgaben 160000 Euro weniger ausgegeben als vorgesehen. Allein beim Betrieb der Kläranlage wurden 32 000 Euro eingespart. Dieser Betrag wurde den VG-Gemeinden Türkheim, Amberg, Wiedergeltingen und Rammingen zurückerstattet.

Auch in der Verwaltung regierte der Rotstift. Hier belief sich die Einsparung auf 128 000 Euro. So konnten der Rücklage 78 000 Euro zugeführt werden, anstatt dass ihr wie geplant 50 000 Euro entnommen werden mussten. Die Jahresrechnung 2017 wurde von den Verbandsräten ohne Gegenstimme genehmigt.

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Um ihren Finanzbedarf decken zu können, erhebt die Verwaltungsgemeinschaft Türkheim von ihren Mitgliedern derzeit eine Umlage von 87,50 Euro pro Einwohner. Bei einer Rekord-Einwohnerzahl von 11610 - die VG wächst und wächst - summiert sich diese Abgabe auf gut eine Million Euro. „Im Vergleich mit anderen Städten und Kommunen in Bayern und im Landkreis, die im Schnitt mehr als 100 Euro erheben, schneiden wir hier sehr gut ab“, so Hiemer. Die in 2018 um neun Euro höhere Umlage resultiert aus gestiegenen Personalkosten und der Schaffung neuer Stellen in den Jahren 2017 und 2018. Zusätzlich werden in diesem Jahr für die Ausstattung umgebauter Büroräume im Rathaus, für EDV, Software und IT-Sicherheit 150 000 Euro investiert. Im Haushalt 2018, der im Verwaltungsetat in Einnahmen und Ausgaben mit rund 2,2 Millionen und im Vermögensetat mit 546 000 Euro schließt, schlagen besonders die Betriebskosten und geplanten Investitionen für die Kläranlage mit insgesamt 800000 Euro zu Buch.

Für deren dringend notwendige Sanierung stehen größere Investitionen an. Demnächst soll ein Ingenieur-Büro mit einer Bestandsaufnahme, beziehungsweise Analyse, beauftragt und bis zum Frühjahr 2019 geklärt werden, in welchem Umfang Handlungsbedarf für eine Instandsetzung besteht und mit welchen Kosten zu rechnen ist. Wie die Jahresrechnung 2017 wurde auch der Haushalt 2018 vom Gremium ohne Gegenstimme verabschiedet.

Weil die geplante Erweiterung des Skyline Parks ausschließlich auf Ramminger Gemarkung stattfindet, will die Gemeinde auch die auf diesem Areal zusätzlich anfallenden Schmutzwässer – die Rede ist von etwa 300 Kubikmeter mehr – in die Kläranlage der VG Türkheim einleiten. Dieses Thema ließ bei einigen Mitgliedern die Emotionen hochgehen. So beschwerte sich Rammingens Bürgermeister Anton Schwele, dass „wir uns für dieses Vorhaben vor der VG rechtfertigen müssen, während man das anderen Gemeinden erspart hat“.

„Das hätte man schon im Vorfeld im Gremium besprechen müssen“, fand die Türkheimerin Gudrun Schneider-Kissinger, die sich vor vollendete Tatsachen gestellt sah. Mit ihrer Kritik spielte sie auf die anfallenden Abwässer des im Vergnügungspark geplanten 150-Betten-Hotels an. Sie befürchtet eine erhebliche Mehrbelastung der Kläranlage.

CSU-Kreis- und Gemeinderätin Roswitha Siegert aus Türkheim fragte: „Wenn Wörishofen die Einleitung des Schmutzwassers vom Skyline-Park vehement ablehnt, kann dies denn Türkheim verkraften?“ Hans Schindele aus Rammingen verwehrte sich gegen die Vorwürfe, dass die Gemeinde Rammingen an der VG vorbei agiert habe. „Das werde den Räten dort nicht gerecht“ , wandte er ein.

Bürgermeister Christian Kähler zerstreute alle Bedenken. Die Türkheimer Kläranlage sei derzeit nur zu 40 bis 50 Prozent ausgelastet und die Einleitung von Abwässern aus Rammingen bereite deshalb keinerlei Probleme, machte er deutlich.

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