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20.06.2009

Klares Bekenntnis zur Wehrpflicht

Kirchheim Fest in der Hand der Bundeswehr war der Fuggermarkt Kirchheim am Donnerstagnachmittag. Auf dem Marktplatz zeigte die Pioniere Arbeitsgeräte, darunter riesige Sattelschlepper, gaben aber auch Einblicke in das Lebensumfeld der Soldaten. Und natürlich gab es auch die berühmte Gulaschkanone. Um 17 Uhr zogen dann die Rekruten begleitet vom Heeresmusikkorps 10 (Ulm) in den Schlossinnenhof, der für diese Zeremonie die passende Kulisse stellte.

Nach dem Regimentsmarsch der Musikanten setzte sich Bataillonskommandeur Oberstleutnant Markus Schneider mit der Aufgabe der Bundeswehr in einem veränderten globalem Umfeld auseinander. Die Auslandseinsätze seien notwendig,

l um den internationalen Terrorismus abzuwenden,

l Gefahren von Deutschland abzuwenden

Klares Bekenntnis zur Wehrpflicht

l und Frieden zu wahren

Als Beispiele nannte er den Kosovo, der deutlich sicherer geworden sei. Und auch in Bosnien habe sich der Einsatz gelohnt. Und auch in Afghanistan gebe es Fortschritte. 28 Millionen Menschen wurden von der Taliban-Herrschaft befreit. Mädchen könnten wieder zur Schule gehen und auch die ärztliche Grundversorgung sei weitgehend erreicht. Nun gehe es um Hilfe zur Selbsthilfe, weswegen ein Schwerpunkt die Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und Polizei sei. So baue man mit Partnern eine Logistikschule, auch mit Unterstützung aus Dornstadt, auf.

Dann wandte sich Schneider an die 121 Rekruten und hob deren Dienst hervor, der sich von einem normalen Beschäftigungsverhältnis schon deswegen unterscheide, weil man bereit sein müsse, sein eigenes Leben einzusetzen und auch das Leben anderer mit Waffengewalt zu schützen.

Gefahr der Entfremdung zwischen Militär und Gesellschaft

Abschließend setzte sich der Kommandeur eindeutig für die Wehrpflicht ein. "Die allgemeine Wehrpflicht ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Bürger für das Gemeinwesen. Ohne sie bestehe die Gefahr einer Entfremdung zwischen Militär und Gesellschaft, außerdem gebe es dann auch keine Personalreserve mehr.

Jan Euler sprach für die Rekruten und er stellte fest, erst durch die Trennung sei vielen bewusst geworden, welchen Stellenwert die Familie habe. Dies habe auf der anderen Seite dazu geführt, dass man zusammen rückte und man Kameraden und Freunde fand.

Dann traten stellvertretend sechs Rekruten vor, und gelobte "Der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen!"

Zuvor hatte Bürgermeister Hermann Lochbronner seine Freude zum Ausdruck gebracht, dass nun schon das 8. Gelöbnis im Schlossinnenhof stattfinden kann und bedankte sich besonders bei der Hausherrin Angela Fugger von Glött für die Überlassung des Hofes. Seit 25 Jahren unterhalte Kirchheim eine Patenschaft mit der Bundeswehr, die allerdings ein paar Mal unter der Umstrukturierung bei der Bundeswehr gelitten habe. Einmal sei sogar das Patenbataillon abhandengekommen. Nun habe man mit der 6. Kompanie des Logistikbataillons 471 wieder eine offizielle Patenschaft eingehen können.

Die Bedeutung der Bundeswehr hob auch Landrat Hans-Joachim Weirather an einem Beispiel heraus: Im Gegensatz zu unseren Eltern und Großeltern lebe die jetzige Generation seit 60 Jahren in Frieden. Die Bundeswehr habe zu dieser Stabilität einen wesentlichen Beitrag geleistet. Die Feier endete mit der Nationalhymne. Nach dem Gelöbnis zogen Musikanten mit klingendem Spiel, Bataillonsfahne und der Ehrenzug der 5. Kompanie aus Landsberg aus dem Schloss. Die Rekruten blieben noch, damit die Eltern und Freunde, die zu diesem besonderen Tag gekommen waren, noch einen Schnappschuss machen konnten. Angela Fugger von Glött und Oberstleutnant Markus Schneider luden dann noch zu einem Empfang in den Zedernsaal. Auf dem Marktplatz kamen sich Kirchheimer und Soldaten bei einem Biergartenbetrieb noch näher, wobei sich die Schwaben gerne von der Küche der Bundeswehr verwöhnen ließen.

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Das Gelöbnis als Fotogalerie

mindelheimer-zeitung.de/bilder

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