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Bad Wörishofen

25.02.2021

Klares Ja zu den neuen Löwenbräu-Arkaden in Bad Wörishofen

Plus Bad Wörishofens Stadtrat stellt sich mit großer Mehrheit hinter das 40 Millionen Euro teure Projekt von Investor Dieter Glass. Der Unternehmer erläutert, warum er so entscheidend umgeplant hat.

Die Löwenbräu-Arkaden sind das größte Bauprojekt in Bad Wörishofen seit Jahrzehnten. Zuletzt war es etwas stiller um das Vorhaben geworden. Am Mittwochabend machte der Stadtrat von Bad Wörishofen den Weg frei für die nächsten Schritte. Bei zwei Gegenstimmen genehmigte die Ratsrunde die neuen Pläne von Dieter Glass. Der Unternehmer hatte die Arkaden zwischenzeitlich umfassend umgeplant - und stark verkleinert. Betroffen davon sind zum Beispiel die Tiefgarage, die Dachformen und der geplante Supermarkt.

Im Stadtrat ging dabei noch nicht um den konkreten Bauantrag für das Projekt, es geht um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Löwenbräuareal + Luerswiese“. Dieser soll die Grundlage für einen Bauantrag sein. Der Stadtrat wollte in der Sitzung die eingegangenen Stellungnahmen zum Verfahren abwägen. Zudem sollte die geänderte Planung gebilligt und ein Beschluss für eine erneute Auslegung der Pläne gefasst werden. Dieter Glass sagt, er wolle nun auf der sogenannten Luerswiese direkt am Kurpark weniger Gebäude errichten als ursprünglich geplant. Nur noch ein Haus statt dreien soll dort entstehen. Zudem speckt Glass die Tiefgarage unter den Löwenbräu-Arkaden stark ab. Statt zwei Parkebenen soll es nur eine geben. Komplett entfallen wird der geplante Supermarkt in den Arkaden. Statt mehreren soll es nun nur noch ein einziges Einzelhandelsgeschäft von höchstens 120 Quadratmetern geben. Dort, wo der Supermarkt geplant war, entstehe nun die Tiefgarage, erläutert Glass. Änderungen gibt es auch bei den Dachformen, wo Glass jetzt auf Satteldächer setzen will.

Aus dem Löwen-Platz in Bad Wörishofen wird nun nichts

Es wird nur mehr das Grundstück Löwenbräu und Luerswiese – ohne städtisches Grundstück – bebaut, die sich derzeit bereits im Eigentum von Glass befinden“, erläutert Projektleiterin Alexandra Stahlhut. Man werde auch den geplanten neuen Löwen-Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht bauen, sagt Dieter Glass. Dort steht derzeit ein Gebäude, das Glass kaufen wollte. Daraus werde nun nichts, sagte der Bauunternehmer. Er kauft auch den Rest der Luerswiese nicht von der Stadt. Der Stadtrat hatte dieses Geschäft bereits genehmigt. Es sei aber nie zu einem Notartermin gekommen, sagte Glass der Mindelheimer Zeitung.

So sollten die Löwenbräu-Arkaden einmal aussehen. Investor Dieter Glass hat die Pläne nun aber an einigen Punkten geändert. Bislang gibt es dafür aber noch keinen Bauantrag. Debattiert wird im Moment der vorhabenbezogene Bebauungsplan, der dazu nötig ist.
Foto: Architekt Lidl

Auf dem Teil der Luerswiese, die Glass bereits gehört, entstehen nur mehr das Pavillon-Gebäude mit dem Café „in etwas gestreckter Form und ein Wohngebäude in der bisherigen Größe und Art“, teilte Stahlhut mit. Der geplante Supermarkt mit Vollsortiment kommt nicht. Damit wird auch keine Anlieferung für die rückwärtsfahrenden Lastwagen benötigt. Diese Zufahrt war immer wieder ein Kritikpunkt in der Debatte um die Arkaden.

Geplant sei „ein kleines Einzelhandelsgeschäft mit zirka 120 Quadratmetern Verkaufsfläche in den Arkaden“, so Stahlhut.

Keine neue Linksabbiegerspur in der Bürgermeister-Stöckle-Straße von Bad Wörishofen

Weil das zweite Tiefgaragen-Untergeschoss entfalle, rechne man mit einem geringeren Verkehrsaufkommen.

„Die Straßenachse der Bürgermeister-Stöckle-Straße bleibt im Wesentlichen wie bisher bestehen, eine Linksabbiegespur ist nicht mehr erforderlich“, so Stahlhut.

Dafür wurden die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage getrennt und die Einfahrt nach Süden verlegt. „So ist die Tiefgarage eben und ohne Rampe komfortabel zu befahren“, erklärt Stahlhut.

Der eher runde Baukörper mit der geplanten Brauerei in der Ebene U1 wurde nochmals weiter von der Stöckle-Straße abgerückt.

Gastronomie samt Café und das Einzelhandelsgeschäft entstehen im Erdgeschoß. In der zweiten Etage sollen Mietwohnungen entstehen, wie bisher auch schon. Im dritten Stock ist „Beherbergung geplant“, so Stahlhut. An der Brauerei im halbrunden Gebäude hält Glass fest.

Das Löwenbräu-Gebäude wird zudem niedriger – und bekommt an einer entscheidenden Stelle eine neue Dachform. Man verzichte auf das mittige Pagodendach und auch auf das darunterliegende Vollgeschoss“, berichtet Stahlhut.

„Das liegt nicht an der Stadt“, sagt Glass zu den vorgenommenen Änderungen. Man habe diese Entscheidungen aus eigenen Erwägungen getroffen. Ursächlich dafür seien die Einsprüche gegen das Projekt gewesen, sagte Glass der Mindelheimer Zeitung am Donnerstag nach der Sitzung. Verlesen wurden 74 Stellungnahmen von Behörden und vor allem von Anwohnern. Diese befürchteten durch das Großprojekt Nachteile für ihre Häuser und Wohnungen. Es bleibe bei der einst geschätzten Investitionssumme von rund 40 Millionen Euro. Glass freute sich nach der Sitzung über das klare Votum der Ratsrunde für die neuen Pläne. Der Stadtrat billigte gegen zwei Stimmen die Entwürfe des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sowie die Vorhaben- und Erschließungspläne. Nun steht erneut eine öffentliche Auslegung an. Zuvor jedoch, aus das wurde beschlossen, muss der notwendige Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und Glass abgestimmt werden. Bürgermeister Stefan Welzel (CSU) berichtete zum Ende der Sitzung, er habe die Sitzungspläne angepasst, um das Großprojekt nun möglichst schnell weiter zu bringen. Bereits am 15. März könne sich der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigen, wenn der Vertragsentwurf bis dahin vorliege.

Diskussion um die neue Zufahrt in die Tiefgarage der Löwenbräu-Arkaden Bad Wörishofen

Den getroffenen Abwägungen zu den Stellungnahmen und Einwänden stimmte der Rat ebenfalls zu. Keine Mehrheit gab es dagegen für den Antrag von Paola Rauscher (Grüne), die über das geplante Wohngebäude getrennt von den eigentlichen Arkaden abstimmen wollte. Zu einer längeren Diskussion hatte die neue Zufahrt in die Tiefgarage geführt. Diese soll nun ebenerdig erfolgen, allerdings mit einer Einfahrt und der Ausfahrt an einer anderen Stelle. Mehrere Redner baten darum, eine gemeinsame Ein- und Ausfahrt zu schaffen, damit wenigstens der Platz vor dem Löwenbräu-Arkaden gestaltet werden könne, wenn es schon keinen Löwen-Platz geben wird. Auch Bürgermeister Welzel bat darum, dies zu prüfen. Zur Auflage wurde die Zusammenlegung aber nicht gemacht. Dass die Trennung der Zugänge erfolgen muss, um die Lärmschutzbestimmungen einzuhalten, erläuterte der Vertreter des Fachbüros. Manfred Pistel vom Bauamt Bad Wörishofen ergänzte, dass nun weitere Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden müssten, weil das Haus, das für den Löwen-Platz abgerissen werden sollte, nun ja stehenbleibe. Glass hat das Gebäude nicht gekauft.

Glass würde gerne im Oktober mit den Arbeiten beginnen. Bevor der Neubau beginnen kann, muss er noch den Altbestand der ehemaligen Löwenbrauerei abreißen. Ein weiterer Bericht zum Verlauf der Debatte im Stadtrat folgt.

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