Newsticker

Söder fordert bundesweit einheitliche Regeln für regionale Corona-Gegenmaßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Klassische Töne von jungen Komponisten

24.06.2009

Klassische Töne von jungen Komponisten

Kirchheim Sie gelten als der Inbegriff hoher musikalischer Frühbegabung und waren mit Streicherkompositionen im Konzert des Augsburger Kammerorchesters unter der bewährten Leitung von Bernd-Georg Mettke im ehrwürdigen Kirchheimer Schloss zu hören: W. A. Mozart schrieb sein Divertimento, F-Dur, KV 138 als 16-Jähriger; Felix Mendelssohn-Bartholdy brachte seine Sinfonie für Streicher No. 10, h-Moll, 1823 als 14-Jähriger zu Papier.

Die versierten Musiker aus Augsburg schätzen seit 24 Jahren die Akustik des Zedernsaales und die Gastfreundschaft von Fürstin Angela. Sie können sich zu Recht als "das Haus-Kammerorchester" der Fuggerschen Familie in Kirchheim bezeichnen.

Es gelingt ihnen immer wieder, neben dem klassischen Standardprogramm neue Akzente zu setzen. So wählte Bernd-Georg Mettke unter der Thematik "Junge Meisterkomponisten" die obigen klassischen Werke aus und - man war darauf gespannt - übernahm die Erstaufführung des Violinkonzertes in h-Moll des 17-jährigen Micha Haupt aus Erding. Dieser ist im Zedernsaal kein Unbekannter. So zeigte der bescheidene und doch selbstsichere Jugendliche in den vergangenen zwei Jahren in seinen Erstkompositionen in Klaviersonaten, Kammermusiken und Choralbearbeitungen, die er spielte und leitete, erstaunliches Können. Auch in seinem Violinkonzert bedient er sich der kompositorischen Mittel des 18. Jahrhunderts. Johann Sebastian Bach ist sein großes Vorbild. Pinchas Adt gestaltete den Violin-Solopart elegant und technisch bravourös. Vielleicht wäre nun bald die Zeit für Micha Haupt gekommen, weniger zu adaptieren und eigenständiger, persönlicher und zeitgemäßer zu komponieren, auch wenn das Publikum für diese "Nachbarock-Komposition" reichen Beifall spendete.

Opulentes Saxophonkonzert

In eine ganz andere Welt führte das Konzert für Saxophon und Streichorchester von Alexander Glasunow (1865 - 1936), das sicher der Höhepunkt dieses schönen Konzertnachmittages war. Der russische Komponist, 1905 bis 1930 Direktor des renommierten Petersburger Konservatoriums, orchestriert hervorragend und gilt als Meister der Formengebung. Darüber hinaus besitzt er ein Gespür für den Einsatz von Soloinstrumenten, so auch für das Saxophon. Dieser "Zwitter" aus Blechblas- und Holzblasinstrument, der beide Vorzüge besitzt, aber aufgrund seines dominanten Tones von den anderen Orchesterinstrumenten (und auch klassischen Komponisten) nicht so "geliebt" wird, fand in Hans-Christian Dellinger (*1976) einen Spieler, der dem Instrument mit weicher Tongebung seine Dominanz nahm und die reich gestaltete Melodie in den kammermusikalischen Streicherklang einbettete, zumal die Spieler unter Mettkes Führung versiert, prägnant und einfühlsam begleiteten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren