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Klinikverbund Allgäu zum Erfolg verdammt

Klinikverbund Allgäu zum Erfolg verdammt
Kommentar Von Johann Stoll
26.06.2020

Plus Unser Autor macht sich Gedanken über die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Unterallgäu. Ein Kommentar.

Wie wichtig eine gute und flächendeckende Krankenhausversorgung ist, hat uns die Corona-Krise deutlich vor Augen geführt. Wie sich der Klinikverbund Allgäu in Zukunft behaupten wird, zu dem die Häuser Mindelheim und Ottobeuren gehören, hat also unmittelbare Folgen für die medizinische Versorgung der Menschen im Unterallgäu.

Aufsichtsratsposten des Allgäuer Klinikverbunds von Bedeutung

Deshalb hat es schon eine gewisse Bedeutung, wer im Aufsichtsrat des Klinikverbundes dabei ist und über die Weichenstellungen wacht. Denn bei aller öffentlich zur Schau getragenen Begeisterung über den Zusammenschluss sind viele Fragen eben noch nicht geklärt. Welches Haus kann sein Profil besonders schärfen? Bekommen die Kliniken auch ausreichend Patienten aus dem gesamten Allgäu zugewiesen? Wie fair geht es zu oder läuft das Ganze am Ende darauf hinaus, dass die einen die Gewinner sein werden und die anderen das Nachsehen haben?

Die ersten vorliegenden Zahlen scheinen eher darauf hinzudeuten, dass Ottobeuren und Mindelheim nicht zu den Gewinnern zählen. Deren Auslastung war im Mai am schlechtesten, wie ein Insider berichtet. Mit dem früheren Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather wurde nun ein neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats gewählt. Damit sollte eigentlich sichergestellt sein, dass die Interessen der Kliniken Mindelheim und Ottobeuren gegenüber den mächtigen Oberallgäuern und Kemptenern gewahrt werden.

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Warum kein praktizierender Arzt?

Mit Dr. Max Kaplan aus Pfaffenhausen ist sogar ein zweiter Experte aus dem Unterallgäu vertreten. Kaplan ist zweifellos ein gut vernetzter Funktionär und kennt sich bestens in der Krankenhauslandschaft aus. Aus der Praxis kommt Kaplan aber nicht mehr. Für Mindelheim und Ottobeuren wäre es aber wichtig, dass die niedergelassenen Ärzte ihre Krankenhäuser stützen. Hier wäre ein Vertreter der praktizierenden Ärzte, die es auch gegeben hätte, wohl die bessere Wahl gewesen. Dass Weirather aber auf der Personalie Kaplan, mit dem er persönlich gut kann, in einer Art Basta-Ansage beharrt hat, sagt viel über den Führungsstil Weirathers aus. Eines aber ist damit auch klar: Die beiden sind zum Erfolg verdammt. Denn die Unterallgäuer werden sehr genau hinschauen, wie es mit ihren Krankenhäusern weitergeht.

Lesen Sie auch unseren Hauptartikel zu diesem Thema: Klinikverbund Allgäu stellt sich neu auf

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