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Bad Wörishofen

04.12.2019

Kneippianum: Orden und Investor stehen zu Konzept

Rolf Bläsius (von links), Werner Schilcher, Frater Benedikt Hau und Ansgar Dieckhoff bei einem gemeinsamen Termin im Juni in München.
Bild: Markus Heinrich

Plus  „Der Bauausschuss vergibt eine große Entwicklungschance“ für Bad Wörishofen, finden die Partner.

Die Barmherzigen Brüder setzen weiterhin auf ihr soziales Nutzungskonzept für das Kneippianum in Bad Wörishofen. Das teilte der Orden am Dienstagnachmittag auf Nachfrage der Mindelheimer Zeitung mit.

Der Bauausschuss hatte am Montagabend nicht das erforderliche gemeindliche Einvernehmen für eine Ausnahme vom Bebauungsplan erteilt. Diese ist aber für die Umsetzung der Pläne für das neue Kneippianum erforderlich, da der Bebauungsplan bisher grundsätzlich nur den Betrieb von Kureinrichtungen zulasse, wie der Orden mitteilt.

Der Bauausschuss „vergibt eine große Entwicklungschance für die Stadt“, heißt es in der Mitteilung des Ordens.

Kneippianum: Orden und Investor stehen zu Konzept

Ansgar Dieckhoff ist als Verwaltungsdirektor für kaufmännischen Fragestellungen und insbesondere Immobilienangelegenheiten bei den Barmherzigen Brüdern zuständig. Er betont: „Wir halten an unserem Konzept fest, weil es eine optimale Nutzung des Gebäudes sichert und attraktiv für Bad Wörishofen ist.“ Die Barmherzigen Brüder wollen jetzt – vor nächsten Schritten – erst einmal die schriftliche Begründung des Ausschuss-Beschlusses abwarten.

Das sagt der Orden zu dem vom Bürgermeister genannten möglichen Investor

In der Sitzung des städtischen Gremiums sei „von einem angeblichen Kaufinteresse eines Rehabilitationsbetreibers“ für das Kneippianum gesprochen worden, das bei der Stadt eingegangen sein solle, wie es der Orden formuliert. Dazu sagt Ansgar Dieckhoff: „Dieser ist mir nicht bekannt.“ Bürgermeister Paul Gruschka (FW) hatte in der Sitzung am Montag gesagt, seit dem 27. November gebe es einen möglichen Investor für ein Reha-Zentrum oder eine Klinik.

So verlief die Bauausschusssitzung zum Kneippianum:

Kneippianum: Wegweisende Entscheidung gefällt

Rolf Bläsius ist Projektentwickler und Geschäftsführer der MBI Real Estate GmbH (München), die für die neue Konzeption des Kneippianums verantwortlich ist. Er will dort unter anderem betreutes Wohnen, Arztpraxen, Physiotherapie, Schwimmbad und Wohngruppen für demenziell erkrankte Menschen einrichten und das Haus für die Bevölkerung öffnen und zugänglich machen. Rolf Bläsius hält die Realisierung der sozialen Nutzung im Kneippianum trotz des ablehnenden Beschlusses weiter für realistisch. Er betont: „Wir wünschen uns eine breite Diskussion zu unserem Konzept, das an das Wirken von Sebastian Kneipp anknüpft. Dazu sind wir bereit – und auch offen für Anregungen und Ideen der Stadt.“

Das Kneippianum soll erhalten und wieder Teil des öffentlichen Lebens werden

Seit 2018 steht das Kneippianum leer. Die Barmherzigen Brüder möchten es an die Primus Concept Immobilienpartner Holding AG veräußern. Ihr Ziel ist es nach Angaben des Ordens, das geschichtsträchtige Gebäude zu erhalten, längerfristigen Leerstand zu vermeiden und das Kneippianum wieder als Teil des öffentlichen Lebens in der Stadt lebendig werden zu lassen – und das am besten bis zum Kneipp-Jubiläum im Jahr 2021.

Deshalb bedauern Orden, Projektentwickler und Investor unisono die Entscheidung des Ausschusses. Ansgar Dieckhoff sagt: „Wir haben uns sehr für eine soziale Nachnutzung des Kneippianums engagiert und bleiben auch dabei. Das vorliegende Nutzungskonzept ist eine große Entwicklungschance für die Stadt.“ (mz. m.he)


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