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Türkheim

26.05.2020

Kraftwerk in Türkheim: „Stoppen Sie die Planungen!“

Solche Bilder bestätigen die Wertachfreunde, dass die Wertach am Walterwehr bei Türkheim kein neues Wasserkraftwerk verträgt. Schon jetzt leide die Wertach unter den anhaltend trockenen Sommern, das zeige auch dieses Foto vom Wehr mit Kraftwerk in Irsingen eindrucksvoll.

Plus Die Wertachfreunde sehen sich bestärkt in ihrer Forderung an den Betreiber, das geplante Wasserkraftwerk am Walterwehr an der Wertach bei Türkheim nicht zu bauen.

Die Wertachfreunde machen weiter Front gegen das geplante Wasserkraftwerk der Bayerischen Landeskraftwerke (LaKW) am Walterwehr. In einem „Offenen Brief“ appelliert Leo Rasch im Namen der Wertachfreunde an LaKW-Geschäftsführer Thomas Liepold: „Stoppen Sie die Planungen zu dem Kraftwerk am sogenannten Walterwehr bei Türkheim!“

Rückenwind bekamen die Wertachfreunde auch durch zahlreiche Leserbriefe in der Mindelheimer Zeitung, deren Verfasser sich einmütig gegen das Wasserkraftwerk aussprachen. Rasch: „Ein Befürworter zu dem Kraftwerk hat sich offensichtlich nicht gemeldet.“

Daher erinnern die Wertachfreunde den LaKW-Geschäftsfürher an dessen Aussage: „Wenn die Türkheimer das Kraftwerk nicht wollen, dann bauen wir es auch nicht“. Für die Wertachfreunde hat auch die jüngste Diskussion eindrucksvoll gezeigt, dass genau das der Fall ist: Die Türkheimer wollen das Kraftwerk nicht.

Die Naturschützer führen das wiederholt niederschlagsarme Frühjahr an

Zudem zeigte wiederholt das extrem niederschlagsarme Frühjahr anhand von ausgetrockneten Bachbetten und minimalen Pegeln in den Flüssen die veränderten Umweltbedingungen.

Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, dass viele Türkheimer die Wertach als Naherholungsgebiet nutzen und schätzen: „In dieser Krise zeigt sich sehr deutlich, wie wichtig die ortsnahen Erholungsmöglichkeiten sind“, so Rasch mit Blick auf das Wehr und das dort geplante Wasserkraftwerk, mit dessen Bau die Wertach an dieser Stelle ein anderes Bild abgeben würde: „Ein unwiederbringlicher Verlust, wenn diese einmalige Stelle durch den geplanten Kraftwerksbau entwertet wird“, so Leo Rasch.

„Eine fischfreundliche Turbine gibt es nicht“, kritisieren die Kraftwerksgegner

Wie berichtet, sieht Rasch die Bemühungen des Kraftwerksbetreibers bei der Suche nach einer geeigneten Turbine mit einiger Skepsis: „Eine fischfreundliche Turbine gibt es nicht, sie tötet nur weniger“. Der beste Fischschutz sei daher eine konstante Wasserführung, kritisiert Rasch: „Und genau das haben wir am Walterwehr nicht“.

Für Fische sei der Turbinentyp sehr entscheidend für die Überlebens- bzw. Sterberate beim Durchschwimmen. Es werde laut Rasch aktuell viel geforscht, um die Turbinen „fisch-freundlicher“ zu gestalten.

Wie mehrfach berichtete, soll neben dem bestehenden Wehr ein neues Kraftwerk mit einer Leistung von etwa 3,2 Millionen kWh entstehen, ausreichend für etwa 1000 Haushalte. Die volle Leistung werde an 60 Tagen pro Jahr erreicht, an 180 Tagen werde lediglich eine Teillast bereitgestellt und an 120 Tagen käme es zum Stillstand infolge Wassermangels, wie Liepold bei einer Präsentation des Projekts im Sommer der Türkheimer Öffentlichkeit erklärte.

Und genau diese Tatsache war einer der großen Kritikpunkte, die von mehreren Rednern vorgebracht wurden. Die Frage sei, welchen Sinn ein Kraftwerk mache, das an 120 Tagen keinen Strom produziere, hieß es damals.

Dem hielt Liepold schon damals entgegen, dass es ja nicht so sei, dass die 1000 Haushalte an 60 Tagen ohne Strom seien, da dies nur ein theoretischer Wert sei, die tatsächliche Verteilung sehe anders aus. Er machte deutlich, dass es der Wunsch des Freistaates sei, an dieser Stelle ein Kraftwerk zu bauen.

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Planungsstau beim Walterwehr-Kraftwerk

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