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Unterallgäu

24.06.2019

Kreiskliniken erwirtschaften moderates Defizit

Die Kreiskliniken Unterallgäu wollen mit den Kliniken im Oberallgäu und in Kempten fusionieren. Jetzt macht sich bei der Belegschaft in Mindelheim und Ottobeuren Unruhe breit.
Bild: Pazicky

Plus Gut eine halbe Million Euro muss der Landkreis für 2018 ausgleichen. Das ist eine gute Nachricht im Vergleich zu vielen anderen Krankenhäusern.

Die Kreiskliniken in Mindelheim und Ottobeuren haben im vergangenen Jahr mit einem Defizit von 507 000 Euro abgeschlossen. Das gaben Vorstand Franz Huber und Landrat Hans-Joachim Weirather im Anschluss an eine Verwaltungsratssitzung der Kreiskliniken bekannt.

Der Landkreis unterstützt seine Krankenhäuser in Mindelheim und Ottobeuren Jahr für Jahr mit vier Millionen Euro

Das Mindelheimer Krankenhaus habe sogar mit einem leichten Plus abgeschlossen, sagte Huber. Das gesamte Defizit geht also auf das Konto der Ottobeurer Krankenhauses. Gründe für die unterschiedliche Entwicklung nannte Huber nicht. Im Jahr 2017 lag das Gesamtminus lediglich bei 79 000 Euro. 2016 waren es aber noch 1,6 Millionen und die Jahre davor 1,8, beziehungsweise 863 000, 1,7 Millionen, 2,7 Millionen und sogar 3,8 Millionen Euro im Jahr 2011. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen zeigte sich Weirather sehr erfreut über die Zahl.

Im Haushalt 2019 hält der Kreistag 4,92 Millionen Euro für die Kreiskliniken bereit. Damit kann das Klinikum für die anstehenden Großinvestitionen von 75 Millionen Euro in den nächsten Jahren ein Polster ansparen. Der Landrat rechnet mit 50 Millionen Euro Zuschüssen vom Freistaat Bayern. Den Rest muss der Landkreis aus Eigenmitteln finanzieren. Auch in den nächsten Jahren hat der Landkreis in seiner Finanzplanung festgelegt, Jahr für Jahr vier Millionen Euro an die Kreiskliniken zu überweisen.

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Huber sagte, das Ergebnis sei nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter erzielt worden. Es seien 20118 acht neue Vollzeitstellen geschaffen worden, sodass der Mitarbeiterstamm auf 850 angewachsen ist.

Die Zahl der Patienten ist 2018 auf ein neues Allzeithoch von knapp 15. 000 gestiegen. In Mindelheim wurden 9.238 Menschen behandelt, in Ottobeuren 5.740. Diese hohen Zahlen werden laut Huber künftig nicht mehr zu halten sein. Vieles sei vom Gesetzgeber in den ambulanten Bereich verlagert worden.

Die Personal- und Sachkosten werden aber weiter steigen. „Sie steigen stärker an, als uns die Krankenkassen ausgleichen“. Von der anstehenden Fusion mit den Allgäuer Kliniken erhofft sich Huber, dass sich mehr Patienten im Allgäu versorgen lassen und nicht nach München, Augsburg oder Ulm abwandern.

Jahresabschlüsse beziehungsweise Wirtschaftspläne von Klinikverbünden in Schwaben und Oberbayern, die bereits veröffentlicht wurden:

Kreiskliniken Unterallgäu

Jahresabschluss 2018: - 507.000 Euro.

Kliniken der Kreisspitalstiftung Weißenhorn

Jahresabschluss 2017: - 13,1 Mio. Euro.

Kreiskliniken Günzburg und Krumbach

Wirtschaftsplan 2017: - 4 Mio. Euro.

Klinikum Memmingen

Jahresabschluss 2018: - 6,3 Mio. Euro.

Klinikverbund Kempten-Oberallgäu

Jahresabschluss 2018: + 2 Mio. Euro.

Wertachkliniken

Jahresabschluss 2018: + 73.414 Euro.

Klinikum Fürstenfeldbruck

Jahresabschluss 2017: - 500.000 Euro..

Klinikum Landsberg a. L.

Jahresabschluss 2017: - 496.000 Euro.

Kliniken Weilheim/Schongau Jahresabschluss 2018: - 4,77 Mio Euro.

Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren Jahresabschluss 2017: - 3,7 Mio. Euro.

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