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Künstliche Aufregung in der Ottobeurer Kunstausstellung

Künstliche Aufregung in der Ottobeurer Kunstausstellung
Kommentar Von Sandra Baumberger
30.07.2020

Plus In einer Kunst-Ausstellung zum Mitmachen in Ottobeuren hat die ganze Familie viel Spaß. Nur eine vermeintliche Kunstkennerin ist nicht ganz informiert.

Du bist die Kunst, lautet der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Museum für zeitgenössische Kunst in Ottobeuren zu sehen ist. Und dieser Name ist Programm: Gemälde mit 3D-Effekt laden die Besucher dazu ein, vor den Bildern zu posieren und etwa den Tiger, der da gerade aus dem Rahmen zu steigen scheint, am Schwanz zu ziehen. Ein großer Spaß für die ganze Familie – nur nicht für eine Besucherin, die sich selbst offenbar für besonders kunstsinnig hielt. „Gehst du wohl sofort von dem Bild da weg, das ist Kunst!“, raunzte sie meine Tochter an, die sich für die Kamera vor einer Zirkusdarstellung in Position gebracht hatte.

In der Ausstellung in Ottobeuren ist Mitmachen erwünscht

Als ich versuchte, der Dame zu erklären, dass das es bei dieser Ausstellung nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht ist, ganz nah an die Bilder heranzutreten, war sie bereits wutschnaubend weitergezogen. Unerhört sei das, wie sich die Leute (glücklicherweise meinte sie damit nicht nur uns, sondern auch die übrigen gut 20 Besucher) hier aufführten, ließ sie ihren Mann wissen.

Und nachgerade entsetzt war sie, als sie neben den Bildern die Schilder entdeckte, auf denen Anregungen für effektvolle Posen mit besagten Bildern abgebildet sind. „Das ist ja wirklich nicht zu fassen. Da geben die auch noch eine Anleitung, wie man diese schönen Bilder zerstört“, zeterte sie.

Ihr Mann indes schien begriffen zu haben, worum es bei der Ausstellung geht, und wirkte zunehmend peinlich berührt. Wobei man ja sagen muss: Sich derart aufzuregen, ist auch eine Kunst.

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