Landfrauentag im Unterallgäu

07.02.2016

Kuhstress vermeiden

Bloß keinen Stress! Was der Bauer tun kan, um entspannte Kühe zu haben, war jetzt Thema beim Bäuerinnentag in Oberrieden.
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Bloß keinen Stress! Was der Bauer tun kan, um entspannte Kühe zu haben, war jetzt Thema beim Bäuerinnentag in Oberrieden.
Bild: Becker

Wie tickt eine Kuh? In einem Vortrag beim Bäuerinnentag lernen die Frauen, wie sich neue Ställe auf die Rinder auswirken

Eine der negativen Entwicklungen im modernen Betrieb sind mehr Unfälle, die durch die Tiere verursacht werden, da sie mittlerweile meist in Laufställen untergebracht sind und nicht mehr nur angebunden werden. In der klassischen Anbindehaltung konnten die Tiere nur in besonderen Situationen den Menschen gefährlich werden, so wenn sie zum Klauenputzen gebracht werden sollten oder transportiert werden mussten. Auch jetzt noch sind dies die Momente, in denen Stress und Zeitdruck bei Vieh und Haltern oftmals zu Komplikationen führen. Dagegen hilft oft nur Ruhe und Geduld, beim Menschen, wie auch beim Tier.

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Der unterhaltsame Vortrag von Michael Miller mit dem Titel „Wie tickt meine Kuh?“, zeigte dabei auf, welche Sinne bei den Kühen wie arbeiten. Dabei ist das Sehen der wichtigste Aspekt: denn was sieht eine Kuh und wie nimmt sie es wahr? Kühe können schlecht den Übergang zwischen hell und dunkel verarbeiten und brauchen fünf mal mehr Zeit um sich daran zu gewöhnen. Außerdem haben sie nur genau vor sich ein scharfes Blickfeld, alles andere ist unscharf oder befindet sich sogar im toten Winkel.

Doch nicht nur das Sehen, auch das Riechen und Hören ist für die Kühe eine wichtige Sinneswahrnehmung die von den Besitzern oft unterschätzt wird. Nicht nur manch unangenehmer Geruch, sondern auch so manches Geräusch kann von den Rindern einwandfrei zugeordnet werden und macht die Tiere schon vor den Ereignissen ganz unruhig. Allein der Geruch bestimmter Menschen oder das Geräusch bestimmter Tätigkeiten kann somit schon zu Stress und daraus resultierend zu Zwischenfällen führen.

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Beim Vortrag vor den rund 50 Frauen wird schnell klar: Referent Michael Miller hat nicht nur viel praktische Erfahrung, er spricht außerdem äußerst unterhaltsam und anschaulich und hat so einige Tipps parat.

Johanna Herzog aus Oberrieden ist sich sicher, damit lässt sich was anfangen, vor allem die Informationen über das Sehvermögen werde sie demnächst beherzigen. Denn Kühe wollen sehen wohin sie gehen und sind äußerst vorsichtig gegenüber Dingen die am Boden liegen und sei es nur ein Schatten. Auch Irmgard Meier will einen der Tipps definitiv ausprobieren: mit den Händen in den Taschen die Tiere nerven, damit sie nicht extra mit dem Stock genötigt werden müssen, wenn sie zum Beispiel zum Melken gehen sollen. Allen voran ist es aber unbedingt notwendig zu wissen welches Tier in seiner Herde das Leittier ist. Und genau diesem Tier zu zeigen, dass immer noch der Bauer und die Bäuerin das Sagen haben.

Um den anwesenden Frauen diese sogenannte „Leckaufforderung“ auch gut demonstrieren zu können, musste Herbert Schweiger vom Amt für Landwirtschaft auch noch herhalten, denn Wissensvermittlung ist wichtig.

Und wenn sie dann auch noch kurzweilig daherkommt, werden die Teilnehmerinnen bestimmt davon profitieren können.

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