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Bad Wörishofen

20.11.2019

Kurzbetreuung für die Grundschule

Schule aus, aber die Eltern müssen noch arbeiten? Eine verkürzte Mittagsbetreuung soll Abhilfe schaffen.
Foto: König

Bad Wörishofens Stadtrat setzt die Forderung einer Elterninitiative um. So geht es nun weiter.

Eltern in Bad Wörishofen erhalten eine neue Betreuungsmöglichkeit. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, dass an der Pfarrer-Kneipp-Grundschule eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr eingeführt wird. Damit folgt der Rat dem Wunsch einer Elterninitiative. Noch allerdings müssen sich die Eltern gedulden.

Erst zum Schuljahr 2020/2021 wird es das neue Angebot geben. Dazu werden Kurzgruppen eingerichtet. Deren Anzahl richtet sich danach, wie viele Eltern ihre Kinder anmelden. Auf diese Flexibilität hatte Marion Böhmer-Kistler (CSU) gedrängt. „Mir ist wichtig, dass es keinen Wettbewerb unter den Eltern gibt, weil wir nur eine Gruppe beschlossen haben“, sagte sie.

Böhmer-Kistler glaubt, dass der Bedarf hoch sein wird. Auf der anderen Seite werde die neue Mittagsbetreuung aber auch Entlastung im Hort bringen, wo es eine Warteliste gebe, zudem für die bestehenden Ganztagsangebote der Schule. Auf einem anderen Blatt steht noch, wo die Kinder der Kurzgruppen untergebracht werden. Konrad Hölzle (CSU) forderte hier Klarheit. Hölzle brachte eine Lösung mit Containern ins Spiel, weil er Zweifel hegt, dass dies im bestehenden Gebäude möglich ist. „Da müssen Sie zaubern können“, beschied er dem Geschäftsleiter des Rathauses, Martin Aicher. Diese hochwertigen Container aus dem Hausbau-Bereich könnte die Stadt später anderweitig verwenden, etwa als Obdachlosenunterkünfte. Aicher wiederum berichtete, man habe sich schon Gedanken über Lösungen gemacht. Wenn das klappe, müsse auch niemand zaubern können. Was genau er vorhat, sagte Aicher allerdings nicht.

Die Mensa ist für neue Angebote zu klein

Baureferent Wilfried Schreiber (FW) forderte zudem, die Stadt müsse nun zeitnah die Mensa vergrößern. Das zu tun, sei einfach. Schon Aicher hatte darauf hingewiesen, dass die bestehende Mensa für neue Angebote zu klein sei. Die Kinder der Kurzgruppen sollen in ihren Betreuungsräumen essen.

Grünen-Fraktionssprecherin Doris Hofer brachte zudem das Thema Busanbindung auf. Es habe schon früher einmal einen Bus um 14.10 Uhr gegeben, berichtete Aicher. Gemeinsam mit den Betreibern könne man so ein Angebot sicher wieder einrichten.

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Die neuen Kurzgruppen sollen im Rahmen der offenen Ganztagsbetreuung umgesetzt werden, berichtete Aicher. Es handele sich um separate Gruppen, die vom Schulende bis 14 Uhr betreut werden. Das nötige Personal könnte vom Kooperationspartner der Stadt bei der offenen Ganztagsschule gestellt werden. Die Stadt rechnet mit jährlichen Kosten von 2500 bis 5000 Euro pro Gruppe. Auf die Eltern werden wohl nur die Kosten für das Mittagessen zukommen, hieß es. Mindestens zwölf Schüler müssen angemeldet werden, damit eine Gruppe zustande kommt. Auf ein mögliches Problem wies Aicher noch hin: Wenn viele Kinder von bestehenden Langgruppen in neue Kurzgruppen wechseln, würde womöglich eine Langgruppe wegfallen. Für Eltern, die eine solche benötigen, gebe es dann weniger Betreuungsplätze.

So können Eltern ihre Kinder für die Kurzgruppen anmelden

Das neue Angebot stieß im Stadtrat auf große Zustimmung. „Wir von der CSU haben uns mit Kreisrat Jürgen Bäurle dafür stark gemacht“, sagte Böhmer-Kistler. „Das ist ein ganz wichtiges Thema.“

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Es sei „abslut wichtig, so eine Kurzgruppe einzuführen“, sagte Zweiter Bürgermeister und CSU-Fraktionssprecher Stefan Welzel. Er wies auf steigende Schülerzahlen hin und stellte die Frage, wie die Schule dem per Raumplanung begegnen will. Diese Planung gebe es aber noch nicht, berichtete Aicher. Wie die Schulleitung zu den Kurzgruppen stehe, wollte Baureferent Schreiber wissen. Aicher berichtete dazu, Rektor Bernd Petzenhauser habe ihm gegenüber bislang nicht gesagt, ob er dafür oder dagegen sei. Er glaube aber, so Aicher, dass der Schulleiter auch das Problem der Räumlichkeiten sehe. Die Anmeldung für die Kurzgruppen in den Klassen 2 bis 4 soll im März 2020 möglich sein, am Tag der Schuleinschreibung. Dass es diese Gruppen nun geben wird, geht auf die Arbeit einer Elterninitiative um Milena und Stefan Lindenau zurück. Sie hatten den Fokus darauf gelenkt, dass viele Eltern keine Ganztagsbetreuung benötigen, wohl aber eine bis 14 Uhr.

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