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Wiedergeltingen

30.03.2019

Laienschauspieler ziehen alle komödiantischen Register

Ende gut alles gut. Nach einer turbulenten Eheschlacht, treffen sich alle Mitwirkenden im Frühstücksraum der „ Pension Therese“ und beraten, wo sie zum gemeinsamen Essen hingehen könnten. Das Gasthaus „Ritter“ ist ja leider geschlossen, bedauern die Wiedergeltinger Volkschauspieler.
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Ende gut alles gut. Nach einer turbulenten Eheschlacht, treffen sich alle Mitwirkenden im Frühstücksraum der „ Pension Therese“ und beraten, wo sie zum gemeinsamen Essen hingehen könnten. Das Gasthaus „Ritter“ ist ja leider geschlossen, bedauern die Wiedergeltinger Volkschauspieler.
Bild: Franz Issing

Der Theaterverein lädt in die „Pension Therese“ ein und strapaziert die Lachmuskeln der Zuschauer. Ein fantastischer Theaterspaß für die ganze Familie.

Auf den Brettern, welche die Welt bedeuten, fühlt sich die Spielgruppe des Theatervereins längst zu Hause. Und auch Erfolg ist für das erfahrene Ensemble kein Fremdwort mehr. Kürzlich hieß es wieder „Vorhang auf“ für den lustigen Dreiakter „Ruhestand – und plötzlich war die Ruhe weg“ aus der Feder von Regina Rösch. Das Stück verspricht einen Besucherrekord. Die Premiere jedenfalls nährte derlei Prognose.

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Szenenapplaus für den Wiedergeltinger Theaterverein

Die Inszenierung der Story war so recht nach dem Geschmack des Publikums, das immer wieder auf offener Szene applaudierte. Serviert wurde leicht verdauliche Theaterkost, gewürzt mit flotten Sprüchen, angereichert mit einer Fülle von Pointen und mit viel Witz gespielt. Mit passenden und stilechtem Bühnenbild wurde auch etwas fürs Auge geboten.

Die turbulente Handlung spielte im Frühstücksraum einer Familien-Pension, wo Therese Klein, alias Karin Leinsle schaltete und waltete und ein zufriedenes Leben führte. Sie versorgte Haus und Familie, sah sich gerne „Sturm der Liebe“ und „Rote Rosen“ im TV an und liebte Kaffeeklatsch ebenso wie Tupperabende. Ihre Freizeit verbrachte sie am liebsten mit ihren beiden Freundinnen Gisela Hirsch (Alexandra Kobloch) und Karola Brand (Marianne Trübenbacher).

Laienschauspieler ziehen alle komödiantischen Register

Ihr schönes Leben nahm mit einem Schlag ein jähes Ende. Ehemann Julius Klein (Manfred Seitz) verließ nach 43 Jahren und fünf Monaten Dienstzeit seine treue Sekretärin Lieselotte Schlüpfer (Dagmar Hahn) und ging in den Ruhestand.

Während die beiden Freunde von Julius bereits Pläne für gemeinsame Unternehmen der „Rentnergang“ schmieden und sich bereits bei der „Hasenjagd“ auf Mallorca sehen, trauert Therese Klein um ihr „Lotterleben“. Ihr frisch pensionierter Ehemann hat sich vorgenommen, sowohl das Eigenheim, wie auch seine holde Gattin zügig auf Vordermann zu bringen.

Und so halten Jour-Fix, Teamarbeit und Businesspläne ihren Einzug und selbst das Mittagessen wird nur per Brainstorming geplant. Dagegen können selbst Tochter Beate (Carina Filser) und ihr sächselnder Freund und Verdachtsschwiegersohn Stefan Seubert (Thomas Glas) der nach Meinung des Hausherrn „nach dem Studium gleich in Rente gehen wird“ nichts ausrichten.

Therese Klein ist am Rande des Wahnsinnes und auch bei ihren Freundinnen ist nichts mehr so wie es war. Denn angespornt von ihrem Freund Julius und dessen Berliner Freund Karl Mai (Karsten Lincke) beginnen nun auch Erwin und Franz-Martin mit dem Optimieren ihrer „besseren Hälften“ und lassen die Sau raus. Die Nerven liegen blank. Die Frauen fühlen sich ihren Männern bedingungslos ausgeliefert. Scheidung kommt nicht in Frage, droht doch als Alternative zum Eheleben eine Brücke im Nebenort als einziger Unterschlupf und auch die Chance einen akzeptablen „Ladenhüter“ zu erwischen, geht angesichts zunehmenden Alters gegen Null.

Wiedergeltinger Theaterverein zeigt die hohe Schule schwäbischen Volkstheaters

Doch ganz allmählich regt sich bei den Damen Kampfgeist. Sie lassen ihre Männer im Stich und buchen einen legeren Wellness-Urlaub. Ganz auf sich allein gestellt, merken die Herren der Schöpfung, dass das bisschen Haushalt sich nicht von alleine macht. Und dann ergibt sich auch ohne Brainstorming eine gute Lösung. Drei Stunden lang zog das Ensemble alle komödiantischen Register. Vor allem Manfred Seitz brillierte in der Rolle des schrulligen und stets aufbrausenden Pensionisten, dem seine Frau nichts recht machen kann.

Wie Karin Leinsle und Manfred Seitz sich angiften und von einem Faux-pas zum nächsten stolpern, ist hohe Schule schwäbischen Volkstheaters. Und worüber sich das Publikum noch amüsiert. Rentner Julius Klein gibt in der Rolle des ewigen Grantlers und Paschas vor, alles im Griff zu haben. Mit seinen Nachbarn streitet er gar ob man Rente mit „t“ oder „d“ schreibt.

Zu Hochform laufen in diesem mitten aus dem Leben gegriffenen Schwank auch die übrigen Darsteller auf. Mit bissigem Humor und spritzigen Dialogen verteilen auch sie munter schwäbelnd ihre „Knallbonbons“.

So wird das Lustspiel zu einem Angriff auf die Lachmuskeln der Gäste und gibt einen Adrenalinstoß für die grauen Zellen. Ein absolutes Muss für die Freunde des heiteren Volkstheaters. Werden sie doch Zeuge einer mit viel Klamauk, Lügen, Beschuldigungen angereicherten Eheschlacht, auf er alle Mitwirkenden auch ohne Brainstorming wieder herausfinden. Das Premierenpublikum war sich einig in der Meinung: „ein fantastischer Theaterspaß für die ganze Familie“.

Wer einen Platz in der „Pension Therese“ buchen will, hat dazu noch am Samstag und Sonntag, 30. und 31. März, aber auch am Samstag und Sonntag, 6. und 7. April Gelegenheit. Der Vorhang öffnet sich auch am Samstag und Sonntag, 13. und 14. April sowie am Ostersonntag und Montag, 21. und 22. April. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es unter Telefon 0152/37183293 jeweils donnerstags und freitags von 18 bis 20 Uhr.

Lesen Sie dazu auch: Wo ist nur dieser Schwarzarbeiter?

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