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19.06.2009

Landrat fordert: Freistaat soll Gymnasium Ottobeuren übernehmen

Türkheim (jsto, m.he) - Die Entscheidung für ein Gymnasium Buchloe liegt Landrat Hans-Joachim Weirather schwer im Magen. Im Gespräch mit der MZ machte er gestern seinem Unverständnis noch einmal Luft. Ohne dass sich die Sachlage geändert hätte, sei eine Ablehnung durch das Kultusministerium durch den Bayerischen Ministerpräsidenten korrigiert worden. Auch wundere er sich über Finanzstaatssekretär Franz Pschierer, der seine "mutige und konsequente Haltung" gegen das Gymnasium Buchloe aufgegeben habe und nun das schulische Gesamtpaket als "runde Sache" preise.

Dass die Entscheidung wohl für Buchloe werde fallen, dafür hat das Landratsamt in den vergangenen Wochen Hinweise aus München bekommen. Nun allerdings hat der Landrat Fragen, wie es mit der Schulsituation im Landkreis Unterallgäu weiter geht. Ein offener Brief ist gestern dazu auf die Reise nach München zur Staatskanzlei gegangen. Darin fragt Weirather Ministerpräsident Horst Seehofer etwa, was der Freistaat zu tun gedenke, um das Gymnasium Türkheim nicht ausbluten zu lassen.

Von dem Gesamtkonzept, das offenbar im Kultusministerium erarbeitet worden ist, hat das Landratsamt bis dato keine Kenntnis, bedauerte der Landrat. Angesichts von wohl rund 22 Millionen Euro, die der Freistaat in Buchloe "für ein nicht notwendiges Gymnasium" investieren wolle, findet es der Landrat nun "sehr naheliegend", das Gymnasium in Ottobeuren in ein staatliches umzuwandeln. Es gehe hier um die mehr als berechtigten Interessen des Unterallgäus.

Hier liege eine einzigartige Situation ohne anderen Bezugsfall vor. Ein zweites Pro-Gymnasium gibt es nicht in Bayern, sagte Weirather sinngemäß. Schüler werden dort nur bis zur zehnten Klasse unterrichtet und müssen danach an eine andere Schule wechseln.

Landrat fordert: Freistaat soll Gymnasium Ottobeuren übernehmen

Da der Freistaat das achtstufige Gymnasium eingeführt hat, steht die Schule in Ottobeuren unter besonderem Druck. Deshalb hat sich der Kreistag bereits im Vorjahr einstimmig für den Vollausbau ausgesprochen. "Hierfür fordern wir seit Monaten eine tief greifende Unterstützung des Freistaats und die sukzessive Verstaatlichung der Schule", erinnert Weirather in seinem Brief. "Während das Staatsministerium für Unterricht und Kultus unsere Haltung eindeutig unterstützte, verfolgte das Staatsministerium der Finanzen hier bislang eine äußerst restriktive Haltung." Das Finanzministerium habe zwischenzeitlich auch die Vereinbarung aufgehoben, wonach bislang jedes Schuljahr ein bis zwei Lehrkräfte des kommunalen Schulträgers in den Staatsdienst übernommen wurden. In einigen Jahren wäre der Freistaat somit automatisch Träger der Schule geworden. Auch die Entwicklung der Fachoberschule in Bad Wörishofen ist Weirather ein Anliegen. Hier sollte der Zweig Sozialwesen angeboten werden. Mit dieser zusätzlichen Ausbildungsrichtung könnte die Klassenbildung für eine Abiturklasse FOS 13 möglich werden. Gegenüber der MZ hatte Staatssekretär Pschierer bereits bestätigt, dass dies vorgesehen sei - vorbehaltlich der Finanzierung.

Für Memmingerberg (Gelände Fliegerhorst) sieht Weirather nun die Zeit reif für eine Außenstelle als Fachhochschulstandort in Kooperation mit den Hochschulen Kempten oder Neu-Ulm. Das sei ein wichtiges bildungspolitisches Ziel, sagte der Landrat.

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