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Kliniken

26.08.2011

Landrat fordert gemeinsames Handeln

Fleschhut kritisiert Alleingang zweier Verwaltungsräte und seiner Stellvertreterin

Buchloe/Ostallgäu Die Zukunft des Klinikenverbundes Ostallgäu-Kaufbeuren nach der Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses beschäftigt derzeit viele Ostallgäuer. Vor einigen Tagen stellten Angelika Schorer (Vize-Landrätin des Ostallgäus und CSU-Landtagsabgeordnete), Dr. Christian Alex (CSU, Mitglied des Verwaltungsrates der Kliniken) und Dr. Hans Ketterl (externes Mitglied des Verwaltungsrates) einen Antrag an den Verwaltungsrat, der ein neues Konzept beinhaltet. Das rief nun den Landrat und stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden Johann Fleschhut (Freie Wähler) auf den Plan. Er kritisiert den Alleingang des Trios und fordert die Ostallgäuer zur Bündelung der Kräfte auf.

„Wer jetzt wiederum eigene Wege geht und dies sogar öffentlich, hat möglicherweise nicht die erfolgreiche Neustrukturierung, sondern Öffentlichkeitswirkungen im Sinn“, schreibt der Landrat an die Verwaltungsräte Ketterl und Alex. Fleschhut verweist auf das am 11. August unter seiner Leitung gegründete „Aktionsbündnis Krankenhaus Marktoberdorf“. Dabei sei einvernehmlich festgelegt worden, „gemeinsam, gebündelt und koordiniert vorzugehen“. Der Erfolg hänge davon ab, „ob wir ein gemeinsames Ziel auch gemeinsam durchsetzen können“.

Fleschhut hält es derzeit für nicht richtig, „in pauschaler Weise öffentlich über ein medizinisches Versorgungszentrum“ für Marktoberdorf zu diskutieren. Zudem kritisiert der Landrat, dass die Zukunft des Buchloer Krankenhauses in dem Konzept zu kurz komme. Es müsse ein vollwertiger Teil des Darmzentrums Kaufbeuren werden und nicht nur „Hilfsdienste“ leisten dürfen. Im Gegensatz zu den Antragstellern möchte Fleschhut ferner in Füssen ein Konzept für Gynäkologie und Geburtshilfe aufbauen.

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Abschließend bittet Fleschhut Ketterl und Alex, „nunmehr gemeinschaftlich vorzugehen, um einen Erfolg in der Nachnutzung Marktoberdorfs und bei der Neustrukturierung der weiteren Kliniken zu gewährleisten“.

Wie es mit den Kliniken weitergeht, das wird Thema der nächsten Verwaltungsratssitzung am 29. September sein. Laut dem Vorsitzenden und Kaufbeurer OB Stefan Bosse steht an diesem Tag der von Schorer, Ketterl und Alex eingereichte Antrag auf der Tagesordnung. Der Verwaltungsrat habe zwar nicht nur die Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses, sondern auch noch an die 30 weitere Punkte für die Umstrukturierung der verbleibenden vier Kliniken in Füssen, Obergünzburg, Kaufbeuren und Buchloe beschlossen. Aber konstruktive Vorschläge könnten stets diskutiert werden. Zudem müsse er Anträge von Verwaltungsräten auf die Tagesordnung nehmen.

Laut Bosse ist allerdings für strukturelle Maßnahmen weiterhin eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Derzeit gelte beispielsweise der Beschluss, dass die Geriatrie in Füssen ausgebaut wird. Der Antrag sieht allerdings unter dem Dach einer eigenen Betreibergesellschaft eine Verlagerung nach Marktoberdorf vor. Dies könne nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit verwirklicht werden. Mit einfacher Mehrheit hingegen kann der Verwaltungsrat beschließen, ob die Unternehmensberatung Kienbaum das Kommunalunternehmen auch bei der Umsetzung der beschlossenen Umstrukturierungen begleiten soll. Auch dies wird am 29. September zur Abstimmung gestellt.

Entschieden zurück weist Bosse die jüngsten Darstellungen der Verwaltungsrätin Brigitte Schröder aus Günzach. Bosse betont, dass es „absolut sinnlos ist“, die Ergebnisse der einzelnen Krankenhäuser zu betrachten, wenn Leistungen zwischen den Kliniken ausgetauscht werden. So dürfe etwa das Defizit des Schwerpunktkrankenhauses Kaufbeuren nicht getrennt von den Leistungen und Überkapazitäten der anderen Krankenhäuser im Ostallgäu gesehen werden.

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