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Veranstaltung

07.11.2018

Liebe, Leidenschaft und Freude am Genuss

Können sich „glücklich schätzen, so jemanden zu haben“: Chorleiter Thomas Müller (Mitte) und Liederkranz-Vorsitzende Christa Stiegeler (rechts) bedankten sich im Anschluss bei Karin Hartig für deren Begleitung am Klavier. Ein kleines Präsent gab’s obendrein.
Bild: Regine Pätz

Der Liederkranz Ettringen hatte eingeladen – und holte sich mit dem Männerchor Herbishofen fast ein wenig Konkurrenz ins Haus

Wenn der Liederkranz Ettringen unter der Leitung von Thomas Müller zum traditionellen Weinfest in die Alte Turnhalle lädt, dann kann man sich darauf verlassen, dass sie kommen, die Ettringer. Verlässlich füllten sich so auch diesmal wieder die Stuhlreihen an den mit Kerzen geschmückten Tischen.

Ein passend zu Wein und rustikaler Brotzeit zusammengestelltes Repertoire sollte die Gäste dabei erwarten und mit dem – wenn man so will – Aufmacher des Konzertabends, „Wir machen Musik“, bewiesen die Sängerinnen und Sänger des Liederkranzes gleich zu Beginn, dass sie eines ganz besonders gerne tun: Singen.

Bewegung ins Publikum kam dann schon beim zweiten Stück, dem „Ungarischen Tanz Nr. 5“ aus der Feder Johannes Brahms; in fein aufeinander abgestimmten Tonlagen interpretierten die Liederkranz-Sängerinnen und -Sänger damit ein flottes Stück, das sofort auf Widerhall stieß. Als darin Armin Fuchs sein erstes von zwei Soli des Abends darbot, erntete er dafür sogar ein paar begeisterte Jauchzer aus dem Publikum.

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Seine klare und ebenso feine Stimme erzählte von Liebe und Glück, in der anschließenden Csárdás-Melodie „Feurige Herzen, roter Wein“ gar von den Sinnesfreuden, die einem der Genuss des Rebensafts verheißt. Getragen wurde Fuchs’ Stimme ganz klar vom Ensemble des Liederkranzes und so fiel mancher – des Aufzählens kaum der Rede wert – nicht ganz so reine Ton in deren weiches, fein nuanciertes Stimmenbett. Fast ein wenig Konkurrenz ins eigene Haus geholt hat sich der Liederkranz unter dem Vorsitz von Christa Stiegeler dann mit der Einladung des Männerchores Herbishofen – wie sich im Laufe des Abends noch herausstellen sollte. Allein – es sollte zwei, drei Stücke dauern, bis das Publikum die zuvor angekündigte Klasse des Männerchores in seiner Gesamtheit erleben durfte. So wurden zwar der „Colonel Bogey Marsch“, „Aufs Wohl der Frauen“ und „Entschuldigung“ solide interpretiert, doch fehlte zunächst, zugegebenermaßen kaum hörbar, eine Einheit oder besser: das „große Ganze“. Was dann aber kam – und wie! „La Montanara“, für sich genommen schon ein Stück voller Schönheit, sollte dem Männerchor Herbishofen die Herzen der Zuhörer öffnen. Noch zaghaft zu Beginn ihres Auftrittes hatte sich der Chor spätestens damit hörbar freigesungen; zur großen Wonne des Publikums.

Auch nach der Pause sollte es den Herbishofern spielend gelingen, die Zuhörer für sich einzunehmen. Der von ihnen adaptierte Klassiker „New York, New York“, ein zum Weinen schön interpretiertes „Hallelujah“ von Leonard Cohen oder dann das an Gospel angelehnte „You raise me up“ ließen nicht nur das Publikum begeistert mitgehen. Der Männerchor selbst ließ sich tragen von dem, was er da zum Besten gab; auch ihnen war die pure Lust am Gesang ins Gesicht geschrieben. Noch bevor mit „Es ist so schön, ein Musikant zu sein“, das letzte Stück des Männerchores an diesem Abend zu hören gewesen wäre, schallten „Zugabe“-Rufe durch die Alte Turnhalle.

Ein Novum, wie der Vorsitzende Walter Wassermann dem Publikum schmunzelnd verriet. Mit „Bye, Bye my Love“ und „Rock my Soul“ kam man diesen Bitten schwungvoll nach, großer Applaus beendete dann das Gastspiel des Männerchores Herbishofen – was es der Liedertafel zu Beginn ihres zweiten Teils nicht ganz leicht machte, daran anzuschließen. Nach „Ave Maria no morro“, wunderbar interpretiert und dennoch ein Kontrastprogramm zum zuvor Gehörten, reihten sich dann mit der italienischen Melodienfolge „Italienreise“ bunte Evergreens wie „Bella, Bella Donna“ oder „Wenn in Florenz die Rosen blühn“.

Und da war sie wieder, die spürbare Freude am Gesang, wiegten sich die Ensemblemitglieder gemeinsam mit ihrer Zuhörerschaft im hinreißenden Takt der Musik. Letztlich das Publikum wieder vollends in seinen Bann gezogen hat der Liederkranz mit dem „Deutschmeister Regimentsmarsch“.

Es war schon ganz großes Kino, wie nuanciert die einzelnen Sequenzen dieses großen Schlagers, der schon um 1893 die Massen begeistern sollte, von den Ettringern vorgetragen wurden.

Noch einmal zum Schluss bewies der Liederkranz damit seine eigene Klasse – und auch das wurde vom Publikum mehr als deutlich honoriert.

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