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Oldtimertreffen in Zaisertshofen

16.08.2011

Männer in Hochstimmung

Einer alten Ruine (VW-Kübelwagen 181, Baujahr 1974) hat Dieter Pöhlmann (o. li.) neues Leben eingehaucht. Das Anfeuern eines Lanz-Bulldogs (o. re.) will gekonnt sein. Rauchend und knatternd fuhren die alten Maschinen dann nach einem spannenden Wettkampf über die Ziellinie.
Bild: Fotos: Franz Issing

1000 Gefährte zogen die Blicke auf sich – Kompliment an die Veranstalter für logistische Meisterleistung

Zaisertshofen Wenn Männer träumen oder große Augen machen, sind meist Frauen oder Autos im Spiel. So auch beim 9. Treffen der „Formel Eins & Oldtimerfreunde“ in Zaisertshofen. Viele tausend Fans von historischen „Acker-Porsches“ und anderen „Chromjuwelen“ trafen sich an vier Tagen auf den Kögelwiesen, um die mehr als 1000 dort präsentierten Gefährte zu bewundern. Allein 700 Schlepper tuckerten bei schönstem „Oben-ohne-Wetter“ aufs Gelände. Die Organisatoren um Vorstand Max Steinle und Theo Schmid hatten eine logistische Meisterleistung zu schultern.

Zu bestaunen gab es rund um das Festzelt an der Flossach nicht nur PS-starke und betagte Traktoren der Baujahre 1930 bis 1970 sondern auch in die Jahre gekommene Motorräder und Automobile. Ihre Besitzer kamen aus ganz Bayern und auch aus Baden Württemberg. Voller Stolz führte Josef Konrad aus Burgau einen orangefarbenen „Lanz-Bulldog“ vor. Das anno 1955 in Argentinien in Lizenz gebaute Schmuckstück war ein echter Hingucker. Konrad erwarb das Gefährt, wie er erzähle, quasi als „Schrotthaufen“, restaurierte es liebevoll und verhalf ihm zu neuem Glanz. Schon früh am Morgen eiferten am Sonntag 14 Besitzer von historischen „Lanz-Schleppern“ (von 35 bis 55 PS) beim Anheizen ihrer Zweitakter um die Wette. Kein Traktor war „gedopt“, alle Fahrzeuge mussten am Abend vorher kalt abgestellt werden, informierte Juror Günther Thamm die Zuschauer. „Drei, zwei, eins“ – mit einem Handböller gab der Schiedsrichter den Startschuss. Anschieben oder anschleppen half beim Wettheizen gar nichts. Wer den Glühkopf seines Bulldogs mittels Heizlampe am schnellsten erhitzt hatte, sein Gefährt zum Laufen brachte und über eine nahe Ziellinie steuerte, war fein heraus. Wie Timo Müller aus Kirchhaslach, der dies in nur 2,56 Minuten schaffte. Nicht weniger geschickt waren Peter Stich und Wolfgang Reß aus Zaisertshofen mit 4,49 beziehungsweise 5,38 Minuten. Wenig später liefen alle Motoren und auch die übrigen Schlepper knatterten mit schwarzem Volldampf ins Ziel. Für die Sieger gab es nahrhafte Preise und Urkunden.

Szenenwechsel. Etwa 500 Meter weiter zeigten „Tiger“, „Leoparden“ und „Panther“ ihre starken „Krallen“. Für die Besucher war die von Max Tausch aus Egelhofen präsentierte „Raubtier-Schlepper-Show“ der Firma Eicher völlig ungefährlich. Absoluter Star zwischen all den kultigen „Ackergäulen auf vier Rädern“: Ein Traktor namens „Mammut EA 600 S“ mit Allradantrieb und 60 Pferdestärken, die ihm im Jahre 1967 spendiert wurden.

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Mit einem VW-Kübelwagen 181 des Baujahres 1974 kreuzte Dieter Pöhlmann aus Gennach auf. Einer alten Ruine habe ich neues Leben eingehaucht“, scherzte er und erzählte, er habe fünf Jahre als Entwicklungshelfer in Afrika gearbeitet und dort ein solches Allzweckfahrzeug kennen und schätzen gelernt.

Das Programm ließ keine Wünsche offen

Wie schwer früher die Arbeit in der Landwirtschaft war, wurde hinter dem Festzelt demonstriert. Dort trennte ein Mähdrescher aus den 50er Jahren die Spreu vom Weizen. Zu all den Aktionen gab es Spaß und Unterhaltung am laufenden Band. Während die Erwachsenen historische Ackermaschinen bewunderten und aufgeputzten Karossen unter die Haube schauten, vergnügten sich ihre Sprösslinge auf Deutschlands größtem, aufblasbaren Bulldog, fuhren Karussell oder kämpften auf kleinen Tretbulldogs um schöne Preise. Das Programm beim Treffen der Formel Eins & Oldtimerfreunde Zaisertshofen ließ keine Wünsche offen. Die Veranstalter trafen damit voll den Geschmack der Besucher, zu deren Unterhaltung die „Flossachtaler Musikanten“, das „Original Gamsbart Trio“ und die „Schwindligen 5“ aufspielten.

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