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Markt Wald

18.07.2018

Markt Walder Eisstockschützen schaffen Fakten

Die Markt Walder Eisstockschützen haben schon vor dem Gemeinderatsbeschluss mit dem Bau zweier neuer Bahnen begonnen.
Bild: Christoph Salger

Die Sportler bauen zwei Bahnen auf Gemeindegrund – ohne eine Entscheidung des Gemeinderates abzuwarten

Da sind die Markt Walder Eisstockschützen wohl ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen: Wie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bekannt wurde, haben sie auf dem Gelände des neuen Sportheims mit den Arbeiten für zwei neue Eisstockbahnen begonnen – obwohl der Gemeinderat dem Vorhaben noch gar nicht zugestimmt hatte.

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Das holten die Räte in der jetzigen Sitzung zwar einstimmig nach, einige machten jedoch keinen Hehl aus ihrer Verärgerung. „Es ist nicht in Ordnung, wie das gelaufen ist“, sagte etwa Claudia Nägele und auch Robert Schmid missfiel, dass die Abteilung des TSV Markt Wald den Gemeinderat übergangen und kurzerhand Fakten geschaffen hat. „Da oben wart ihr einfach ein bisschen zu schnell“, sagte auch Bürgermeister Peter Wachler und versuchte gleichzeitig, die Wogen zu glätten. So gab er zu bedenken, dass der Abteilung ohne die neuen Bahnen die Auflösung gedroht hätte. „Keine Flächen, keine Abteilung“, fasste er zusammen. Der Gemeinde sei aber durchaus daran gelegen, diese zu erhalten.

Ebene Flächen sind in Markt Wald schwer zu finden

Bislang haben die Eisstockschützen am Rande von Markt Wald bei Leos Hütte trainiert. Weil der Besitzer des Geländes dieses nun aber privat nutzen will und den Pachtvertrag mit den Eisstockschützen nicht verlängert hat, suchten die nach einem anderen Standort. Und das gestaltete sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gar nicht so einfach: Denn die Eisstockschützen brauchen einen ebenen, relativ großen Platz. „Und bei uns ist ja alles krumm und bucklig“, sagt Bürgermeister Wachler im Gespräch mit der MZ.

Markt Walder Eisstockschützen schaffen Fakten

Als dann die Idee aufkam, die zwei Bahnen an das neue Sportheim anzugliedern, sei er anfangs skeptisch gewesen. Schließlich fallen dadurch 25 Parkplätze weg und der Spielplatz, der dort wieder entstehen soll, fällt auch kleiner aus, als ursprünglich geplant. „Ich sehe immer noch Probleme mit der Parksituation. Das wird immer eine Ecke sein, die schwierig ist da oben“, sagte Wachler in der Sitzung. Er appellierte an die Abteilungsleiter, für ein vernünftiges Parken zu sorgen, um Konflikte – insbesondere auch mit dem landwirtschaftlichen Verkehr, dem auf der Fläche ein Fahrtrecht eingetragen wurde – zu vermeiden.

Der TSV Markt Wald soll sich um die Parksituation kümmern

Auch Zweiter Bürgermeister Michael Hartmann sieht bezüglich der Parksituation den Verein in der Pflicht: „Es kann nicht sein, dass wir jetzt da oben den Polizisten machen“, sagte er. Es müsse klar sein, dass niemand auf der Straße parken dürfe. Das unterstrich auch Hermann Glas: „Die asphaltierte Fläche muss frei bleiben für den Verkehr.“ Dann aber sehe er „überhaupt kein Problem. Es gibt ja Parkplätze“. Die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft des Sportheims, das nun auch die Eisstockschützen nutzen können, sei jedenfalls besser, als anderswo neu zu bauen. Einen Rückbau der Bahnen hielt keiner der Räte für sinnvoll und so stimmten sie dem Bau nachträglich geschlossen zu.

Ebenfalls grünes Licht gaben sie für den nun kleiner ausfallenden Spielplatz. Wie er aussehen und welche Spielgeräte es dort geben wird, soll in einer späteren Gemeinderatssitzung besprochen werden.

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