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Marktrat
14.09.2019

Entsteht eine Kiesgrube am Babenhauser Badesee?

Wird in Babenhausen zukünftig Kies abgebaut?

Es gibt offenbar Überlegungen, in Babenhausen den Rohstoff im größeren Stil abzubauen. Die Kommune hat eine Bauvoranfrage erreicht. Jetzt wird beraten.

Eine Kiesgrube neben dem Babenhauser Badesee: Eine solche kann sich ein Kieswerk mit Sitz im Landkreis Unterallgäu vorstellen. Das Unternehmen reichte eine Voranfrage bei der Marktgemeinde ein, ob diese Pläne umsetzbar wären. Eine Entscheidung darüber fiel in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend noch nicht. Wegen der Wichtigkeit des Beschlusses, so Bürgermeister Otto Göppel (CSU), sollen sich die Fraktionen zunächst beraten und dann in großer Runde im Marktrat abstimmen: „Da gibt es sicher noch Diskussionsbedarf.“

Über die grundsätzlichen Überlegungen des Kieswerks wurde der Bauausschuss aber bereits informiert. Laut Sitzungsunterlagen beabsichtigt der Antragsteller, Kies auf Grundstücken nahe dem Rothdachweiher, der nördlich und östlich an diese anschließt, abzubauen. Eines der Randgrundstücke befindet sich im Besitz der Marktgemeinde. Göppel zufolge umfasst der überplante Abbaubereich gemäß dem Antrag ungefähr 6,9 Hektar. Die reine Kiesabbaufläche beträgt davon etwa 5,1 Hektar. Das ist in etwa so groß wie sieben Fußballfelder. Gerechnet werde mit einem Nassabbau bis zu einer Tiefe von sieben Metern unter der Geländeoberkante.

Der Bürgermeister berichtete zudem in der Sitzung, dass Ende August bereits ein Gespräch mit dem Antragsteller im Babenhauser Rathaus stattgefunden habe. Demnach sei ein Kiesabbau in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren geplant. „In Rücksprache mit der Gemeinde könnte in den Sommermonaten Juni bis August auf einen Kiesabbau verzichtet werden, um den Badebetrieb nicht zu stören“, sagte Göppel. Zudem müsste in einer Vereinbarung festgehalten werden, dass der Zustand der Straße auf Kosten des Kieswerks wieder herzustellen ist.

Ob die Kiesgrube in Babenhausen entsteht, ist noch offen

Ob das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden kann, steht allerdings noch auf einem anderen Blatt. Denn für den geplanten Abbau des Materials ist laut Bürgermeister eine wasserrechtliche Genehmigung notwendig. Eine solche erstellt das Landratsamt Unterallgäu. „Das Landratsamt will jetzt erst einmal eine Stellungnahme von uns haben“, sagte Göppel den Räten. Er persönlich schätze, dass es für das Kieswerk schwierig wird, diese Pläne zu realisieren.

Im Regionalplan ist für den vorgesehenen Bereich kein Vorrang- oder Vorbehaltsgebiet für den Kiesabbau ausgewiesen. Der Flächennutzungsplan des Marktes Babenhausen sieht dort „Grünflächen mit einer Zweckbestimmung“ und teilweise auch ein Überschwemmungsgebiet vor, ebenso Einrichtungen für die Freizeit und Naherholung.

Göppel zufolge soll eine neue Abgrabungsstelle geschaffen werden, ohne Verbindung zum bestehenden Badeweiher – ein Vorgehen, das auch mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten abzustimmen sei.

Einen weiteren Knackpunkt bei einer etwaigen Umsetzung der Pläne benannte Marktrat Martin Gleich (CSU). Er hielt die Infrastruktur im anvisierten Bereich für nicht geeignet, um dort Kies zu transportieren. „Die Brücke über den Bach wäre doch nicht tragfähig“, gab er zu bedenken. Außerdem müsse noch abgeklärt werden, welche Kosten für eine Erschließung auf die Gemeinde zukämen. „Ich sehe da noch große Fragezeichen“, sagte Martin Gleich.

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