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Erkheim

28.08.2020

Marktrat entscheidet: Kein „kleines Dorf im Dorf“ in Erkheim

Unser Bild zeigt das an den Falchengraben angrenzende, bereits fertiggestellte neue Baugebiet „Am Jungen Dorf“.
Bild: Franz Kustermann

Plus Die Erkheimer Markträte haben eine Bauvoranfrage für ein besonderes Wohnprojekt abgelehnt. Was dahinter steckt.

In Erkheim wird es vorerst kein „kleines Dorf im Dorf“ geben: Mit 11:4 Stimmen hat der Erkheimer Marktrat beim nunmehr dritten Anlauf die Bauvoranfrage von Dieter Häring abgelehnt, der am Falchenweg das Projekt „Lebenswiese Allgäu“ verwirklichen wollte: Vor einer positiven Zusage bestand der Marktrat auf konkrete Strukturen, etwa auf die Gründung von Verein, Stiftung und Genossenschaft. Die Initiatoren hingegen wollten vor weiteren Schritten und Investitionen ein positives Signal vom Marktrat abwarten.

Darum geht es beim Wohnbauprojekt in Erkheim

Häring ist über die Deutlichkeit der Ablehnung im Marktrat sehr erstaunt, zumal er die in dem Gremium aufgelaufenen Fragen ausführlich beantwortet habe: Die zu gründende Stiftung wäre demnach für die Grundstücksangelegenheit zuständig. Den „wirtschaftlichen Teil“ und die gesamte Bauabwicklung hätte die (bisher auch noch nicht gegründete) Genossenschaft übernommen. Der gemeinnützige Verein hätte sich gemäß einer Satzung um die Belange und Aktivitäten rund um die neuen Wohnformen gekümmert. Er habe der Gemeinde auch angeboten, den Part der Stiftung zu übernehmen und einen Vertreter in die Vorstandschaft zu entsenden, so Häring. Nach dem erforderlichen Genehmigungsverfahren hätte die Umsetzung des Projektes „unverzüglich“ beginnen sollen.

Wie berichtet wollten die Initiatoren am Falchenweg im Westen Erkheims das Projekt „Lebenswiese“ realisieren: Kernstück des Projektes sollten ein Gemeinschaftsgebäude und ein Versorgungshaus werden. Im „barrierefreien Bereich“ sollten Bewohner mit Handicap untergebracht werden. 35 bis 40 Parkplätze waren geplant.

Landratsamt Unterallgäu signalisierte Förderfähigkeit

Das Landratsamt habe für diese neue Wohnform die Förderfähigkeit bereits signalisiert, sagt Häring. „Solche und ähnliche Projekte sind derzeit bezüglich der Wohnsituation und Flächenversiegelung sehr begehrt und schießen förmlich wie Pilze aus dem Boden“, erklärt der Schreinermeister.

Die Mehrheit der Markträte sah das offensichtlich nicht so: Da es aber weiterhin viele Interessenten an dem Projekt gebe, will Dieter Häring nach eigenen Worten nun eine andere Gemeinde („eventuell Türkheim“) suchen, „wo wir willkommen sind“. Dennoch wolle er zunächst auf einem Bauplatz in Erkheim zwei bis drei Qubes aufstellen, wofür keine Genehmigung erforderlich sei.

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