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Unterallgäu

16.04.2015

Mehr Beratung für Asylbeweber

Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Unterallgäu steigt und steigt - und zwar erheblich schneller als die des zuständigen Personals.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Im Unterallgäu gibt es derzeit 820 Flüchtlinge – zu viele für das Personal. Der Landkreis hat jedoch bereits Pläne.

Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis hat sich im vergangenen halben Jahr auf 820 verdoppelt, wie die Sachgebietsleiterin für Soziales des Landratsamtes, Maria Bachmaier, in der jüngsten Sitzung des Kreistages mitteilte. Das zuständige Personal konnte in dieser Zeit allerdings nicht annähernd so schnell aufgestockt werden, weil sich die finanziellen Möglichkeiten der Sozialverbände am Limit bewegen, beklagt Dietmar Bauer, Bereichsleiter Soziales vom Caritasverband für die Diözese Augsburg.

Einer Faustregel nach sollte auf 150 Flüchtlinge beispielsweise ein Sozialberater kommen – im Unterallgäu bräuchte man im Idealfall also sechs Stück. Davon ist man noch weit entfernt: Momentan gibt es zwei. Ab Mai könne man immerhin vier Sozialberater in der Region einsetzen, sagt Bauer. Als problematisch erweise sich dabei allerdings die dezentrale Unterbringung der vielen Flüchtlinge im Unterallgäu. „Ein Sozialberater kann vielleicht 150 Menschen betreuen, wenn sie alle unter einem Dach leben. Wenn man aber zu jedem Flüchtling fahren muss, kostet das viel Zeit“, sagt Weirather.

Der Freistaat unterstützt die Sozialdienste zwar, in dem er rund 60 Prozent der tatsächlichen Personalkosten übernimmt, die finanzielle Belastung sei für die Caritas aber trotzdem enorm, berichtet Dietmar Bauer. Deshalb sollen auch Landkreise die Möglichkeit auf eine staatliche Förderung bekommen, um sich selbst um eine ausreichende Versorgung kümmern zu können, wie Landkreis-Vertreter fordern.

Zur Koordination der Asylarbeit und zur Unterstützung von Ehrenamtlichen, die sich für Flüchtlinge engagieren, möchte Landrat Hans-Joachim Weirather außerdem eine Vollzeitstelle im Landratsamt schaffen, die sich mit diesen Themen befasst. Für stark traumatisierte Flüchtlinge gebe es in der Region keine Möglichkeit, von einem Psychiater betreut zu werden. Die Betroffenen müssten ins Bezirkskrankenhaus verlegt werden, berichtet Dietmar Bauer. Insgesamt hat die Caritas 29 Mitarbeiter im Asylbereich im Landkreis im Einsatz. (lare-)

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