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BAföG

26.09.2016

Mehr Geld für Studenten: Was dafür zu tun ist

Bis zu 735 Euro kann der einzelne Student künftig pro Monat über die Bundesausbildungsförderung bekommen.
Bild: Andrea Warnecke, dpa

Zum Wintersemester steigt das BAföG um sieben Prozent. Auch die Eltern dürfen mehr verdienen. Viele, die bislang leer ausgingen, sollten jetzt einen Antrag stellen.

Gute Nachricht für Studenten, Schüler und Auszubildende: Nach sechs Jahren Stillstand hat der Staat zum 1. August die finanziellen Mittel für Studierende aufgestockt. Zum Wintersemester können junge Menschen ohne genügend finanzielles Polster von zu Hause mit sieben Prozent höheren Sätzen der Bundesausbildungsförderung, kurz Bafög, rechnen. An monatlicher Unterstützung sind nun bis zu 735 Euro drin. Dazu kommt: Eltern dürfen jetzt bis zu sieben Prozent mehr verdienen, bevor ihr Einkommen aufs Bafög angerechnet wird. Damit werden zehntausende junge Menschen in die Förderung rutschen, die bislang leer ausgingen, sagt Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was bedeutet Bafög?

Seit 1971 greift der Staat Studierenden aus einkommensschwachen Elternhäusern unter die Arme. Die eine Hälfte der Unterstützung gibt es in der Regel als Zuschuss, also geschenkt. Die andere Hälfte wird als zinsloses Darlehen gewährt. Laut Statistischem Bundesamt bekamen 2015 insgesamt 611000 Studierende Bafög, 5,4 Prozent weniger als noch 2014. Im Schnitt flossen 448 Euro monatlich auf ihre Konten. Die Reform soll endlich der Preis- und Einkommensentwicklung Rechnung tragen. Das höhere Elterneinkommen dürfte es gut 110000 Studenten ermöglichen, zum neuen Semester erstmals Bafög zu bekommen.

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Wer hat Anspruch?

Nicht nur Studenten an Universitäten und Fachhochschulen werden unterstützt, sondern auch Schüler und Auszubildende. Sie müssen deutsche Staatsbürger oder Ausländer mit Bleibeperspektive sein, zu Studienbeginn unter 30 Jahre alt, bei Masterstudiengängen maximal 35 Jahre. Wer grundsätzlich förderberechtigt ist, bekommt aber noch lange nicht die maximal mögliche Summe von jetzt 735 statt bislang 670 Euro (wer auswärts wohnt) oder 537 statt 495 Euro (wer daheim wohnt). Ein Großteil kriegt eine Teilförderung bewilligt.

Wie wird gerechnet?

Die Berechnung ist individuell. Feste Einkommensgrenzen für die Bewilligung gibt es nicht. Unter anderem spielt eine Rolle, ob der Studierende auswärts oder bei den Eltern wohnt, wie viel die Eltern verdienen, ob sie verheiratet sind, getrennt, geschieden, ob Geschwister da sind oder Unterhaltsverpflichtungen für Großeltern im Pflegeheim. „Die ganze Familienkonstellation wird berücksichtigt“, betont Experte Grob. Auch das Einkommen und Vermögen der Studierenden selbst zählt. Neben dem Studium dürfen sie jetzt bis zu 450 Euro im Minijob dazuverdienen statt bislang nur 400.

Was ist jetzt zu tun?

„Wer das Plus rechtzeitig zum neuen Semester haben möchte, sollte rasch einen Antrag stellen“, sagt Experte Grob. Je früher, desto besser. Denn: Geld gibt es erst ab dem Monat, in dem Bafög beantragt wird. Wer an einer Universität studiert, wo das neue Semester im Oktober anfängt, sollte ihn spätestens am 28. Oktober eingereicht haben. Sonst ist die Förderung für den ganzen Monat verloren. Wer erst im Dezember in die Gänge kommt, kriegt auch erst ab dann die Unterstützung. Fachhochschüler, die schon im September mit ihrem Studium begonnen haben, haben noch mehr Zeitdruck. Die Bearbeitungszeit dauert bis zu sechs Wochen. Wer spät dran ist, kann die Förderung durch ein formloses Antragsschreiben retten. Geld gibt es aber erst dann rückwirkend, wenn der vollständige Antrag endgültig bearbeitet ist. Wer schon Bafög bekommt, sollte die Weiterförderung bereits beantragt haben. Sonst ist das Geld nicht nahtlos zum neuen Semester auf dem Konto.

Wer ist zuständig?

Anträge können bei den Ämtern für Ausbildungsförderung gestellt werden. Diese sind angegliedert an das jeweilige Studentenwerk, das für die Hochschulen am Studienort der Wahl zuständig ist. Eigentlich sollte mit der Reform auch ein komplett digitalisiertes Verwaltungsverfahren, der echte e-Antrag, Einzug halten. Doch das klappt bislang noch nicht in allen Bundesändern reibungslos. In jedem Fall können die Formulare noch online ausgefüllt, ausgedruckt und mit den notwendigen Nachweisen per Post ans Amt geschickt werden. Nicht abschrecken lassen: Der Weg zum Bafög führt über viele Formulare. Die Hauptschwierigkeit: Fragen dürfen nicht unbeantwortet bleiben, die Unterlagen müssen komplett sein. „Wer nicht weiterkommt, sollte beim Studentenwerk nachfragen“, rät Grob.

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