Newsticker

Wirtschaftsweise: Teil-Lockdown kaum Auswirkungen auf Wirtschaftskraft
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Mehr Wohnungen im Landkreis

Wohnen im Unterallgäu

22.02.2018

Mehr Wohnungen im Landkreis

Auch wenn vielerorts Neubauten entstehen, reichen sie nicht aus, um den Wohnungsmangel zu lindern.
Bild: Bernhard Weizenegger

Ihre Zahl ist um 1,1 Prozent gestiegen. Wie viel Platz die Unterallgäuer im Durchschnitt haben.

Ein Markt in Schieflage: Hunderttausende Wohnungen fehlen, gleichzeitig stehen Millionen leer, viele Alleinstehende bewohnen zu große und Familien viel zu kleine Wohnungen. Im Unterallgäu gab es zum Jahreswechsel 2016/2017 laut Fortschreibung der amtlichen Statistik insgesamt 63694 Häuser und Wohnungen jeder Art und Größe. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent.

In ganz Bayern kletterte der gesamte Wohnungsbestand in Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahr um rund 52174 Wohnungen (plus 0,8 Prozent) und sorgte für einen neuen Spitzenwert von 6,31 Millionen Wohnungen. Auf den Kreis Unterallgäu entfielen davon 63694, angefangen von der Ein-Zimmer-Bude bis hin zur Villa. Zuletzt erhöhte sich der hiesige Bestand um 701 Wohnungen oder 1,1 Prozent. Im Jahr 2012 hatte die Zahl noch bei insgesamt 61426 Wohnungen gelegen.

Auf dem Land stehen viele Wohnungen leer

Deutschlandweit wächst die Zahl der Wohnungen kontinuierlich, die der Leerstände allerdings auch. Rund zwei Millionen leer stehende Wohnungen sind es deutschlandweit, schätzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, betroffen sind vor allem ländliche Regionen. Der Neubau kommt nicht hinterher. Zwar nimmt der Wohnungsbestand ständig zu, aber nicht überall im nötigen Maße. Von Januar bis Ende 2016 kletterte der Wohnungsbestand bundesweit um knapp 260000 Wohnungen auf rund 41,7 Millionen Wohneinheiten. Das ist nicht genug. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) schätzt, wie viele Fachleute auch, dass es rund 400000 jährlich sein müssten.

Der größte Traum vieler ist und bleibt das Eigenheim: 33178 davon gibt es mittlerweile im Landkreis. Daneben zählt die Statistik 3041 Mehrfamilienhäuser, also Häuser mit drei und mehr Wohnungen. 62,4 Prozent aller Wohnungen im Unterallgäu, nämlich 39774, entfallen auf Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern. Weitere 11425 Wohnungen (17,9 Prozent) verfügten über vier Räume, 8157 Wohnungen (12,8 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 3377 (5,3 Prozent) verfügten über zwei Räume und 961 über einen Raum (1,5 Prozent).

Trend zu kleineren Haushalten befeuert den Wohnungsmangel

Wie aus der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands des Statistischen Bundesamtes weiter hervorgeht, ist derzeit eine Wohnung in Deutschland durchschnittlich 91,7 Quadratmeter groß. Das entspricht 46,5 Quadratmetern pro Kopf. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmetern.

Befeuert wird der Wohnungsmangel durch den Trend zu kleineren Haushalten, einer alternden Gesellschaft sowie dem Wunsch der Menschen nach möglichst viel Platz und Gestaltungsfreiheit. Während der Anteil der Ein-und Zwei-Personen-Haushalte vor 20 Jahren noch bei knapp zwei Dritteln lag, machen diese heute bereits rund drei Viertel aller privaten Haushalte aus. Aber es kommt Bewegung in das Geschehen: Aufstockungen und das Lockern der Auflagen für Gebäudehöhen werden diskutiert, um die Situation in den Städten zu entspannen. Ebenso kommen Wohnungstauschprojekte zwischen Senioren und Familien immer mehr in die Diskussion. (zds, sus)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren