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Bundestagswahl

23.08.2017

Mehr bayerische Eigenständigkeit

Jürgen Eißner von der Bayernpartei möchte die Belange des Freistaates Bayern stärken.
Bild: Mathias Wild

Jürgen Eißner aus Marktoberdorf ist zum ersten Mal Kandidat für die Bayernpartei. Bei den Themen Asyl- und Steuerpolitik bezieht er klar Stellung.

Am 24. September ist Bundestagswahl. Im Wahlkreis 257, der das Ostallgäu, Kaufbeuren, Memmingen und große Teile des Unterallgäus umfasst, bewerben sich zehn Kandidaten um das Direktmandat. In loser Folge stellen wir diese mit einem Porträt vor.

Jürgen Eißner lebt gerne im Ostallgäu. Die bayerische Lebensart, das Brauchtum, die Kultur, damit kann er sich identifizieren. Dass diese durch immer mehr Regelungen wie Sperrstunden bei Festen eingeschränkt wird, ist ihm ein Dorn im Auge. Der 46-Jährige tritt nicht von ungefähr für die Bayernpartei als Bundestagskandidat an. Er ist Kreisvorsitzender im Ostallgäu und stellvertretender Bezirksvorsitzender der Bayernpartei in Schwaben.

Seit 2010 ist der gebürtige Würzburger, der in der Qualitätssicherung bei Agco/Fendt in Marktoberdorf arbeitet, Mitglied der Bayernpartei. Seiner Meinung nach wird die momentane Landespolitik den Bedürfnissen des Freistaats Bayern nicht gerecht. „Es fließen viel zu viele Steuergelder aus Bayern nach Berlin“, sagt er. Deswegen fordert er auch eine Abschaffung des Solidaritätsbeitrags an die „neuen“ Bundesländer. Vielmehr solle der Freistaat in seiner Eigenständigkeit gestärkt werden. Das viel belächelte Ziel der Bayernpartei, einen abgespalteten Freistaat Bayern zu erlangen, nimmt Eißner durchaus ernst.

Mit seiner Kandidatur im Bundestagswahlkampf geht es ihm vor allem darum, bundesweit die Bayernpartei in den Fokus zu rücken. „Man könnte das auch als Aufwärmen für die nächste Landtagswahl 2018 sehen.“ Hier rechnet er sich für seine Partei durchaus Chancen aus, die so wichtige 5-Prozent-Hürde zu knacken. Eißner spricht von einigen traditionellen CSU-Wählern, die sich gerade beim Thema Asylpolitik von „ihrer“ Partei abgewandt haben und nach Alternativen suchen. „Diese Wähler wollen wir bei der Bayernpartei auffangen“, sagt er. Eißner ist für eine „gesittete Integration“ nach Vorbildern wie den USA oder Kanada. Für eine dauerhafte Integration müssen seiner Meinung nach bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. „Viele Asylbewerber werden hier zu früh in unser System eingegliedert“, sagt er. Dabei ist es seiner Meinung nach wichtig, dass die Menschen, wenn der Krieg vorbei ist, wieder beim Aufbau ihres Landes vor Ort mithelfen könnten. Von einer generellen Flüchtlings-Obergrenze hält er aber nichts. Wer dringend Schutz und Asyl brauche, solle dies bekommen.

Nachdenklich wird Eißner, wenn es um das kürzlich gesprengte Marktoberdorfer Krankenhaus geht. „Wir brauchen hier dringend ein Krankenhaus, wenn man sieht, was in den Kliniken in Füssen und Kaufbeuren los ist“, sagt er.

Er möchte mit seinen Ostallgäuer Parteikollegen dafür sorgen, dass ein Krankenhaus wieder in den Bedarfsplan aufgenommen wird. Gleichzeitig plädiert er für den Erhalt kommunaler Einrichtungen wie Hallenbäder oder Büchereien. „Geht uns das verloren, bluten die Orte aus“, sagt er. Bis zur Bundestagswahl am 24. September hat Eißner noch viel zu tun. Podiumsdiskussionen stehen an, Gespräche mit Medien und andere öffentliche Auftritte. Vieles davon ist Neuland für den Marktoberdorfer. „Das kommt schon fast einem Halbtagesjob gleich“, sagt er. Doch er macht es gerne, um seiner Partei mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

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