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Innenstadt

21.02.2018

Mehr oder weniger Verkaufssonntage?

Einkaufen in Wörishofens Innenstadt soll auch heuer wieder an einigen Sonntagen möglich sein.
Bild: Hartmann

Was sich die Händler in Bad Wörishofen wünschen – und was Stadtrat und Kirche dazu sagen.

Verkaufsoffene Sonntage sind in Bad Wörishofen zumeist ein Politikum – so auch diesmal. Drei Mal wollen die Einzelhändler heuer sonntags öffnen. So haben es die Aktiven Einzelhändler beantragt. Kritik kommt vom evangelischen Pfarramt. Verkaufsoffene Sonntage seien abzulehnen. Sie verstießen gegen das dritte Gebot, wonach der Feiertag zu heiligen ist. Man toleriere den gesetzlichen Rahmen, der bis zu vier verkaufsoffene Sonntage zulässt, befinde ihn aber nicht für gut. Man beruft sich auf eine Zusage des damaligen Bürgermeisters Klaus Holetschek, wonach es bei drei Verkaufssonntagen in Bad Wörishofen bleibe.

Das Ordnungsamt wiederum informiert, dass im vergangenen Jahr 60 Unterschriften von Gewerbetreibenden eingegangen seien, welche einen vierten offenen Sonntag fordern.

Wirtschaftsreferent Alwin Götzfried (FW) sagte zudem, dass die Aktiven Einzelhändler 47 Mitglieder hätten und damit nicht die Mehrheit der über 200 Einzelhändler in Bad Wörishofen repräsentierten. Man könne nicht wissen, ob die Mehrheit einverstanden sei. Die Stadt möge mehr Händler einbinden, zudem eine „echte Leerstandserfassung“ auf den Weg bringen. Die Leerstände seien ein „schleichendes Problem“. Man müsse das Gespräch suchen. In Bad Wörishofen gebe es Branchen, die „in den vergangenen Jahren nachweislich 25 bis 30 Prozent Umsatzrückgang verzeichnen“, sagte Götzfried, ohne allerdings ins Detail zu gehen.

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Dies seien alles klassische Aufgaben eines Wirtschaftsförderers, sagte Bürgermeister Paul Gruschka (FW). Einen solchen will die Stadt bekanntlich nun einstellen. Dass damit heuer wohl nichts mehr passiere, kritisierte Helmut Vater (SPD), denn der Wirtschaftsförderer müsse ja erst eingestellt werden. „Soll ich dann mal darauf hinweisen, wie lange in Sachen Leerstandsmanagement nichts passiert ist?“, fragte wiederum Gruschka.

Ordnungsamtsleiter Jan Madsack berichtete am Dienstag in Sachen Mehrheitsmeinung der Händler, dass es zwingend eine Großveranstaltung brauche, um einen verkaufsoffenen Sonntag ausrufen zu können. „Ein Blick in den Veranstaltungskalender für 2018 zeigt, dass tatsächlich nur die drei vorgeschlagenen Termine Osterbrunnenfest, Kunsthandwerkermarkt und Oldtimermeile sowie der Kunsthandwerkermarkt im September für verkaufsoffene Sonntage in Frage kommen“, so Madsack.

Weil Stadtentwicklungsreferent Daniel Pflügl (Grüne) im vergangenen Jahr dieselbe Frage wie Götzfried aufgeworfen habe, sei man seinerzeit mit weiteren Einzelhändlern in Kontakt getreten, welche nicht Mitglied bei den „Aktiven Einzelhändlern“ sind. „Hier war die Aussage, dass es den anderen Einzelhändlern egal ist, welcher Sonntag verkaufsoffen ist“, berichtet Madsack. „Vielmehr wurde ein zusätzlicher, vierter, verkaufsoffener Sonntag gefordert.“ Der Stadtrat genehmigte nun einstimmig verkaufsoffene Sonntage am 25. März, am 27. Mai und am 16. September. (m.he)

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