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Bad Wörishofen

23.10.2020

Milchwerken Bad Wörishofen drohen längere Streiks

Die Milchwerke Bad Wörishofen GmbH werden von weit über 500 Lieferanten mit Milch versorgt. Im Tarifstreit drohen nun längere Streiks in dem Unternehmen.
Bild: Markus Heinrich

Plus Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten erhöht im Tarifstreit den Druck. So ist die Lage im Werk Bad Wörishofen.

In der Milchbranche bereiten sich „die Betriebsräte jetzt auf flächendeckende und lange Streiks vor, sollte die Schlichtung ohne Ergebnis bleiben.“ Das sagt Mustafa Öz, Landeschef und Verhandlungsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Im Mittelpunkt steht dabei auch das Milchwerk in Bad Wörishofen.

Schon Anfang Oktober haben Beschäftigte in Bad Wörishofen mit einem Warnstreik ein Signal gesetzt. Vor der am heutigen Freitag beginnenden Schlichtung warnt Öz vor einem „heißen Herbst“ und listet dabei auch die Milchwerke Bad Wörishofen auf, die mittlerweile zur Vache Bleue Gruppe gehören. Auch die Ehrmann GmbH mit Sitz in Oberschönegg wird genannt. Der Warnstreik bei der Milchwerk Bad Wörishofen GmbH sei „nicht erfreulich“ gewesen, sagte die Geschäftsführung gegenüber unserer Redaktion. „Aber wir haben Verständnis, dass die Gewerkschaft ihren Forderungen Nachdruck verleihen möchte.“

Geschäftsführung hofft auf ein akzeptables Ergebnis der Schlichtung

Man hoffe nun, dass der heutige Schlichtungstermin „zu einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis führt und eine weitere Arbeitsniederlegung in ohnehin bereits schwierigen Zeiten vermieden werden kann.“

Die Milchwerke beschäftigen derzeit 70 Mitarbeiter. Sie stellen Emmentaler für Kunden in Frankreich, Belgien und Italien her, dazu Rahm und Molke. 550 Direktlieferanten und Kontrakte mit Liefergenossenschaften und Milchhändlern sorgen dafür, dass jährlich rund 200 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet werden können. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei etwa 85 Millionen Euro.

„Anders als viele andere Branchen steht die bayerische Milchwirtschaft trotz Corona sehr gut da“, sagt Mustafa Öz. „Die Unternehmen kommen mit den Aufträgen kaum hinterher, die Arbeitszeit wird sogar auf Dreischicht und Wochenendarbeit ausgeweitet.“

Entsprechend verlangt die Gewerkschaft NGG sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 190 Euro mehr pro Monat, 125 Euro für Auszubildende; die Arbeitgeber bieten 1,7 Prozent. Öz nennt das einen „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“. Der Präsident des Landesarbeitsgerichts soll nun ab heute vermitteln.

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