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Mindelheim
14.09.2021

Glass baut 54 neue Wohnungen auf der Mindelheimer Lautenwirtswiese

An der Lautenwirtswiese in Mindelheim will die Firma Glass 54 Wohnungen errichten. Die Pläne wurden jetzt im Stadtrat präsentiert.
Foto: Glass

Dreieinhalb Jahre nach dem erfolgreichen Ratsbegehren will die Firma Glass auf der Lautenwirtswiese 54 Wohnungen bauen. Andere Projekte lassen noch auf sich warten.

Eine gute Nachricht für alle, die in Mindelheim ein Dach über dem Kopf suchen: Der Bauausschuss hat grünes Licht für den Bau von 54 Eigentums- beziehungsweise Mietwohnungen gegeben, die auf der sogenannten Lautenwirtswiese errichtet werden. Bauherr ist die Firma Glass. Die Stadträte begrüßten es einhellig, dass dringend benötigter Wohnraum geschaffen wird. Noch heuer könnten die ersten Bagger anrollen.

Dass die Wiese überhaupt bebaut werden kann, war erst nach einem Bürgerentscheid und einem Ratsbegehren möglich. Mit knapp 64 Prozent hatte sich die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler im Dezember 2017 für die Bebauung ausgesprochen.

Grund für Verzögerung: Keine Einigung bei Tiefgaragenplänen

Warum dreieinhalb Jahre lang keine der angekündigten Wohnungen errichtet wurde, hatte offenbar mit unterschiedlichen Vorstellungen der drei Partner zu tun, die das Areal entwickeln. „Knackpunkt war die Tiefgarage“, sagte der Leiter des städtischen Bauamtes, Michael Egger, vor dem Bauausschuss im Silvestersaal. Die Wohnungsgenossenschaft Mindelheim, die Stiftung Heilig Kreuz und die Firma Glass konnten sich offenbar nicht auf den Bau einer gemeinsamen großen Tiefgarage einigen. Stattdessen werden nun nach und nach drei Tiefgaragen errichtet. „Damit sind auch mehr Ein- und Ausfahrten notwendig“, sagte Egger. Die Zahl der Stellplätze fällt damit auch geringer aus als in der ursprünglichen Planung.

Grünes Licht gab es nun für vier Mehrfamilienhäuser und einen Bäckereiladen. Diesen Backshop würdigte Bürgermeister Stephan Winter als Gewinn für das Viertel. Hier entstehe ein kleiner Treffpunkt. Eine Außenbewirtschaftung ist nicht vorgesehen.

Die Gebäude in Mindelheim werden dreigeschoßig

Die Wohnungen werden zwischen 50 und 100 Quadratmeter groß sein. 81 Tiefgaragenstellplätze und 115 abgesicherte Fahrradstellplätze im Keller werden entstehen. Für jedes der Mehrfamilienhäuser entsteht also ein eigener Fahrradabstellraum.

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Die Gebäude werden dreigeschoßig und erhalten ein aufgesetztes Dachgeschoß. Im Bebauungsplan ist eine Wandhöhe von 12,50 Metern festgesetzt. Diese Höhe wird nun um 60 Zentimeter überschritten. Der Grund: Auf dem Dach soll nicht nur eine Begrünung stattfinden, es sollen auch Photovoltaik-Panelen aufgeständert werden. Damit diese nicht von unten aus gesehen werden können, erhält jedes Gebäude oben einen Sichtschutz, eine sogenannte Attika.

Die vier Gebäude entstehen auf der Südseite der Lautenwirtswiese

Der Bauausschuss trug auch andere vom Bauherrn gewünschte Änderungen mit. Die Grundflächenzahl von maximal zulässigen 0,74 erhöht sich wegen der Tiefgarage auf 0,82. Dem hat der Bauausschuss bereits im Oktober 2019 zugestimmt. Die Geschoßflächenzahl ist auf 1,0 festgelegt. Sie erhöht sich geringfügig auf 1,018. Das entspricht laut Egger 91 Quadratmetern. Die Geschoßfläche liegt insgesamt bei etwas über 5000 Quadratmetern. Geringfügig überschritten wird wegen Loggien und Balkonen auch die Baugrenze.

Die vier Gebäude entstehen auf der Südseite der Wiese. Ein fünftes Mehrfamilienhaus, das in der Reihe am weitesten im Westen entstehen soll, wird später von der Stiftung Heilig Kreuz errichtet. Michael Egger bedauerte aus Sicht der Stadtplanung allerdings, dass dieses Gebäude offenbar ein gänzlich anderes Gesicht erhalten werde als die anderen vier Häuser der Firma Glass. In dieser Frage hatten die beiden Partner offenbar keine Einigung erzielen können.

30 Besucherparkplätze wurden bereits errichtet

Neben den 81 Tiefgaragenstellplätzen stehen auch 30 Besucherparkplätze am Hohen Weg bereit. Sie sind bereits errichtet. 18 dieser Parkplätze sind für die Besucher der vier Mehrfamilienhäuser vorbehalten. Die übrigen sind für die Gäste der noch zu bauenden Gebäude.

In der Aussprache kritisierte Peter Miller, dass vom Bebauungsplan abgewichen werde. Hauptgrund sei ein Planungsfehler gewesen, sagte Bürgermeister Stephan Winter. Weil das Gelände ansteigt, hätte von Beginn an das Niveau des Lautenwirtswegs als Bezug genommen werden sollen. Statt dessen war als Bezugspunkt die Heilig-Kreuz-Straße genommen worden. In einem solchen „Mammut-Projekt“ würden sich viele Detailfragen erst im Laufe der Planung ergeben.

Debatte im Mindelheimer Bauausschuss hakte sich längere Zeit fest

Miller kritisierte, dass die Besucherparkplätze zu weit abgelegen seien und die Fahrräder im Keller abgestellt werden. „Das wird nicht funktionieren“, meint er. Abstellplätze sollte es in unmittelbarer Nähe zum Eingang geben.

An dieser Frage hakte sich die Debatte längere Zeit fest. Als Josef Doll auch noch die Vorgabe forderte, die Fahrradstellplätze mit Steckdosen auszustatten, reichte es Stephan Winter und der Mehrheit im Bauausschuss. Winter sagte, immer wieder werde Überregulierung beklagt. Er sei sicher, dass in einem Keller Steckdosen vorhanden sind. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Streitel (CSU).

Thomas Schnabel (CSU) fordert künftig mehr Fingerspitzengefühl

Thomas Schnabel (CSU) stimmte dem Projekt zwar zu und er lobte, dass es der Wohnsituation gut tue. Er erinnerte aber an ein Vorhaben aus der Frühlingsstraße. Dort wollte ein Bauherr Wohnungen errichten. Das hatte der Bauausschuss abgelehnt, weil das Gebäude nicht in das Gebiet passe. Schnabel appellierte an seine Kollegen, solchen Anträgen künftig mit mehr Fingerspitzengefühl zu begegnen. Es sei damals „arg hart entschieden“ worden.

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15.09.2021

Die Abbildung erinnert doch sehr an die "Villa Belvedere" in der Herrmann-Aust-Straße in Bad Wörishofen. Und damit wollen die Stadträte dringend benötigten Wohnraum schaffen? Die Menschen, die in Mindelheim ein Dach über dem Kopf suchen, brauchen meines Erachtens etwas anderes als das.

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