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Mindelheim
11.10.2021

Mindelheimer Wirte sind mit dem Verkehrsversuch zufrieden

Wie kann man die Mindelheimer Innenstadt mehr beleben? Ein Verkehrsversuch im Sommer kam unterschiedlich gut an.

Mehr Tische im Freien an den Wochenenden sorgen für mehr Umsatz und Leben in der Mindelheimer Maximilianstraße. Im Rathaus weiß man aber noch nicht, wie man den Test werten soll.

Es war eine Idee der CSU-Fraktion im Mindelheimer Stadtrat, um die Innenstadt zu beleben und den Wirten nach dem ersten schwierigen Corona-Jahr zu helfen: An den Wochenenden nach Ladenschluss der Einzelhandelsgeschäfte erhielten die drei Wirte am Oberen Tor mehr Freischankflächen zugestanden. Die südliche Fahrspur der Maximilianstraße wurde extra deshalb für den Verkehr gesperrt. Auf ihr durften die Wirte Tische und Stühle aufstellen. Der Versuch ist beendet. Was hat er gebracht?

Bei der Stadt gibt man sich noch bedeckt. „Bisher kann man noch kein Fazit ziehen,“ teilt Julia Beck von der Stadtverwaltung mit. Das Thema werde im Oktober oder November in öffentlicher Stadtratssitzung behandelt. Ordnungsamtsleiter Ralf Müller ist da schon deutlicher. In einem Brief an die drei Wirte Signor Rossi Espressobar, Burger & More am Tor und Restaurant Maharaja schreibt er: „Wir haben viel Negatives über den Versuch zu hören bekommen. Leider hat niemand etwas Positives geäußert.“

Die drei Wirte der Mindelheimer Maximilianstraße fanden den Versuch gut

Die Wirte Meliha Japaur, Hüseyin Coskun und Lakhvir Singh haben durchweg gute Erfahrungen mit dem Versuch gemacht. Im Gespräch mit der MZ sagen sie, sie hätten durch die Freischankflächen spürbar mehr Umsatz gemacht. „Wochenende für Wochenende haben unsere Gäste die außengastronomischen Plätze gut und gerne angenommen“, formulieren sie in einem gemeinsamen Schreiben an die Stadt. Sie hätten sich eine Verlängerung bis Ende Oktober gut vorstellen können. Mehrfach hätten die Gäste – Einheimische wie Tagestouristen – gesagt, dass die Altstadt durch die Außengastronomie lebendiger wirke. Die drei Wirte wünschen sich, dass Bürgermeister und Stadtrat nicht mit einer „etwas desaströsen Vor-Einschätzung“ in die Sitzung des Stadtrates gehen.

Allerdings haben auch die Wirte manch Negatives zu hören bekommen. „Erinnert sei an den etwas verstolperten ersten Beginn noch im ersten Lockdown und die kurzfristige Aussetzung des Versuchs.“ Erinnert sei auch an das verspätete oder teilweise vergessene Inkraftsetzen der Beschilderung an den ersten Samstagen durch Mitarbeiter der Stadt. Die drei Wirte kritisieren auch die Informationspolitik der Stadt. „Leider hat es die Stadt Mindelheim nicht für nötig erachtet, den Verkehrsversuch gegenüber den Besucherinnen und Besuchern der Altstadt in geeigneter Weise zu kommunizieren.“

Die Wirte hätten sich mehr Informationen von der Stadt gewünscht

Auch im Vorfeld hätten sich die Wirte mehr Informationen aus der Stadtverwaltung gewünscht, beispielsweise über Beginn und Ende des Versuchs, über Zeiten, verfügbare Flächen, geeignete Standorte von Schildern und am Wochenende erreichbare Ansprechpartner bei Problemen.

Der Knackpunkt des Versuchs sei die Einbahnstraßenregelung gewesen und damit das Verbot, über das Obere Tor auszufahren. Immer wieder hätten Falschfahrer sich „hartnäckig“ nicht an das Ausfahrverbot gehalten. „Irritierend für uns und unsere Gäste war, dass vonseiten der Ordnungsbehörden nach unserem Kenntnisstand keinerlei Kontrollen oder Sanktionen erfolgten.“

Was sich die Wirte für Mindelheim wünschen

Für die Wirte steht nach dem Versuch fest: Eine ausgedehntere Außengastronomie kann prinzipiell funktionieren. Dazu sollte aber die südliche Fahrspur der Maximilianstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt werden. Negative Auswirkungen auf den Einzelhandel vermögen die Wirte nicht zu erkennen.

Die drei Wirte Singh, Japaur und Coskun wünschen sich, dass die Außengastronomie auch 2022 in der warmen Jahreszeit ermöglicht werde.

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