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Mindelheim
20.10.2019

Wenn Trinkwasser einfach versickert

Rund ein Viertel des Mindelheimer Trinkwassers versickert wegen undichter Wasserleitungen ungenutzt im Boden – sehr zur Freude der Unterwelt.

Plus Ein Viertel des Wassers geht in Mindelheim verloren. Die Stadt will das ändern. Aber die Lecks in den Rohren im Boden aufzuspüren, ist kein leichtes Unterfangen.

Im Jahr 1870 begann in Mindelheim eine neue Zeitrechnung: Die Zeit der Brunnen war vorbei. Die Mindelheimer Häuser wurden erstmals an ein Wassernetz angeschlossen, das neu gebaut wurde. Das kam einem Quantensprung in die Moderne gleich. Nach und nach wurde das Leitungsnetz ausgebaut. Heute sind es 130 Kilometer, die unterirdisch alle Häuser in Mindelheim und den Ortsteilen mit wertvollem Trinkwasser versorgen. Diese Leitungen halten allerdings nicht ewig. Durch Frost und Trockenheit können kleinste Risse entstehen, auch durch Materialermüdung. Die Folge: Die Leitungen werden undicht, Wasser versickert ungenutzt im Boden - und zwar in Mindelheim eine ganze Menge.

Rund ein Viertel des geförderten Trinkwassers geht der Stadt verloren. Das ist ein relativ hoher Wert, räumt der Leiter des Wasserwerks, Joachim Theys ein. Zehn bis 15 Prozent gelten als akzeptabel. Der eigentliche Wasserverlust ist dabei noch verschmerzbar. Kosten entstehen durchs Pumpen des Wassers. Wenn davon ein Viertel nicht genutzt werden kann, fällt der Stromverbrauch um dieses Viertel höher aus, als es sein müsste. Und das müssen letztlich alle Verbraucher mitbezahlen. Mindelheim überprüft deshalb seit einigen Jahren mit Nachdruck und systematisch sein Leitungsnetz, um etwaigen Leckstellen möglichst früh auf die Spur zu kommen.

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