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Kostüme 

16.06.2018

Mindelheim ist nicht Mittelerde

Auf der Spielemesse Games.com sind Kostüme wie diese gerne gesehen – auf dem Frundsbergfest in Mindelheim dagegen gar nicht. Schließlich soll es hier möglichst authentisch zugehen.
Bild: Anne-Sophie Weissenbach

Natürlich sind beim Frundsbergfest alle Besucher willkommen. Ein paar Ausnahmen gibt es allerdings schon

Nur noch wenige Tage, dann geht es endlich los: Schon seit Monaten fiebern nicht nur die meisten Mindelheimer, sondern auch viele Historienfans aus der Umgebung dem Frundsbergfest entgegen. Und die Besucher sind auch alle herzlich willkommen, betont Norbert Sliwockyj, Vorsitzender des Frundsberg-Festrings. Die eine oder andere Einschränkung gibt es allerdings doch – und die betrifft die Kostüme.

Manche greifen daneben

Denn auch mancher Besucher möchte gerne ein Stück weit mit dazugehören und sich entsprechend gewanden – und greift dabei mitunter daneben. „Wir sind hier nicht in Mittelerde und brauchen keine Orks und Elfen“, stellt Sliwockyj klar. Schließlich versuche der Festring, das Fest möglichst authentisch zu gestalten. Und da schmerze es dann eben schon, wenn sich Wikinger, Römer oder Fantasygestalten unter die Landsknechte mischen. „Es gibt Leute, die geben sich da wahnsinnig Mühe. Die sind mit ihrer Verkleidung bestimmt stundenlang beschäftigt. Aber bitte nicht bei uns. Da gibt es spezielle Anlässe, wo man so hingehen kann“, sagt Sliwockyj und verweist etwa auf Fantasy-Festivals, bei denen die aufwändigen, historisch aber eben nicht zum Frundsbergfest passenden Kostüme gerne gesehen sind.

Appell an die Vernunft

Gleichwohl ist dem Vorsitzenden klar, dass der Verein wenig gegen Orks, Elfen und Co. unternehmen kann. Zwar gibt es an den acht Einlasstoren Zugangskontrollen, aber keine Rechtsgrundlage, jemanden wegen seines Kostüms auszuschließen. „Da kann man nur an die Vernunft appellieren“, so Sliwockyj. „Es wäre aber schön, wenn der eine oder andere nachdenkt, ob sein Kostüm wirklich so passt.“ Wer sich unsicher ist, kann per E-Mail ein Foto an den Festring schicken, sich bei einem der professionellen Schneider beraten lassen oder einen Blick in den Frundsberg-Bildband werfen, um zu sehen, was damals getragen wurde. Wer sich davon inspiriert selbst in Georg von Frundsberg oder etwa Anna von Lodron verwandeln will, sei allerdings gewarnt: Die Darstellung historischer Persönlichkeiten ist dem Festring vorbehalten – und Doppelgänger kommen auch dann nicht gut an, wenn das Kostüm noch so authentisch ist.

Waffen tragen nur für Mitglieder

Auch Waffen und zwar ausschließlich historische und in der Regel stumpfe, dürfen nur Mitglieder des Festrings tragen. Besucher, die mit Dolchen, Säbeln oder gar Schusswaffen zum Fest wollen, werden aus Sicherheitsgründen am Eingang abgewiesen. Wer nun ein zur Zeit passendes Kostüm gefunden hat und etwa am richtigen Schuhwerk verzweifelt, sei beruhigt: „Man kann nicht bis ins kleinste Detail historiengetreu sein“, sagt Sliwockyj, der selbst Gummisohlen trägt, weil sie haltbarer sind und besser vor Wasser schützen. Da müsse man einen Kompromiss finden, am besten einen möglichst unauffälligen.

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