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Mindelheim

10.03.2020

Mindelheimer Saatgutbörse: Auf der Suche nach seltenen Sorten

Gartenglück in Tüten und Schachteln präsentierten die Anbieter bei der Saatgutbörse in der Mindelheimer Kulturfabrik. Gastgeberin Silke Lotterbach (rechts) vom Bund Naturschutz freute sich über das rege Interesse.
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Gartenglück in Tüten und Schachteln präsentierten die Anbieter bei der Saatgutbörse in der Mindelheimer Kulturfabrik. Gastgeberin Silke Lotterbach (rechts) vom Bund Naturschutz freute sich über das rege Interesse.

Plus Bei der ersten Saatgutbörse in Mindelheim wurden nicht nur Samen sondern auch nützliche Informationen ausgetauscht.

Immer etwas los in der Kulturfabrik auf der Insel in Mindelheim. Nach Konzert und Politparty mit jungen Stadtratskandidaten lud die Ortsgruppe Mindelheim im Bund Naturschutz jetzt zur ersten Saatgutbörse. Da gab es Samen von bienenfreundlichen Blumen, verschiedenartige Gemüsesamen und auch Ableger von Stauden wie der wilden Malve oder vom Wollziest. Doch natürlich gab es nicht nur die Ware selbst, sondern auch wertvolle Informationen zum Thema Naturgarten und Pflanzen.

Das Weidenblättrige Ochsenauge keimt erst bei 20 Grad

So wusste Walter Feil, der den Naturlehrgarten in Mindelheim ins Leben gerufen hat und seither hegt und pflegt, dass Trollblumenkeimlinge leichten Frost brauchen. Die Samen werden nur auf dem Boden ausgestreut und „festgebatscht“, nicht eingegraben. Das Weidenblättrige Ochsenauge dagegen keimt und wächst erst bei etwa 20 Grad, dafür dann aber sehr schnell innerhalb von wenigen Wochen.

Franz Säuberlich aus Nassenbeuren hatte Meerrettichwurzeln dabei. Die hatte er unten angeschrägt und oben gerade abgeschnitten, damit der Gartenfreund weiß, wie herum die Wurzel eingesetzt werden muss. Oben und unten dürfen die feinen Wurzeln etwa zwei Zentimeter weit stehen bleiben, in der Mitte der Wurzel hat Säuberlich die Wurzelchen mit einem Tuch weggerieben, „Ausfächsen“ nennt er das.

Mindelheimer Saatgutbörse: Auf der Suche nach seltenen Sorten

Meerrettich gegen Husten und Erkältungen

Das so bearbeitete Wurzelstück wird dann schräg in die Erde gesteckt, dann kann der Meerrettich leichter wieder geerntet werden. „In Österreich bin ich auf die Pflanze gestoßen“, erzählte er, „da wird Meerrettich über viele Speisen als Würze gerieben. Das schmeckt gut und ist gesund!“ Säuberlich wusste auch, dass früher der Meerrettich in Scheibchen geschnitten, auf einer Schnur als Kette aufgefädelt und Kindern nachts um den Hals gelegt wurde. Die austretenden ätherischen Öle machen die Atemwege frei und sind gut bei Husten und Erkältungen.

Sheila Maier aus Böhen bei Ottobeuren studierte Biologie und war mit ihrer Familie zur Samenbörse gekommen, sie arbeitete sich durch das vielfältige Angebot an Pflanzensamen. Ob sie wohl noch etwas Neues gefunden hat? Denn wie sie erzählte, wachsen schon zahlreiche verschiedene heimische Pflanzenarten in ihrem Gartenparadies, das auch gerne von Insekten besucht wird.

Walter Feil (rechts) ist der Vater des Naturlehrgartens und gab in der Kulturfabrik nützliche Tipps.

So funktioniert die Mindelheimer Saatgutbörse

Nebenbei konnten die Besucher noch fünf Vorträge besuchen. Zuerst sprach Heike Hartwich aus Bedernau, die auch besonders viele Pflanzensamen mitgebracht hatte. Diese konnten eingetauscht oder wie alle anderen angebotenen Waren gegen eine Spende erworben werden.

Christine Reimann, Familiengartenbesitzerin aus Memmingen stellte ihren Familiengarten als „Unser kleines Paradies – ein Garten für die Artenvielfalt“ vor und der Vortrag von Christof Wegner, Naturgartenplaner aus Frickenhausen, hieß „Natur verstehen und gestalten“.

Hornissen und Wespen – verbündete Feinde

Auch Jan-Erik Ahlborn, Wespenberater aus Mindelheim informierte über summende und brummende Mitbewohner im Garten: „Hornissen und Wespen – verbündete Feinde“, hieß sein Vortrag, dem die Gäste interessiert lauschten. Auch „Gastgeberin“ Silke Lotterbach vom Bund Naturschutz Mindelheim gab den Besuchern der Saatgutbörse gute Tipps.

Sie hatte bereits im vergangenen Jahr die Aktion „Jeder Quadratmeter zählt“ in Mindelheim betreut und sprach jetzt zu Beginn der neuen Gartensaison über die Erfahrungen. „Lebensinseln für die Artenvielfalt – Jeder Quadratmeter zählt“ hieß ihr Vortrag. Und darum ging es ja auch bei der Samenbörse, auf dass viele verschiedene Pflanzensamen weitergegeben und ausgesät werden, damit in den Gärten auch heuer wieder neuer Lebensraum für Biene & Co. entsteht.

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