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Salgen

21.02.2020

Mindelheimer Wasser für Salgen?

Um nicht nur von einem Brunnen abhängig zu sein, hat die Gemeinde Salgen in Mindelheim um Anschluss an die Trinkwasserversorgung gebeten.
Bild: peterschreiber.media, stock.adobe.com

Plus Die Gemeinde Salgen bittet in Mindelheim um Trinkwasser, um nicht nur von einem Brunnen abhängig zu sein.

Die Gemeinde Salgen hat um Nachbarschaftshilfe in Mindelheim nachgesucht. Bürgermeister Hans Egger fragte bereits im Spätherbst 2019 bei seinem Amtskollegen Stephan Winter an, ob es denkbar wäre, die Salgen mit Trinkwasser aus dem Mindelheimer Netz mit zu versorgen. Nach Prüfung durch den Leiter des Wasserwerks, Joachim Theys, gab Winter grundsätzlich grünes Licht. Noch allerdings steht eine Kostenberechnung durch den Kommunalen Prüfungsverband aus.

Diese soll Ende März, Anfang April vorliegen, sagte Winter auf Anfrage. Die Berechnung hat Mindelheim in Auftrag gegeben, damit die Gemeinde Salgen eine Kalkulationsgrundlage an die Hand bekommt. Bis 2010 speiste sich die Wasserversorgung in Salgen aus zwei Wasserschutzgebieten. Das Salgener wurde vor zehn Jahren aufgelöst. Seither wird die gesamte Gemeinde von Bronnen aus mit Trinkwasser versorgt. Die Entnahme von 70.000 Kubikmetern ist pro Jahr genehmigt worden. Diese Menge reicht derzeit zwar aus. Mit Blick auf die weitere Entwicklung ist aber für eine sichere Wasserversorgung eine zweite Bezugsquelle notwendig.

Salgen erhofft sich von Mindelheim eine sichere Wasserversorgung, falls es mit dem eigenen Brunnen Probleme geben sollte

Grundsätzlich könnten auch deutlich höhere Wassermengen abgepumpt werden, sagt Bürgermeister Egger. Dazu müsste dann aber ein hydrogeologisches Gutachten erstellt werden mit entsprechenden Kosten. Auch für ein neues Wasserschutzgebiet müssten entsprechende Gutachten erstellt werden.

Mindelheimer Wasser für Salgen?

So kam die Idee auf, bei Mindelheim anzufragen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat Salgen gefasst. Von Mindelheim aus werden bereits Apfeltrach und das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet Kammlach mit Trinkwasser versorgt. Salgen erhofft sich damit auch eine sicherere Wasserversorgung. Denn sollte es mal mit dem eigenen Brunnen Probleme geben, könnte der Ort mit seinen Ortsteilen komplett von Mindelheim aus versorgt werden. Die Landespolitik begrüße es, wenn solche Verbünde geschaffen werden, sagt Egger.

Für die neue Wasserleitung rechnet man in Salgen mit Kosten von 300.000 Euro

Ein Anschluss an das Staudenwasser, mit dem Pfaffenhausen zum Beispiel schon versorgt wird, ist nicht möglich. Die dort genehmigte Entnahmemenge sei fast erreicht. Hinzu kommt, dass das Staudenwasser aus dem zweiten Grundwasserstock stammt, das Wasser in Salgen aber aus dem Oberflächenwasser. Wenn beide miteinander vermischt werden, kann das zu Problemen führen. Mangan etwa könne ausfallen, sagte Egger, und setze sich in Sieben fest. Ein solches Problem sei in Schöneberg und Breitenbrunn aufgetaucht.

Die Qualität des Trinkwassers in Bronnen ist nicht das Problem, versichert Hans Egger. Der Nitratgehalt liege bei 20 bis 23 Milligramm je Liter. Der Grenzwert liege bei 50. Der große Milchviehbetrieb in Hausen hat übrigens eine eigene Wasserversorgung. Sollte diese einmal ausfallen, können die Kühe problemlos vom öffentlichen Netz aus mit Wasser versorgt werden, sagt Egger.

Die neue Wasserleitung kalkuliert Egger auf 300.000 Euro. 4,5 Kilometer müssten verlegt werden. Weil die Leitung nur entlang öffentlicher Wege gebaut würde, seien keine langwierigen Grundstücksverhandlungen notwendig. Innerhalb von zwei Wochen könnte die Leitung verlegt sein, sagt Egger, der Erfahrungen mit solchen Projekten hat. In seiner Amtszeit in Salgen seien bereits elf Kilometer Wasserleitungen neu verlegt worden. Die Gemeinde könnte mit Zuschüssen rechnen, sodass letztlich auf Salgen ein Betrag von 30.000 bis 40.000 Euro zukäme. Egger: „Unser Ziel ist, dass noch im Verlauf dieses Jahres gebaut wird.“

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