Newsticker
Italien verschärft Corona-Maßnahmen in einigen Regionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Mindelheimer feiern einen großen Menschenfreund

Mindelheim

23.01.2019

Mindelheimer feiern einen großen Menschenfreund

Hermann Maier sammelt leidenschaftlich gerne. Sein Haus in Mindelheim ist schon zu einer Art Museum geworden.
Bild: Johann Stoll

Hermann Maier ist leidenschaftlicher Sammler von Postkarten aus der Region. Beliebt ist er aber vor allem deshalb, weil die Leute spüren: Er mag die Menschen.

Mindelheim Er ist ganz der Alte geblieben. Leutselig, lebensfroh und bestens darüber informiert, was sich in Mindelheim, Mindelau und Umgebung tut. Und natürlich drücken dieser Tage wieder die Besucher die Klinke in die Hand und schauen bei Hermann Maier vorbei wie das all die Jahre um diese Zeit passiert. Seinen 80. Geburtstag hat Hermann Maier in diesen Tagen gefeiert. Er tut das am liebsten mit Menschen, die ihm viel bedeuten.

Die Gäste geben sich bei Hermann Maier in Mindelheim die Klinke in die Hand

Altlandrat Hermann Haisch mit seiner Frau Karla hat vorbeigeschaut. Der dritte Bürgermeister Roland Ahne ebenso und auch vom Autohaus Mayer waren die Inhaber zum Gratulieren gekommen. Hermann Maier war über Jahrzehnte Topverkäufer von Renault-Fahrzeugen in Mindelheim.

Schon beim 75. Geburtstag vor fünf Jahren glich sein Esszimmer einer Gaststätte für gute Freunde. Wie im Taubenschlag war es zugegangen. Alle wollten dem Hermann gratulieren. Das war auch jetzt beim 80. nicht anders. Seine Frau Luitgard war gerüstet. Sie könnte mit Brotzeit, Kaffee, Kuchen und Gebäck ganze Kompanien ernähren. Etwas hat sich aber doch geändert in den fünf Jahren. Hermann Maier war im vorigen Jahr auf 37 Beerdigungen. Er musste von vielen Freunden und guten Bekannten Abschied nehmen. Zuletzt hat auch er selbst häufiger mit Ärzten zu tun gehabt, als ihm lieb ist. Krankenhausaufenthalte nach Operationen waren die Folge. Ohne Medikamente geht es nicht mehr. 14 Tabletten muss er jeden Tag schlucken.

Der Am Bodensee entdeckte Hermann Maier ein paar Schätze für seine Sammlung

Er nimmt es, wie es kommt. „Was willst machen“, sagt er und zeigt auf ein blaues Schächtelchen, in das er sich die Tablatten-Ration für die nächsten Tage zurechtgelegt hat. Hermann Maier ist keiner, der lange hadern würde. In ihm brennt das Feuer für die Region und ihre Menschen.

Erst voriges Wochenende war er mal wieder unterwegs. In Friedrichshafen findet einmal im Jahr eine Kartenmesse statt. Alte Postkarten aus den Kreisen Mindelheim, Kaufbeuren, Memmingen, Landsberg bis Füssen, das ist das große Steckenpferd von Hermann Maier. Auch alte Bierkrüge begeistern ihn.

Vom Bodensee hat er gleich mehrere Schätze mit nach Hause gebracht. Für ein paar Euro hat ihm ein Sammler auch eine alte Kriegschronik aus dem Jahr 1915 verkauft. Und tatsächlich: In dem schmalen Bändchen finden sich Informationen über einen Mindelheimer mit Namen Anton Rogg und einen Leopold Schmid aus Stetten, die alle Opfer des Ersten Weltkrieges wurden. Für Hermann Maier sind solche Entdeckungen auf Flohmärkten ein wahrer Jungbrunnen.

Aufgewachsen ist Maier in ärmlichen Verhältnissen in Mindelau. Sein Vater war Knecht, die Mutter Magd auf einem Hof. Hermann Maier hat es schon früh weg von daheim gezogen. Von 1959 bis 1961 war er Privatfahrer eines Zahnarztes in der Münchner Nobelmeile, der Maximilianstraße. Der Hermann, wie ihn alle nennen, hat in dieser Zeit schon angefangen, Autos für eine Mindelheimer Vertragswerkstätte in der Landeshauptstadt zu verkaufen. Bei Renault Mayer blieb er ein Berufsleben lang. Tausende Autos dürfte er in all den Jahren verkauft haben.

Ihn interessiert dabei nicht der Geldwert eines Sammlerstücks. Was er einmal irgendwo gekauft hat, gibt er nicht mehr her, egal was jemand bereit ist dafür zu zahlen. Ihm geht es um seine Heimat, nicht ums Geld. Dass viele Leute heutzutage so auf Geld und Protz wert legen, das ist dem Hermann Maier ein Graus.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren