Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Mindelheimer kann zusehen, wie er Geld verdient

Mindelheim

13.11.2018

Mindelheimer kann zusehen, wie er Geld verdient

Das Eckhaus von Frank Rattel ist mit Photovoltaikmodulen bestückt.
2 Bilder
Das Eckhaus von Frank Rattel ist mit Photovoltaikmodulen bestückt.
Bild: Ökohaus Steber

Frank Rattel hat sich für eine Photovoltaikanlage entschieden. Und die Stadt Mindelheim hat (etwas) mitgeholfen.

Lohnt sich das wirklich? Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach und einen Stromspeicher im Keller? Frank Rattel aus Mindelheim plagen da keine Zweifel. Natürlich lohnt sich eine solche Investition. Ob sie sich allerdings rechnet, das sei eine andere Frage.

Vor gut vier Wochen hat er seine Anlage in seinem Reiheneckhaus in Mindelheim in Betrieb genommen. Selbst Strom zu produzieren, das mache einfach Spaß. Und manchmal, wenn er im Keller zu tun hat, ertappt er sich dabei, wie er einfach mal auf das Display seiner Anlage schaut um in Echtzeit ablesen zu können, wie viel Watt gerade mal wieder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden, weil die Batterie als Zwischenspeicher schon wieder voll geladen ist. Da kann er quasi beim Geldverdienen zusehen.

Der Mindelheimer besitzt nun die neueste Technik für die Umwelt

Das wirklich gute Gefühl rührt bei ihm woanders her. Rattel engagiert sich schon seit vielen Jahren für die Umwelt. Und da war es keine Frage für ihn, auch in neueste Technik zu investieren, um etwas für den Klimaschutz zu tun. Vor acht Jahren ist er in das Reiheneckhaus eingezogen und lebt dort mit seiner Lebensgefährtin. 19 000 Euro hat er in die Photovoltaikanlage samt Stromspeicher und Notstromüberbrückung investiert. Ein paar hundert Euro wird er sich im Jahr an Stromkosten sparen, hat er sich ausgerechnet. Es wird also sehr lange dauern, bis sich die Anlage wirklich amortisiert hat.

Auf der anderen Seite: Wer sein Geld auf die Bank trägt, bekommt kaum noch Zinsen. Und sollten die Strompreise noch stärker ansteigen, dann sieht die Gesamtrechnung schon wieder ganz anders aus, argumentiert der Mindelheimer. „Andere kaufen sich einen Zweitwagen, ich eben eine solche Anlage“. Bei einem Zweitauto könne man durchaus auch hinterfragen, ob das wirtschaftlich sinnvoll sei. Bürgermeister Stephan Winter und der Mindelheimer Stadtrat würden es sehr begrüßen, wenn noch mehr Mindelheimer diesem Beispiel folgen würden. (Lesen Sie auch das Beispiel der Familie Drechsler: Wer die Umwelt schützt, wird von der Stadt belohnt)

Der Zuschussantrag für die Photovoltaikanlage bei der Stadt Mindelheim ging völlig formlos

Ein Energieteam aus Vertretern der Kommunalpolitik und interessierten Bürgern ist schon seit ein paar Jahren am Start, um Ideen für ein umweltfreundlicheres Mindelheim umzusetzen. Ein Ergebnis dieser Arbeit: Die Stadt hat im April 2018 einen Förderkatalog aufgelegt. So können private Bauherren Zuschüsse bei Sanierungen und Neubauten erhalten, wenn dadurch nachweislich Energie gespart werden kann. Dämmungen, Lüftungsanlagen, Batteriespeicher, Thermografie und vieles mehr werden gefördert. Der umfassende Katalog ist auf der Seite der Stadt Mindelheim einsehbar.

Frank Rattel hat für seine Investition 429 Euro erhalten. Das ging übrigens ganz einfach per Mail an die Klimaschutzbeauftragte Simone Kühn. Die eingescannte Rechnung genügte, und das Geld wurde überwiesen. Pro kWp gewährt die Stadt einen Zuschuss über 100 Euro. Acht Photovoltaikanlagen wurden bisher in Mindelheim oder den Ortsteilen gefördert. Bei drei Anträgen fehlen noch die Rechnungen.

Für die Umwelt ist eine solche Anlage ein Gewinn, ist Frank Rattel sicher. Zwar ist unbestritten, dass auch die Herstellung der Batterien die Umwelt belastet. Der Hausbesitzer ist sich aber überzeugt, dass in der Gesamtschau eine solche Anlage ein gutes Werk für die Umwelt ist. Sollte die Batterie eines Tages wegen Altersschwäche nicht mehr zu gebrauchen sein, dann könnten die Metalle wiederverwertet werden.

Die Batterie sorgt nachts für Strom, wenn die Sonne nicht scheint. Ganz reicht das nicht aus. Aber nur noch 74 Kilowattstunden musste der Hausbesitzer bisher aus dem öffentlichen Netz an Strom beziehen. 871 Watt zeigt die Anlage an diesem trüben Herbsttag an. Es waren auch schon mal über 2000 Watt, wenn die Sonne am wolkenlosen Himmel steht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren