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01.02.2010

Mindelheimer leitet Armeemuseum

Ingolstadt Zum ersten Mal stand der gebürtige Mindelheimer Ansgar Reiß 1998 vor den Kanonen im Ingolstädter Schlosshof. Als Besucher war er ins Bayerische Armeemuseum gekommen. Gestern kam er wieder - an seinem ersten Tag als neuer Direktor.

Er ist in ein leeres Büro eingezogen. Doch die Spuren seines Vorgängers Ernst Aichner sind unübersehbar: zahllose Abdrücke von Tellern und Bilderrahmen an der Wand. Das Zimmer will Reiß weißeln, vielleicht will er sogar in ein anderes Büro ziehen. "Ich muss mir erstmal alle Zimmer im Schloss anschauen", sagt der gebürtige Allgäuer. So wird der Generationswechsel auch äußerlich sichtbar. Schließlich liegen zwischen Aichner, dem alten Direktor, und Reiß, dem neuen Direktor, 23 Jahre.

Im Vorfeld ist Reiß oft zum Vorwurf gemacht worden, dass er noch nicht als Militärhistoriker in Erscheinung getreten ist. Doch er kontert: "Entscheidend ist die Kompetenz, ein Museum zu leiten." Als Pluspunkt betrachtet er seine engen Kontakte zu anderen Museen und auch Universitäten.

Mit konkreten Plänen ist Reiß noch vorsichtig, er will erst einmal das Museum und seine Mitarbeiter kennenlernen. Aber ein paar Vorstellungen hat er schon.

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2014, ist er sich sicher, wird es eine große Veranstaltung zum Ersten Weltkrieg geben, der 100 Jahre zuvor ausgebrochen ist, "einen Relaunch der Ausstellung". Auch das Thema "Stadt und Militär" könnte in den Fokus rücken. Doch nicht nur Ausstellungen, auch Diskussionsforen würden das Museum beleben, glaubt Reiß: "Wir müssen uns da als Museum einklinken, gerade als ziviler Ort sind wir da sehr attraktiv."

Ein Thema liegt Reiß besonders am Herzen: Militär und Gesellschaft. Denn vor mehr als 20 Jahren war es gerade das Interesse an gesellschaftlichen Entwicklungen, das ihn zum Geschichtsstudium gezogen hat. Sonst wäre aus dem 44-Jährigen wohl ein Physiker geworden.

In Bayern ist das Armeemuseum einmalig, doch es gibt auch kritische Stimmen, die der Institution vorwerfen, den Krieg zu glorifizieren. Der neue Direktor entgegnet: " Das Armeemuseum klärt uns auf und hilft uns, diese Dinge zu rationalisieren. Es hilft uns, eine Sprache zu finden, wie wir über diese Dinge reden können." Noch pendelt Reiß aus Regensburg, aber schon bald will er mit seiner Frau nach Ingolstadt ziehen.

Ansgar Reiß stammt aus Mindelheim, wo seine Eltern nach wie vor leben. Sein Vater ist der Gymnasiallehrer Ludwig Reiß, der Maristenschülern ein Begriff ist. Auch Dr. Ansgar Reiß ist eng mit dem Maristenkolleg verbunden, wenn auch nur als Schüler. Studiert hat Reiß in Regensburg und Tübingen. In Gießen promivierte er. Neben dem Stadtmuseum in Regensburg hat Reiß an der Universität der Bundeswehr in München als Dozent gearbeitet.

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