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Mindelheim

18.05.2019

Mindelheimer zahlen für Wasser im Industriegebiet

Damit die Wasserversorgung auch im interkommunalen Gewerbegebiet stimmt, muss die Stadt Mindelheim viel Geld investieren.
Bild: dpa

Die Stadt muss viel Geld in die Hand nehmen, um das Industriegebiet bei Kammlach ausreichend mit Wasser zu versorgen. Jeder Mindelheimer muss das mitzahlen.

Die Stadt Mindelheim muss die Wasserversorgung für den interkommunalen Industrie- und Gewerbepark bei Kammlach nachrüsten und dafür viel Geld in die Hand nehmen. Im Westen von Oberauerbach muss dazu eine Druckerhöhungsanlage gebaut werden. Insgesamt kostet das knapp eine Million Euro.

Der Industriepark wird von Beginn an von Mindelheim aus mit Wasser versorgt. Auch die Abwasserentsorgung läuft über die Kreisstadt und deren Kläranlage. Noch reicht die Kapazität zwar aus. Aber schon bei einer weiteren Ansiedlung eines Industriebetriebes neben Genan und dem Dänischen Bettenlager würde die Wassermenge nicht mehr reichen, wenn alle gleichzeitig den Hahn aufdrehen.

Für das Industriegebiet soll bei Oberauerbach eine Druckerhöhungsanlage gebaut werden

Theoretisch gibt es zwei Lösungswege, wie der Leiter des städtischen Wasserwerks, Joachim Theys, vor dem Finanzausschuss des Stadtrates ausführte: eine dickere Wasserleitung bis nach Kammlach bauen oder den Druck in der Leitung erhöhen. Die zweite Variante sei dabei die deutlich günstigere. Dafür sprachen sich dann auch die Stadträte einstimmig aus.

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Westlich von Oberauerbach soll eine Druckerhöhungsanlage gebaut werden. Dort werden zwei Edelstahlbehälter mit jeweils einem Fassungsvermögen von 75 Kubikmeter Trinkwasser auf eine betonierte Bodenplatte geschoben. Erst danach kommt ein Dach drauf. Das ganze Gebäude wird von Ferne wie ein Feldstadel aussehen.

Diese Behälteranlage hat die Stadt beschränkt ausgeschrieben. Von den drei eingeladenen Firmen gab am Ende nur ein Unternehmen ein Angebot ab. Hydro-Elektrik aus Ravensburg gaben als Preis knapp 184 800 Euro an. Die Ingenieurgesellschaft Steinbacher Consult aus Neusäß hatte mit 0,7 Prozent niedrigeren Kosten kalkuliert. Nach Einschätzung von Bürgermeister Stephan Winter hält sich das Angebot absolut im Rahmen. Die Anlage soll Anfang Oktober geliefert und eingebaut werden. Damit ist es aber noch nicht getan. Joachim Theys nannte die Betonarbeiten, die notwendige Mess- und Steuerungstechnik, Pumpen und das Gebäude. Alles in allem rechnet der Leiter des Wasserwerks mit knapp einer Million Euro an Kosten.

Aktuell zahlen die Mindelheimer 1,23 Euro pro Kubikmeter Wasser

Die einzelnen Aufträge werden in den nächsten Wochen der Reihe nach ausgeschrieben, sagte Theys. 35 Liter pro Sekunde werden nach Abschluss der Arbeiten durch die Wasserleitung fließen können. Sollte sich das Industriegebiet noch weiter ausdehnen, hat die Stadt vorgesorgt. Rund um das Grundstück, wo die Druckerhöhungsanlage gebaut werden wird, ist noch Platz für eine Erweiterung. Bezahlt werden muss diese Investition von allen Mindelheimer Wasserbeziehern. Die Wasserversorgung gehört zu den sogenannten kostendeckenden Einrichtungen. Alle Aufwendungen inklusive der Personalkosten für die Mitarbeiter des Wasserwerks müssen über diesen Gebührentopf bezahlt werden. Kämmerer Wolfgang Heimpel sagte, die Kalkulation werde immer für vier Jahre erstellt. Die jetzige Investition für den Industriepark sei bereits eingepreist worden.

Alle Mindelheimer – Privatleute ebenso wie die Firmen – zahlen über den Wasserpreis mit. Der beträgt derzeit 1,23 Euro pro Kubikmeter. Damit liegt die Stadt Mindelheim in der Region preislich im Mittelfeld. Die zweite Säule sind die Beiträge. Diese werden für den Anschluss an das Wassernetz fällig. Daneben gibt es noch die Abwassergebühr. Die beträgt derzeit 2,05 Euro pro Kubikmeter, wenn jemand nur Schmutzwasser einleitet. Kommt auch Regenwasser dazu, müssen 2,43 Euro pro Kubikmeter bezahlt werden.

Mehr zum Thema Wasserversorgung lesen Sie hier:

Wie gut sind unsere Wasserleitungen in Schuss?

Wie sicher ist die Versorgung mit Wasser?

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19.05.2019

Man sollte vielleicht mal erklären dass die Wasserversorgung eine Solidargemeinschaft ist und immer wenn wo was gerichtet werden alle Mit bezahlen das kann nur so funktionieren. Wenn dann mal im Stadtgebiet was gerichtet werden muss, dann zahlt auch das Industriegebiet mit. Bei der Wasserversorgung und auch bei der Abwasserbeseitigung werden die anfallenden Kosten imm auf alle umgelegt.

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