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Attraktion für die Altstadt

17.11.2016

Mindelheims Stolz in Stein gefasst

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2 Bilder
Entwurf des Brunnens i Paradiesgärtchen neben der Mindelheimer Jesuitenkirche, den die Bürgerstiftung mitfinanzieren möchte.
Bild: Peter Kern

An der Jesuitenkirche will die Bürgerstiftung einen Brunnen mitfinanzieren. Warum der Entwurf von Architekt Peter Kern den gesamten Stadtrat begeistert

Vor zehn Jahren ist die Bürgerstiftung „Mindelheim hilft sich selbst“ gegründet worden. Wichtigstes Anliegen von Beginn an war, die Altstadt zu fördern. Dass die Bürger bei der Planung in einem professionell moderierten Prozess eingebunden wurden, hatte die Bürgerstiftung nicht nur angeregt, sondern auch finanziell mit unterstützt.

Wenn kommendes Jahr der vierte und letzte Bauabschnitt der Altstadtsanierung angepackt wird, will auch die Bürgerstiftung ihren Beitrag leisten. Konkret fördert die gemeinnützige Stiftung mit ihrem Vorsitzenden Alfred Brugger den Bau eines neuen Brunnens im sogenannten Paradiesgärtchen am südöstlichen Eck der Jesuitenkirche. Welche Kosten hier entstehen, ist derzeit allerdings noch nicht durchkalkuliert. Bürgermeister Stephan Winter nannte als Hausnummer die Zahl 35 000 Euro. Vor dem Stadtrat stellte Architekt Peter Kern jetzt zwei Entwürfe dieses Brunnens vor, wobei von Anfang an der zweite Favorit war. Kern ist beauftragter Planer dieses letzten Bauabschnittes. Ihm war wichtig, dass nicht irgendein Brunnen entsteht, sondern ein Bezug zur Stadt hergestellt wird.

Regierung signalisiert Zustimmung

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Variante eins hätte eine terrassenartige Anordnung des Paradiesgärtchens gebracht, wobei die einzelnen Stufen rundförmig angeordnet worden wären. Der dreieckige Brunnen sollte in der südöstlichen Ecke platziert werden.

Das Wasser wäre über eine kleine Rinne in die Flachwasserzone vor der Musikschule abgeflossen. Dieser Entwurf, so Peter Kern, hätte etwas „Kontemplatives gehabt, der der kirchlichen Situation dieser Stelle gerecht geworden wäre“. Nachteil: womöglich wäre er allzu unauffällig daher gekommen.

Für Variante zwei entschied sich einstimmig der Stadtrat. Bernhard Lutz (CSU) sprach von einem sehr gelungenen Entwurf. Und Josef Doll (Grüne) lobte die „künstlerisch hervorragende Arbeit“. Dieser Brunnen rege die Fantasie an.

Schon in Vorgesprächen mit Vertretern der Bürgerstiftung und der Regierung von Schwaben war der zweite Entwurf dieses Brunnens auf große Zustimmung gestoßen. Die Regierung ist sogar bereit, die Kosten dieses Brunnens mit in die Gesamtsumme des Umbaus aufzunehmen. Das hätte den erfreulichen Nebeneffekt, dass ein Teil der Kosten der Staat übernimmt.

Die Bezüge zur Altstadt nur angedeutet

Peter Kern nimmt in seinem Brunnen gleich doppelten Bezug zur Mindelheimer Altstadt. Da sind die vier Türme Oberes und Unteres Tor, Einlasstor, und Gefängnis-turm. Diese vier Formen werden in Steinstelen abstrahiert dargestellt. Über die vier Steine soll das Wasser laufen, das vorne in einem Becken zusammenfindet.

Der Brunnen steht auf einem Steinblock, der wiederum das Fundament der Stadt symbolisiert. Das Gärtchen dahinter wird in vier Zonen aufgeteilt, die mit flachen Pflanzen überzogen werden. Die vier Felder stehen für die vier historischen Stadtviertel Mühlviertel, Klosterviertel, Spital- und Pfarrviertel. Der unkundige Betrachter soll einfach den Eindruck eines hübschen Fleckchens Erde haben. Bei Stadtführungen wiederum könnte die Symbolik erklärt werden.

Peter Kern war dabei besonders wichtig, dass die Darstellung nicht allzu naturgetreu ausfällt. „Sonst würden wir hier einen Vorgarten schaffen“. Gemeint war: Eine bloße Miniausgabe der Türme wäre Kitsch.

Bürgermeister Stephan Winter sagte, ihn habe der Entwurf sogleich überzeugt. Der Bezug zur Stadt werde hergestellt, ohne aufdringlich zu wirken. Der Entwurf soll nun im Detail ausgearbeitet werden. Danach muss noch ein Steinmetz engagiert werden.

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